Platzprobleme: Lösungen gesucht

+
Radlparkplatz statt Pausenhof: Wo sich die Schüler zwischen den Stunden eigentlich bewegen sollten, ist es eng, denn gerade im Sommer fahren oft mehr als 200 Schüler mit dem Rad zur Schule. Die Gemeinde will helfen und nach anderen Plätzen für Fahrradständer suchen.

Bruckmühl - Für 18 Klassen war die Bruckmühler Realschule geplant, im kommenden Schuljahr werden es 25 sein. Der Platz wird knapp, wie in vielen bayerischen Schulen.

Fachräume sind der Raumnot bereits zum Opfer gefallen, Container und Wanderklassen unverzichtbar geworden. Ein Lösung für die Enge wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Doch vielleicht für "kleinere" Probleme.


In Bruckmühl fehlen nämlich ein Sportgelände und ein ausreichend großer Pausenhof. Unterstützung in diesen Angelegenheiten haben Vertreter der Gemeinde und des Landkreises dem Elternbeirat in Aussicht gestellt, der zu einem Treffen eingeladen hatte.

Elternbeiratsvorsitzende Sabine Wengen-Gebhard ließ die Entwicklung der Schule Revue passieren. Als dreizügig hatte das Kultusministerium die Einrichtung bei ihrer Eröffnung vor fünf Jahren eingestuft, erinnerte sie. 2007 wurde der Neubau eingeweiht, im gleichen Schuljahr stellte sich heraus, dass durchgehend mit vier Klassen pro Jahrgangsstufe zu rechnen sei. Fachräume fielen weg, die Schulleitung musste eine Wanderklasse einrichten, die zu jeder Schulstunde in ein anderes Zimmer umzieht, seit 2009 stehen hinter dem Neubau vier Container, zum neuen Schuljahr kommen weitere zwei dazu.


Probleme, mit denen Bruckmühl nicht allein dasteht, machte Gerhard Haußmann vom Landratsamt Rosenheim klar. "Wir sind von der Beliebtheit der Schule in gewisser Weise überrollt worden." Der Landkreis sei Träger für 22 Schulen. Unter den fünf Realschulen stehe Bruckmühl nicht am schlechtesten da, sondern sei im "Mittelfeld" einzustufen, sagte Haußmann. Eine Erweiterung in naher Zukunft ist also kaum zu erwarten. Wie sieht es aber mit Lösungen in Sachen Sportunterricht und Pausenhof aus, und wie kann die Gemeinde helfen, wollte Gebhard wissen.

Der Sportunterricht ist eines der "Stiefkinder" an der Realschule. Die Klassen sind in der Turnhalle der Grundschule zu Gast. Die zur Verfügung stehenden Hallenstunden reichen aber nicht, um den Lehrplan zu erfüllen. Zudem fehlt ein Außengelände. Hier wenigstens gab Markus Zehetmaier von der Gemeinde positive Signale. Die Gemeinde habe die Aussicht, einen 25 Meter breiten Grundstücksstreifen östlich des Rathauses zu erwerben.

Zeige der Landkreis Interesse, könnte auf einem Teil der Fläche zumindest eine kleine Sportanlage mit Laufbahn und Sandgruben gebaut werden. Auch beim Pausenhof will die Kommune helfen. Schon öfter gab es Gespräche, ob die Straße "Rathausplatz" zumindest zeitweise gesperrt werden könnte, damit die Schule die angrenzende Grünfläche nutzen kann.

Bürgermeister Franz Heinritzi schloss das nicht grundsätzlich aus. "Die Straße kann entbehrlich gemacht werden", sagte er. Doch brauche es dafür eine Gesamtlösung, in der auch Haftungsfragen geklärt seien. Kurzfristige Hilfe stellte Zweiter Bürgermeister Richard Richter in Aussicht. Ein nicht unwesentlicher Teil des Pausenhofs sei gerade im Sommer mit Fahrrädern zugestellt. Dankbar nahmen die Elternbeiräte und Schulrektor Helmuth Hoch das Angebot Richters an, in der Gemeindeverwaltung prüfen zu lassen, ob es im Umfeld der Schule Plätze für Fahrradständer gibt.

Die Gemeinderäte zeigten sich teilweise überrascht von den Sorgen an der Schule. "Dass Enge herrscht, wussten wir, aber die Problematik in diesem Ausmaß war mir nicht bekannt", sagte Bartholomäus Krapichler (CSU/PW).

Auch Georg Ettenhuber (ÜWG) erklärte, dass bei der Diskussion um das Aufstellen der Container diese eigentlich als Übergangslösung betrachtet wurden. Für große Lösungen sei die Gemeinde dennoch der falsche Ansprechpartner, machte Kämmerer Heinz Mader klar. Sie könne nur mit Grundstücken helfen.

Engelbert Wolf, Fraktionssprecher CSU/PW: "Wir können erst dann tätig werden, wenn vom Landkreis eine Anfrage da ist, was benötigt wird."

cm/Mangfall-Bote

Kommentare