Gemeinderat befürwortet Fällung in Rott

Bürgermeister Schaber: "So bitter es ist, die Bäume müssen weg!"

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Die Allee entlang der Bahnhofstraße in Rott am Inn wird im Februar gefällt. 
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Rott - Für die Baumallee entlang der Bahnhofstraße hat wohl bald die letzte Stunde geschlagen. Eine Fällung scheint nun nach längerer Diskussion unausweichlich. Bürgermeister Marinus Schaber erklärt die Hintergründe: 

Die Debatte um die neun Bäume, die die Bahnhofstraße hinauf in das Rotter Zentrum begleiten, ist nicht neu. Bereits im November 2017 regte sich Widerstand und Protest um die vom Staatlichen Bauamt Rosenheim beschlossene Fällung. Eine Überprüfung hat damals ergeben, dass die kranken Bäume die Verkehrssicherheit im Bereich Voglberg nicht mehr ausreichend gewährleisten können und so eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Der örtliche Bund Naturschutz Rott am Inn kündigte daraufhin eine Gegendemonstration an. 

Um den Einwendungen gerecht zu werden, hat sich das Straßenbauamt für eine weitere artenschutzrechtliche Untersuchung der betroffenen Bäume entschieden. Dieses Gutachten habe man dann auch durchgeführt. 

Gemeinderat fasst Beschluss zur Fällung 

Allen Astrückschnitten und Pflegemaßnahmen zutrotz - die Bäume müssen trotzdem weichen. Wie Marinus Schaber, Rotts Erster Bürgermeister, auf Nachfrage von wasserburg24.de erklärte, habe der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am 25. Januar über das aktuelle Gutachten diskutiert und sich mit 16:1 Stimmen für eine Fällung aller Bäume ausgesprochen. Die Gegenstimme sei von einem Mitglied des Bund Naturschutzes gekommen. "Die Gemeinderätin hat erbittert um die Bäume gekämpft - leider chancenlos", schildert Schaber.

Im Gutachten hieße es, zwei der insgesamt neun Bäume müssten unverzüglich gefällt werden. Zwei weitere könne man kurzfristig noch erhalten und der Rest könne vorerst stehen bleiben. 

Neun Bäume in dem rot markierten Bereich entlang der Bahnhofstraße im Bereich Voglberg müssen gefällt werden.

"So bitter es ist, die Bäume müssen weg", bedauert Schaber. Der Bürgermeister von Rott setzt sich für den Erhalt eines jeden Baums ein, auch weil seiner Meinung nach alte und stattliche Bäume immer weniger werden würden. 

"Ich bin der letzte, der sich für eine Fällung ausspricht, wenn es sich um Bäume handelt, die locker noch zehn Jahre durchhalten könnten. Aber die kranken Eschen und vom Pilz befallenen Kastanien länger am Leben zu halten, ist hier leider sinnlos. Wir müssen an die Sicherheit denken", so Schaber in Bezug auf die in unmittelbarer Nähe der Bäume befindlichen Häuser. Zudem würde ein Fußgängerweg an der Bahnhofstraße entlang führen. 

Möglichst schnelle Ersatzpflanzungen 

Schaber weiter: "Lieber fällen wir jetzt kurz und schmerzlos alle Bäume, bevor am Ende noch etwas passiert. Wir wollen natürlich möglichst schnell wieder eine neue Allee bekommen. Es soll zeitnah Ersatzpflanzungen von bereits älteren Bäumen geben. Wir sind diesbezüglich mit dem Straßenbauamt in Kontakt und wollen in die Planungen einbezogen werden."

Wie der Bürgermeister weiter ausführt, soll die Fäll-Aktion wohl bereits im Februar über die Bühne gehen. Einen genauen Termin konnte das Staatliche Straßenbauamt Rosenheim auf Nachfrage von wasserburg24.de zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht nennen

"Das wird dann bestimmt ein ungewohnter Anblick für die Rotter wenn die Fällung erfolgt ist", mutmaßt Schaber abschließend. "Ich selbst bin schon als Schulbub an den Bäumen vorbei gelaufen und kenne diese Allee seit 50 Jahren Aber in diesem Fall steht die Sicherheit eben an erster Stelle."  

mb

Quelle: wasserburg24.de

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