Pilz wütet im Eschenbestand

Baumfällarbeiten nötig: Schloßberg ab Dienstag gesperrt

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Stephanskirchen - Infolge einer Baumkrankheit, dem sogenannten Eschentriebsterben, sind ab Dienstag umfangreiche Baumfällarbeiten an der Salzburger Straße vom Stephanskirchener Schloßberg in Richtung Innbrücke erforderlich. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wegen Baumfällarbeiten ist eine Vollsperrung der Salzburger Straße zwischen der Abzweigung Wasserburger Straße und der Innbrücke von Dienstag, den 18.04 bis einschließlich Freitag, den 21.04. erforderlich.
  • Der Verkehr wird umgeleitet.
  • Linienbusse ab Schloßberg werden von 5.42 Uhr (einschließlich Linie 9510) bis 8.10 Uhr (einschließlich Linie 9498) trotzdem verkehren.
  • Für Fußgänger wird von 19 Uhr bis etwa 8.15 Uhr eine Gehspur geöffnet.

Die Diskussion im Gemeinderat:

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Das "Falsche weiße Stängelbecherchen" klingt erst einmal fast niedlich, wird aber während der Osterferien manchem Autofahrer Ärger bereiten. Denn der Pilz ist verantwortlich für die Baumkrankheit "Eschentriebsterben", die derzeit den Baumbestand am Stephanskirchener Schloßberg heimsucht und sich schon weit ausgebreitet hat. Dabei stirbt der Baum von der Krone herab ab.

"Obwohl die Kronen noch teilweise belaubt sind, wurde seit kurzem verstärkt beobachtet, dass diese Eschen unvermittelt umstürzen können, da die Hauptwurzeln bereits stark geschädigt sind", erläuterte ein Vertreter der Gemeindeverwaltung auf der jüngsten Sitzung des Stephanskirchener Gemeinderats. Daher müsse ein Großteil des Bestandes an Eschen im Bereich des Schloßbergs gefällt werden. Diese sollen während der Osterferien durchgeführt werden.

Kritik an Umfang und Zeitpunkt der Maßnahme

"Ist das nicht eine übertriebene Maßnahme, gleich alle Eschen wegzuhauen?", wendete Anton Forstner (CSU) ein. Er habe die Meinung eines Experten eingeholt, dieser habe ihm versichert, dass das Absterben den Eschen in Form einer zunehmenden Verdörrung anzusehen sei. "Man könnte also die Baumfällarbeiten Schritt für Schritt bei Gelegenheit vornehmen und müsste nicht gleich alles präventiv beseitigen."

Dem konnte Bürgermeister Rainer Auer eigene Erfahrungen entgegenhalten. "Ich hatte selbst einmal eine Esche im Garten", erzählte er, "der hat man nix angesehen und während eines Sturms fiel sie um. Hinterher stellte sich raus, dass es auf Grund eines solchen Pilzbefalls war." 

Seitens der Gemeindeverwaltung wurde ergänzt, dass nach Auskunft des Landratsamts die Maßnahme in diesem Ausmaß notwendig sei. Die Gemeinde habe dabei ohnehin kein Mitspracherecht. Auch eine Verlagerung der Baumfällarbeiten auf das Wochenende, wie von Mitgliedern des Rats angeregt, sei nicht möglich.

Wiederaufforstung so rasch wie möglich 

Unterdessen seien sich Gemeindeverwaltung und Amt bewusst, dass der betroffene Waldbestand eine wichtige Funktion für das Ortsbild hat und auch der Hangsicherung und als Sichtschutz dient. Daher soll, nach Abschluss der Fällarbeiten, so rasch wie möglich mit der Wiederaufforstung begonnen werden.

Steffi Panhans (SPD) merkte an, man könnte aus dem Unglück dieser Baumkrankheit immerhin noch einen Vorteil ziehen. "Warum nicht diese Gelegenheit nutzen und die lange überfällige Verbreiterung der Radwege in Angriff nehmen?", regte sie an. Seitens der Gemeindeverwaltung musste sie darauf hingewiesen werden, dass dies dem Straßenbauamt mitgeteilt würde. Dies bereits im Rahmen der Baumfällarbeiten in Angriff zu nehmen sei aber nicht möglich.

Fällarbeiten während der Osterferien

Für die Fällungsmaßnahmen am Schloßberg ist in den Osterferien eine Vollsperrung der Salzburger Straße zwischen der Abzweigung Wasserburger Straße und der Innbrücke von Dienstag, den 18.04 bis einschließlich Freitag, den 21.04. erforderlich. Der Verkehr wird entsprechend umgeleitet. 

Morgens sollen für die Linienbusse mit fahrplanmäßigen Ankunfts- und Abfahrtszeiten in Schloßberg an der Kirche von 5.42 Uhr (einschließlich Linie 9510) bis 8.10 Uhr (einschließlich Linie 9498) die Befahrung der gesperrten Strecke ermöglicht werden. Zusätzlich soll für den Fußgängerverkehr (Radfahrer müssen absteigen) ab etwa 19 Uhr bis etwa 8.15 Uhr eine Gehspur geöffnet werden.

Der Kostenaufwand wird sich auf vorraussichtlich 15.000 Euro belaufen, die beauftrage Firma wird aber nach tatsächlichem Aufwand abrechnen.

hs

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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