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Tempo- und Parksünder

Radar-Bilanz der Marktgemeinde Prien als Spiegel der Lockdowns

Geschwindigkeitsüberwachung: Ein Blitzer in Düsseldorf ist mit der Aufschrift „Cheese!“, besprüht. Es wird um ein Lächeln gebeten.
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Blitzer mit der Aufschrift „Cheese!“

Die Zahl der Parksünder und Schnellfahrer ist in Prien deutlich gesunken. So lassen sich die Zahlen der Verkehrsüberwacher interpretieren, die für die Gemeinde den Verkehr im Auge haben. Die Entwicklung ist aber nicht auf eine verbesserte Disziplin der Autofahrer zurückzuführen.

Prien – Im Jahr 2019 sind in der Marktgemeinde über 5100 Parksünder verwarnt worden. 2021 waren es „nur“ knapp 3900. Geblitzt wurden im vergangenen Jahr knapp 2300 Autofahrer. Zwei Jahre zuvor waren es noch über 3700. In den Zahlen spiegeln sich die Einschränkungen der Corona-Pandemie wider.

Martin Plenk, Leiter des Priener Ordnungsamtes, legte in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Werkausschusses Zahlen der Verkehrsüberwachung vor. Die Grafiken, die er im großen Sitzungssaal präsentierte, zeigten deutlich: Die Phasen mit geschlossenen oder nur eingeschränkt zugänglichen Geschäften haben auch dazu geführt, dass weniger Kunden nach Prien kamen und im Ort parkten.

Messstellen werden jährlich festgelegt

Der Markt Prien hat, wie viele andere Kommunen, die Verkehrsüberwachung seit vielen Jahre an den Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum (KDZ). Einmal im Jahr legt die Verwaltung zusammen mit der örtlichen Polizeiinspektion (PI) und dem KDZ die Radarmessstellen fest. „Die Bürger hätten gern mehr wechselnde Kontrollstellen“, weiß Plenk. Aber in Wohnstraßen sei oft zu wenig Platz und in Kurven könne technisch nicht geblitzt werden, nannte er die beiden wichtigsten Hinderungsgründe. Für den KDZ sei es sehr aufwendig, die Kontrollstellen so einzumessen, dass die Daten im Zweifelsfall „gerichtsverwertbar“ sind.

Aktuell gebe es 15 Radarkontrollpunkte im Ort. Die Beanstandungsquoten sind an den meisten dieser Stellen Plenk zufolge sehr gering. Einer der Bereiche, an denen noch am meisten Autofahrer dazu neigen, schneller zu fahren als die erlaubten 50 km/h war in jüngerer Vergangenheit die Rimstinger Straße ortseinwärts vor dem Bruckner Kreisel. 2021 blitzte der KDZ dort bei zehn Einsätzen 214 Fahrzeuge. Das entsprach laut Plenk einer Quote von 1,56 Prozent bei 14 400 Fahrzeugen, die in den Kontrollzeiten die Messstelle passierten.

Die rechnerisch höchste Quote hatte im vergangenen Jahr mit 8,3 Prozent die Harrasser Straße. Bei genauer Betrachtung relativieren sich die Zahlen allerdings. Kontrollschwerpunkt ist der Straßenabschnitt an der Romed-Klinik, dort gilt Tempo 30. Unter den 4000 Fahrzeugen, die im vergangenen Jahr dort vorbeikamen, als der KDZ blitzte, waren laut Plenk nur sechs, die mit über 50 km/h unterwegs waren. Die allermeisten „Temposünder“ seien zwischen 30 und 40 km/h gefahren.

Die blauen Balken zeigen die Einnahmen und Ausgaben der Verkehrsüberwachung aus 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen. Die niedrigeren orangen und grauen Balken lassen den Schluss zu, dass 2020 und 2021 weniger Kunden nach Prien kamen und dort parkten, weil Geschäfte immer wieder zwangsweise geschlossen waren.

Aus der Liste der Messstellen gestrichen hat der Markt Prien heuer die Beilhackstraße. Sie war nach Beschwerden von Anwohnern zum Kontrollpunkt geworden. Die Messungen und die Auswertung der Daten von einem der kommunalen Tempomessgeräte, die Autofahrern ihre Geschwindigkeit vor Augen führen, hatten belegt, dass die subjektiven Eindrücke von Anwohnern nicht den tatsächlichen Geschwindigkeiten entsprachen. Plenk zufolge waren bei den letzten beiden Radarkontrollen insgesamt ganze vier Fahrzeuge zu schnell.

Aus seiner Gesamtübersicht in der Sitzung, die das Gremium ohne nennenswerte Nachfragen zur Kenntnis nahm, waren die Corona-Lockdowns und -Einschränkungen beziehungsweise deren Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten gut abzulesen. So sank die Zahl der Strafzettel, die KDZ-Kontrolleure auf gebührenpflichtigen kommunalen Stellplätzen verteilten, von 2019, dem Jahr vor der Pandemie, auf 2021 etwa um ein Fünftel, obwohl die Kontrolleure etwa 100 Stunden mehr unterwegs waren.

Weniger Bußgelder als Kosten

Nahm der Markt Prien aus den gut 1200 Parküberwachungsstunden des Zweckverbands vor dem Corona-Ausbruch 2019 noch mehr ein als er für die Kontrollen zahlen musste (Einnahmen gut 75 000 Euro, Ausgaben circa 66 000 Euro), zahlte die Kommune im vergangenen Jahr drauf. Einnahmen aus Bußgeldern von knapp 59 000 Euro standen Ausgaben von gut 63 000 Euro gegenüber.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Radarkontrollen. 2019 überwies der Zweckverband über 70 000 Euro aus Verwarnungsgeldern an den Markt Prien, 2021 waren es weniger als 40 000 Euro. Im gleichen Zwei-Jahres-Zeitraum sanken die Ausgaben von rund 50 000 auf knapp 42 000 Euro. Unterm Strich blieb für den Markt Prien im Corona-Jahr 2021 also auch bei den Radarkontrollen im Gemeindegebiet ein Defizit von knapp 2000 Euro.

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