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„Energiekosten schlagen empfindlich zu Buche“

Energiekrise trifft Skilift-Betreiber hart – so teuer werden die Skipässe heuer in der Region

Anfang des Jahres machte sich der Aschauer Bürgermeister Simon Frank (links) ein Bild von den Vorbereitungen der Loipe im Bergsteigerdorf Sachrang. Franz Fischer, Pistenraupenfahrer vom Bauhof, freute sich über den Besuch.
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Anfang des Jahres machte sich der Aschauer Bürgermeister Simon Frank (links) ein Bild von den Vorbereitungen der Loipe im Bergsteigerdorf Sachrang. Franz Fischer, Pistenraupenfahrer vom Bauhof, freute sich über den Besuch.

Die Energiekrise treibt nicht nur die Preise von Lebensmitteln, Benzin und Strom in die Höhe. Auch das Skifahren wird teurer. Skilift-Betreiber aus der Region verraten, wie viel mehr die Pässe heuer kosten.

Aschau im Chiemgau/Sudelfeld/Oberaudorf/Hochkössen - Noch liegt kein Schnee, meist nieselt oder regnet es. Roswitha Baumgartner wünscht sich, dass sich das gegen Ende des Jahres ändert: „Wir hoffen auf Weihnachten.“ Gemeinsam mit ihrem Mann Konrad betreibt sie den Schweiberer-Skilift.

Immense Stromkosten für Skilift-Betreiber

Auf die Betreiber kommen immense Stromkosten zu. Das hat auch Folgen für die Preise. „Wir müssen ein bisschen raufgehen“, sagt Roswitha Baumgartner. Wie viel, das stehe noch nicht fest. Sie seien im Verbund und müssten noch besprechen, wie hoch die Preissteigerung ausfallen wird. Baumgartner geht jedoch von zehn bis 15 Prozent aus. Bisher hat eine Einzelkarte einen Euro für Kinder, eine Tageskarte 11 Euro und eine Saisonkarte 55 Euro gekostet. Erwachsene mussten auch einen Euro für eine Einzelfahrt zahlen, zwölf Euro für eine Tageskarte und 65 Euro für eine Saisonkarte zahlen. Heuer werden es wohl einige Euro mehr sein.

Hat auch kleine Kunden: Konrad Baumgartner in seinem Lifthäuschen am Schweiberer-Skilift im Bergsteigerdorf Sachrang. Den Lift betreibt er mit seiner Frau Roswitha Baumgartner.

Vergangenes Jahr hätten die Betreiber die Preise nicht erhöht. „Einige Karten waren zu günstig“, betont Baumgartner. Die diesjährige Erhöhung liegt ihrer Meinung nach im Rahmen. Außerdem müssten sie die hohen Stromkosten auffangen. Nachtskifahren habe das Ehepaar in den vergangenen Jahren ohnehin nicht angeboten, das sei also keine zusätzliche Belastung.

Drei Mal so viele Kosten

Auch am Sudelfeld gibt es keine Flutlichtstrahler für die Nacht. Dennoch treffen die hohen Energiekosten Bergbahn-Betreiber Egid Stadler. „Wir können das nicht einmal wirklich auffangen mit den Preisen“, sagt er. Momentan habe er noch einen alten Stromvertrag, da sei die Beschneiung der Piste kein Problem. Im kommenden Jahr, ab 1. Januar, müsse er jedoch drei Mal so viel wie jetzt bezahlen. Deshalb hat auch er die Preise angehoben. Eine Tageskarte hat vergangenes Jahr 42 Euro gekostet, ein Parkticket 5 Euro. Heuer bezahlen Besucher 48 Euro inklusive Parken.

„Trotz deutlich höherer Kosten haben wir die Ticketpreise in den meisten Tarifgruppen nur leicht angehoben“, sagt Hannes Rechenauer von den Hocheck Bergbahnen. Insbesondere bei den Familien- und Kinderkarten habe das Team auf sehr günstige Preise geachtet Die Kindertageskarten kosten 16,50 Euro statt 15 Euro, die Bergfahrt mit der Sesselbahn kostet in diesem Winter für Kinder 6,90 Euro statt 6 Euro. Für eine Halbtageskarte ab 12 Uhr zahlen Erwachsene 24,50 Euro statt 22,50 Euro.

Flutlichtbetrieb gibt es an jedem Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag. Laut Rechenauer ist die Flutlichtanlage rund 120 Stunden im Jahr in Betrieb. Die Betriebszeiten seien heuer verkürzt, die Bahn startet jeden Tag um 9.15 Uhr und ist bis 16.15 Uhr geöffnet. Zudem habe das Unternehmen die Trassenbeleuchtung auf LED-Scheinwerfer umgestellt und verwende Öko-Strom.

Auch die Bergbahn Hochkössen hinter der deutschen Grenze erhöht die Preise diese Saison. „Die Energiekosten schlagen empfindlich zu Buche“, sagt Simona Höllermann vom Marketing. Das betreffe sowohl die Lifts, als auch die Beschneiung der Pisten. Der Tagespass habe vergangenes Jahr 41 Euro gekostet, heuer müssen Besucher 45 Euro zahlen. Auch die übrigen Pässe werden laut Höllermann zwischen fünf bis zehn Prozent mehr kosten.

Lifte wichtig für Anfänger

„Die Skilifte sind immens wichtig für die Region“, sagt Herbert Reiter von der Tourist Info Aschau. Während der Corona-Pandemie habe sich das besonders gezeigt, was für eine „tolle Sache“ Beschäftigung an der frischen Luft ist. Die Lifte seien nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern auch wichtig für Kinder, die an den Hängen Skifahren lernen.

Beleuchtung der Langlaufloipen optimieren

In Aschau sind die Planungen für die Wintersaison bereits in vollem Gange. Laut Reiter hätten bereits Gespräche mit dem Wintersportverein stattgefunden. Das Angebot der Langlaufloipen wird sich dieses Jahr ändern. „Wir wollen die Beleuchtungszeiten optimieren und energieeffizient gestalten“, sagt Reiter. Es gebe verschiedene Vorschläge, die in der Gemeinderatssitzung im Dezember vorgestellt werden. Die Mitglieder werden dann darüber abstimmen.

Ein Vorschlag ist, die Loipen nur an den Tagen mit den meisten Besuchern zu beleuchten. Unter der Woche seien das erfahrungsgemäß Dienstag bis Freitag. Am Wochenende werden die Lampen an Strecken womöglich gar nicht eingeschaltet. Denn Samstag und Sonntag hätten die Bürger Zeit, die Langlaufloipen tagsüber zu nutzen. Die Verwaltung müsse darauf achten, die Kosten in Maßen zu halten. „Das kostet nix, es ist ein Service-Angebot von der Gemeinde“, betont Reiter. „Die perfekte Langlaufpräparation in Sachrang ist weit über die Region bekannt.“

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