Verdopplung der Demenzkranken bis 2050

Demenz: Was betroffene Familien wissen müssen

Reinhard Socolov bedankte sich bei Sandra Dietz mit einem farbenprächtigen Blumenarrangement für ihre engagierten Ausführungen
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Reinhard Socolov bedankte sich bei Sandra Dietz mit einem farbenprächtigen Blumenarrangement für ihre engagierten Ausführungen

Schechen/Pfaffenhofen - Bereits heute leiden 1,6 Millionen Menschen an Demenz. In Zukunft soll diese Zahl drastisch steigen. Was betroffene Familien wissen müssen:

„Schon jetzt leben 1,6 Millionen Menschen mit dieser Krankheit“, so begann das Referat von Sandra Dietz, der Einrichtungsleiterin des Augustinum Sanatorium Schwindegg. Die Nachbarschaftshilfe Soziales Netz Schechen e.V. hatte zu diesem hochaktuellen Thema in die Gaststätte „Mesnerwirt“ in Marienberg eingeladen. Die Referentin informierte, dass in Schwindegg neben Wohnstift auch Schulen und Behinderten-Werkstätten untergebracht seien, in denen Demenzkranke bestens versorgt werden können. Frau Dietz, die gleichzeitig auch Demenzberaterin ist, zeigte die verschiedenen Formen dieser Krankheit auf und erläuterte auch, wie man diese erkennen könne.


„Demenz hat ein fortschreitendes Nachlassen bestimmter geistiger Fähigkeiten zur Folge und ist bis heute unheilbar“, erklärte Sandra Dietz. Es gäbe vier verschiedene Formen dieser Krankheit, bei der die Alzheimer Demenz die bekannteste sei. Bei dieser Erscheinungsform wird Azetylcholin als Botenstoff vermindert produziert, so dass es zum Absterben von Nervenzellen kommt. Bei anderen Arten der Krankheit wird das Gehirn zu wenig durchblutet, wodurch ebenfalls Nervenzellen zerstört werden, ein unaufhaltsamer Prozess.

Wichtig sei die Früherkennung der Krankheit, so dass die Auswirkungen durch bestimmte Therapien gemindert oder zumindest verzögert werden können. Die Einrichtungsleiterin erläuterte 12 Signale, die auf eine demente Erkrankung hindeuten können, wobei einzelne Merkmale noch wenig aussagekräftig seien. Bei einer Früherkennung könne der Patient jedoch noch selbst bestimmen, ob er sich in eine vorbeugende Betreuung begeben wolle. Er könne sich in der Situation auch selbst einen Pflegeheimplatz aussuchen, was in einem späteren Zustand der Erkrankung oft nicht mehr möglich sei.


Die Referentin informierte auch über die Kosten eines Heimpflegeplatzes, wobei die Höhe der Eigenleistung von der medizinisch anerkannten Pflegestufe und auch dem Umfang der Pflegeversicherung abhänge. Nach Begutachtung durch einen Facharzt könne auf Antrag (oder auch von Gesetz wegen) der örtlich zuständige Betreuungsrichter eine Unterbringung in einem Pflegeheim veranlassen.

Besonders wichtig sei es zu Zeiten, in denen der Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten noch selbst entscheiden könne, eine Vorsorgevollmacht bzw. Betreuungsverfügung zu erarbeiten. Ebenso wesentlich sei die Erstellung einer Patientenverfügung am besten durch den Hausarzt. Auf diese Erfordernisse hatte die Nachbarschaftshilfe bereits bei insgesamt drei Vorträgen durch Fachreferenten deutlich hingewiesen. Vorsitzender Reinhard Socolov bedankte sich bei Sandra Dietz mit einem farbenprächtigen Blumenarrangement für ihre engagierten Ausführungen.

Lutz Ellermeyer/Nachbarschaftshilfe Soziales Netz Schechen e.V.

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