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Streit auf dem Parkplatz

Tankstelle bei Bernau: Faustschlag kommt Trucker teuer zu stehen

Auf diesem Parkplatz kam es im Sommer zu der handfesten Auseinandersetzung. Jetzt fällte das Amtsgericht Rosenheim ein Urteil.
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Auf diesem Parkplatz kam es im Sommer zu der handfesten Auseinandersetzung. Jetzt fällte das Amtsgericht Rosenheim ein Urteil.

Mit einer hohen Geldstrafe muss ein 38-jähriger Lastwagenfahrer sein aggressives Verhalten bezahlen. Das Amtsgericht Rosenheim verurteilte den Mann, weil er im Juli vergangenen Jahres auf dem Großparkplatz der Shell-Tankstelle bei Bernau einen anderen Lastwagenfahrer geschlagen haben soll.

Bernau/Rosenheim – Der Angeklagte hatte laut Anklageschrift auf diesem Parkplatz seinen Anhänger abgestellt. Am 22. Juli kam er mit seinem Zugwagen dorthin, um den Anhänger wieder anzukoppeln und mitzunehmen. Verärgert stellte er fest, dass direkt vor der Anhängerdeichsel ein rumänischer Kraftfahrer seinen Kastenwagen abgestellt hatte, was ihn am Ankoppeln hinderte.

Laut Anklage hatte er diesen nach kurzem Wortwechsel mit der Faust ins Gesicht und zu Boden geschlagen. Der andere Kraftfahrer erstattete Anzeige und so erging gegen den 38-Jährigen ein Strafbefehl über 7200 Euro. So hoch fiel dieser Strafbefehl aus, weil der 38-Jährige kurz vorher in anderer Sache verurteilt worden war.

Gegen den Strafbefehl legte der Mann Einspruch ein und so kam es zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Rosenheim unter dem Vorsitz von Richterin Julia Vogel. Hier bestritt der Mann aus Huthturm heftig, mit der Faust zugeschlagen zu haben. Wohl habe es wegen der Blockade seines Anhängers einen deftigen Wortwechsel gegeben.

Auch habe man sich gegenseitig geschubst, wobei der Rumäne gestürzt sei. Aber auf keinen Fall habe er zugeschlagen. Die Richterin machte ihn darauf aufmerksam, dass ihm in dem ergangenen Strafbefehl kein Fahrverbot erteilt worden wäre, was ansonsten durchaus üblich sei. Falls er verurteilt würde – was noch nicht feststehe – müsse er aber damit rechnen. Entsetzt vermeldete der Angeklagte daraufhin „Wovon soll ich dann leben?“ Des Weiteren wies die Richterin darauf hin, dass es nach Aktenlage einen unabhängigen Zeugen gebe, der den Faustschlag gesehen habe und dies auch der Polizei bestätigte.

Diesen habe sie deshalb nicht geladen, weil der im Raum Hamburg lebe. Müsste er eigens nach Rosenheim zu einer Verhandlung anreisen, entstünden Aufwendungen und Kosten von für diese Einvernahme. Diese könnten den Beteiligten erspart werden.

Sofern der Angeklagte aber auf seiner Einlassung bestehe, werde sie das Verfahren ohne Weiteres aussetzen und diesen Zeugen laden. Keinesfalls aber müsse er etwas eingestehen, das er nicht getan habe.

Wenig Aussicht auf Erfolg

Der Bayerwäldler beriet sich daraufhin geraume Zeit mit seiner Verteidigerin, der Rechtsanwältin Magdalena Fritz aus Deggendorf. Dabei erkannte er wohl, dass es wenig Aussicht auf Erfolg hatte, auf seiner Version zu beharren. Er nahm seinen Einspruch zurück. Seine Verteidigerin beschränkte ihn zumindest auf das Strafmaß, das sich – abgesehen von der Tagessatz-Menge – nach der Einkommenshöhe bemisst. Er konnte ein vermindertes Einkommen in Corona-Zeiten glaubhaft machen.

So verurteilte das Amtsgericht Rosenheim den Mann nun bei einer Gerichtsverhandlung zu 90 Tagessätzen je 58 Euro, also insgesamt 5220 Euro.

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