Schüler entdecken Technik im Schauerhaus

MINTensiv: "Verrückt nach Robotik"

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Pressekonferenz Nachwuchs Technik am Schullandheim Schauerhaus
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Oberaudorf - Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Schulen und Elternorganisationen informierten sich vergangene Woche über das Projekt MINTensiv im Schullandheim Schauerhaus.

Ein sehr futuristisch anmutender Hund fährt selbständig an einer schwarzen Linie entlang. Daneben schreitet ein elektronischer Elefant auf seinen vier Beinen und bewegt seinen Rüssel auf und ab. Das ist keine Szene aus einem Science-Fiction-Film, sondern spielt sich ganz real im Schullandheim Schauerhaus in Oberaudorf ab.

„Für ein solches Projekt braucht man sowohl verrückte Lehrer als auch verrückte Schüler“, erläutert Maximilian Bogner, Lehrer an der Realschule Vaterstetten das Projekt. Er ist MINTensiv-Koordinator für Oberaudorf. Das Schullandheim Schauerhaus ist eines von acht bayerischen Pilot-Schullandheimen, in denen Realschüler sich „mintensiv“ mit Robotik, Elektrotechnik und Navigation auseinandersetzen können. MINT ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Pressekonferenz Nachwuchs Technik am Schullandheim Schauerhaus

40.000 Euro hat die ausgetüftelte High-Tech-Ausstattung im Schauerhaus gekostet: Dazu gehören mehrere LEGO-Mindstorms-Bausätze, modernste Navigationsgeräte und Tablet-Computer, die offiziell noch gar nicht auf dem Markt sind. Einen Teil übernehmen der Europäische Sozialfonds ESF und das Bayerische Kultusministerium, einen anderen unter anderem die Sparkassenstiftung, deren geschäftsführender Vorstand Dr. Ingo Krüger extra einen weißen Laborkittel anzieht.  „Mit MINT werden Neugierde und Forscherdrang optimal kombiniert, hier wird Lust auf Naturwissenschaften gemacht.“ Im Schauerhaus erwartet die Schüler eine vollständige digitale Lernumgebung mit einer faszinierenden Hardware. „Ein Schullandheimaufenthalt bietet optimale Bedingungen für ein solches Projekt. Die Schüler können sich praktisch tagelang mit den Themen beschäftigen, der 45-Minuten-Takt ist aufgehoben, sie haben endlich Zeit, sich in eine Aufgabe zu vertiefen,“ bekräftigt Siegfried Holst vom Schullandheimverein Rosenheim.

Und das haben die über 50 Schüler der Realschule Vaterstetten letzte Woche auch ausgiebig getan. Selbstbewusst erläutern die 14 – 15-jährigen ihre Modelle, erklären Konstruktion und Funktion und stellen sich den Fragen der Zuhörer. Die Mindstorms-Bausätze liefern Anleitungen, lassen aber auch Raum für eigene Kreativität. In einem Workshop für elektrischen Strom lernen sie sie Grundbegriffe der Elektrizität, mit den hochmodernen Navigationsgeräten bekommen sie ein Verständnis für das Koordinatensystem. Der 15-jährige Merlin Lang aus München ist begeistert. „Das macht richtig Spaß, wegen mir könnte es gerne erweitert werden.“ Sein Mitschüler Sebastian Sailer steht dagegen eher auf das Geocaching. 

Die Lehrinhalte wurden in enger Kooperation und mit praktischer Unterstützung durch die Hochschule Rosenheim (Fakultät für Informatik) unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Feindor erarbeitet. Oberhalb von Oberaudorf wird Zukunft gestaltet, so die einhellige Meinung der Beteiligten. Die Schüler verlieren die Scheu vor Technik und Naturwissenschaften. Auch Mathias Häfner, Personalleiter bei Neenah Gessner in Bruckmühl, würde eine praxisnähere naturwissenschaftlich-technische Ausbildung von Realschulabsolventen begrüßen. MINTensiv ist ein sinnvoller Baustein dafür. Einer der Zuhörer bot spontan einen Praktikumsplatz in seinem Unternehmen an. Er habe gut beobachtet und auch schon einen Schüler ins Auge gefasst. Die Zukunft dieses jungen Mannes und vielleicht des Unternehmens ist gesichert!

Quelle: Pressemitteilung Hochschule Rosenheim 

Quelle: rosenheim24.de

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