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Es rollten Räder der Freundschaft

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Nußdorf - Los ging es am 12. August im Südwesten von Frankreich bei herrlichstem Sonnenschein. Das Ziel erreichte die Gruppe dann im Regen.

Fast 1500 Kilometer, zwölf Tage mit Sonnenschein und Regen – diese erste Bilanz zogen am Wochenende sechs Jugendliche und drei Erwachsene, die eine nicht ganz gewöhnliche Radtour unternommen hatten. Sie fuhren vom französischen Camblanes et Meynac in die Partnerstadt Nußdorf, wo sie begeistert empfangen wurden. schaft mit zwei Bussen und einem Lkw leistete moralische Unterstützung.

„Die elf Etappen hatten es manchmal in sich“, erinnert sich der Organisator der Tour, Patrick Hierand, „in der Königsetappe mussten wir rund 2500 Höhenmeter auf einer Distanz von 250 Kilometern überwinden, insgesamt wurden zwei geplatzte Reifen geflickt, ein Rad wurde repariert und ein verlorengegangenes Pedal ersetzt.“ Zwei Stürze mit leichten Hautabschürfungen gab es auch. Das hat aber keinen zur Aufgabe gezwungen“, erzählt Eric Wurtz, der als Begleiter der Jugendlichen mitfuhr. Unter den französischen Begleitern war auch Cathi Chevalier, die ihren Sohn und ihren Mann begleitete. Allerdings legte sie nicht die gesamte Strecke zurück, sondern beließ es bei ausgesuchten Abschnitten von 800 Kilometern. Ihr Spezialgebiet sind steile Bergstrecken, bei denen sie sogar das Feld anführte.

Obwohl Radfahren französischer Nationalsport ist und zur Lebenskultur gehört, wurde extra trainiert. Sechs Monate lang stand einmal in der Woche intensives Training auf dem Programm, dabei legten die Teilnehmer über 3000 Übungskilometer zurück. Auch die französischen Organisatoren haben sich seit Jahresbeginn wöchentlich getroffen, um die Tour zu planen. Es mussten Unterkünfte für die Übernachtungen gebucht, Begleitfahrzeuge gemietet, für die Verpflegung und vieles mehr gesorgt werden. Die Kosten von rund 18.000 Euro wurden größtenteils durch eine Tombola des Partnerschaftskomitees sowie von Geschäftsleuten aus dem heimischen Camblanes et Meynac aufgebracht.

Außerdem leisteten die südfranzösische Regionalregierung, das deutschfranzösische Jugendwerk, sowie einige Nußdorfer Bürger einen finanziellen Beitrag. An der französisch-deutschen Grenze bei Mühlhausen nahmen Nußdorfer Jugendliche die Südfranzosen in Empfang. Es war ein großes Wiedersehen, da man sich bereits seit vielen Jahren kennt und lange auf diesen Tag hingearbeitet hatte. Auf Nußdorfer Seite waren Barbara und Burgard Schiedermair für die Jugendbegegnung verantwortlich. Beide setzen sich seit vielen Jahren für das französisch-deutsche Treffen ein. Zwischen Kempten und Marktoberndorf geschah dann, was trotz aller guter Vorbereitung einmal vorkommen kann. Die französisch- deutsche Radgruppe hatte sich verfahren. Nachdem man einen Einheimischen um Rat gefragt hatte, lud dieser die Mannschaft erst einmal zum Getränk ein, um bei der willkommenen Abkühlung den Weg zu erklären.

Die letzte Etappe von Weilheim nach Nußdorf begleiteten dann auch die beiden Bürgermeister, Guy Trupin und Sepp Oberauer. „Mir ging zweimal die Luft aus“, erzählte Oberauer am Abend, „einmal meinem Rad und dann mir selber.“ Obgleich ihn der Muskelkater ein wenig plagte, ist ihm aber der Humor nicht ausgegangen. Trotz Regen wurde die internationale Radlermannschaft von mehr als 80 Nußdorfern bei ihrer Einfahrt begrüßt. Unter ihnen war auch der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Dr. Hans Hausner, und seine französische Kollegin Marie Line Micheau Heraud. „Räder der Freundschaft verbinden unsere Länder. Damit werden die politischen Ideen einer Völkerverständigung, die wir in Europa haben, in die Realität umgesetzt“, erklärte die ehemalige Abgeordnete der französischen Nationalversammlung, Mine Odette Trupin. „Unsere Partnerschaft mit Camblanes et Meynac ist aktiv angelegt“, ergänzte Sepp Oberauer.

Mit „Räder der Freundschaft“ ist das in diesem Jahr bereits die dritte gemeinsame Veranstaltung in Nußdorf. „Die Partnerschaft ist stabiler als je zuvor“, freute sich Dr. Hans Hauser und blickte dabei auch auf die ersten Kontakte seit 1975 zurück. Die Jugendlichen seien mit der Partnerschaft groß geworden und vieles, wofür ihre Eltern noch ringen mussten, sei für sie heute selbstverständlich.

stv

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