Bürgermeister über die Standortfrage

Das Raublinger Starkbierfest steht auf der Kippe

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So sah es zur Eröffnung des diesjährigen Starkbierfestes im Raublinger Festzelt aus.
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Raubling - Geht das Starkbierfest in eine 36. Saison? Noch bis Sonntag steht das Festzelt, doch 2016 bräuchte man einen neuen Standort. Der Bürgermeister ist keineswegs euphorisch.

Auf Anfrage unserer Redaktion gab die Brauerei Flötzinger ein klares Bekenntnis für die Weiterführung des Raublinger Starkbierfestes über 2015 hinaus ab. Weitaus verhaltener reagierte jedoch Bürgermeister Olaf Kalsperger.

"Wir versuchen das Raublinger Starkbierfest aufrecht zu erhalten und sind in guten Gesprächen", erklärte Flötzinger-Prokurist Wolfgang Dichtl gegenüber rosenheim24.de.

Wie bereits von uns berichtet, muss in der Gemeinde ein neuer Standort gesucht werden, nachdem das Wirtshaus "Zum Gruber" abgerissen wurde und dort nun zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Aus Brandschutzgründen kann ab 2016 kein Festzelt mehr an dieser Stelle aufgestellt werden, so jedenfalls die Ansicht der Brauerei.

Bürgermeister: Brauerei hat traditionsreichen Standort aufgegeben 

Ganz anders sieht das nämlich Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger auf Anfrage von rosenheim24.de: Die Brauerei habe schließlich das Grundstück selbst verkauft, weshalb seine Gemeinde wieder einen Wirt verloren habe. Der Standort in der Gemeindemitte habe Tradition gehabt. "Man hätte dafür Sorge tragen können, dass das Festzelt dort weiter steht, wenn man ein paar Tische rausnimmt, ein paar Fluchtwege mehr einfügt, aber da gab es wohl andere Interessen", so Kalsperger.  

Dem widerspricht Wolfang Dichtl: "Klar kann man immer weniger Garnituren aufstellen und immer mehr Fluchtwege bereitstellen, aber dann stellt sich halt die Frage der Sinnhaftigkeit. Es muss einen vernünftigen wirtschaftlichen Rahmen geben. Das ist keine gemeinnützige Veranstaltung, sondern ein Wirtschaftsbetrieb, es müssen Mitarbeiter bezahlt und Kosten gestemmt werden."

Drei Grundstücke ins Auge gefasst

Auch bei der Suche nach einem neuen Standort gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen. Dichtl setzt auf eine Entscheidung innerhalb des nächsten halben Jahres. Zeitdruck habe man momentan keinen, weil dieses Fest "nicht den riesen Vorlauf benötigt, wie etwa das Herbstfest in Rosenheim".

Dagegen erwartet Bürgermeister Kalsperger bald einen offiziellen Antrag, denn bislang habe Festwirt Manfred Kirner nur inoffiziell zu drei Grundstücken bei ihm angefragt. Von diesen drei Grundstücken, die Festwirt Kirner ins Auge gefasst habe, sei jedoch nur eine Fläche aus Sicht des Bürgermeisters überhaupt möglich, alleine schon aus Parkplatzgründen. Diese befinde sich am Gemeinderand. Erst mit einem Antrag könne sich der Gemeinderat aber damit befassen. Es werde somit ein schwieriges Entscheidungsverfahren, prognostiziert er.

Bürgermeister: Starkbierfest mit "viel Ärger verbunden"

Auch ließ Kalsperger durchblicken, dass er grundsätzlich einer Fortsetzung der Starkbierfeste durchaus gespalten gegenübersteht. Die Feste seien "natürlich mit viel Ärger verbunden. Manche Besucher sind am Abend nicht immer Herr der Lage und verhalten sich nicht, wie man es gerne hätte. Insbesondere im Bahnhofsbereich schaut es am Morgen oft furchtbar aus". Das Starkbierfest habe positive und negative Seiten, analysierte das Gemeindeoberhaupt trocken.

Somit scheint die Zukunft des Raublinger Starkbierfestes durchaus offen. Bis Sonntag jedenfalls steht das Festzelt noch - vielleicht zum letzten Mal!  

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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