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Marktgemeinderat Prien beschließt Vereinbarung – Steigender Bedarf

Prien und Frasdorf verwirklichen gemeinsamen Kindergarten

Katrin Spraggon und ihr Mann haben sich mehrere Kinder gewünscht und bekommen.
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Katrin Spraggon und ihr Mann haben sich mehrere Kinder gewünscht und bekommen.

Die Marktgemeinde Prien freut sich über kinderreiche Jahrgänge. Der Trend geht offenbar wieder zu größeren Familien. So wie bei Katrin Spraggon und ihrem Mann. Sie haben sich mehrere Kinder gewünscht und bekommen.

Prien – Einstimmig sprach sich der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend im König Ludwig Saal in Prien für den Entwurf der Zweckvereinbarung mit der Gemeinde Frasdorf aus, der den gemeinsam geplanten Kindergarten in Wildenwart regelt. Damit sei ein weiterer Stein aus dem Weg geräumt, resümierte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Aufgrund der gestiegenen Geburtenzahlen benötigt die Marktgemeinde mehr Kinderbetreuungsplätze.

Von fünf auf sechs Gruppen aufgestockt

Trotz aller „Widrigkeiten von der Förderstelle“ wolle man an dem interkommunalen Projekt festhalten, erklärte Bürgermeister Friedrich. Die Gemeinde Frasdorf habe den Beschluss für die Zweckvereinbarung bereits gefasst. Anstatt der bisher fünf geplanten Gruppen sollten in Wildenwart laut Entscheidung des Marktgemeinderats Prien von Ende Januar nun sechs Gruppen entstehen.

Die Gemeinde Frasdorf betreibt 2,5 und die Marktgemeinde Prien 3,5 Gruppen, erläuterte er weiter. Der Markt Prien gewährt der Gemeinde Frasdorf einen Verwaltungskostenzuschuss in Höhe von maximal 250 000 Euro für die Abwicklung des Bauvorhabens. Ursprünglich hätte Prien dies vorgehabt, sagte Bürgermeister Friedrich im Nachgang gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Die Regierung von Oberbayern, dort wo die Förderstelle angesiedelt ist, sei damit aber nicht einverstanden gewesen. Da der Kindergarten auf Frasdorfer Gemeindegebiet gebaut werde, müsse sich auch deren Verwaltung um die Ausschreibung der Bauleistungen und die Überwachung des Baus kümmern.

Friedrich bedauert dies, hätte doch das größere Priener Bauamt dies leichter stemmen können. Zweiter „Stein“ auf dem Weg zum gemeinsamen Kindergarten sei gewesen, dass die beiden Gemeinden gerne einen Generalunternehmer beauftragt hätten. Doch auch dies scheiterte an den Vorgaben der Regierung, die eine Vergabe der Gewerke möglichst kleinteilig verlangt.

Für Bürgermeister Andreas Friedrich ist dies umso weniger verständlich, da dies im Oberpfalzer Regierungsbezirk anders gehandhabt wird. Dort sei das ein gängiges Modell. „In Oberbayern agiert man nach dem Motto: Was wir nicht kennen, brauchen wir nicht“, kritisiert er.

Neben der Franziska-Hager-Schule beginnen demnächst die Bauarbeiten für den Hort.

Die zusätzlichen Kinderbetreuungsplätze werden in Prien dringend benötigt. „Das liegt erfreulicherweise daran, dass es wieder mehr Kinder gibt“, sagt dazu Friedrich und ergänzt: „Gefühlt erlebe ich auch in meinem Bekanntenkreis, dass Paare wieder früher und mehr Kinder bekommen. Der Trend geht wieder zum zweiten und dritten Kind, dementsprechend ist die Gemeinde in der Pflicht für die Kinderbetreuung zu sorgen.“

Gesetzlicher Anspruch auf Kinderbetreuung

Gesetzlich hat jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz, so Friedrich. Hinzu komme neuerdings das Recht auf eine Betreuung für Grundschulkinder. Dafür baut die Marktgemeinde nahe der Franziska-Hager-Grundschule jetzt einen Hort, der Hartplatz ist seit Kurzem beseitigt, Ende März sollen laut Bürgermeister die Bauarbeiten losgehen.

Der Auftrag für den Rohbau sei bereits vergeben, bislang liege man sogar ein wenig unter der Kostenschätzung. Wie sich das allerdings angesichts der allgemein steigenden Preise auf die weiteren Gewerke wie Zimmerer- und Elektroarbeiten oder bei Fenstern und Türen auswirkt, vermag er nicht vorherzusagen.

Mitte des nächsten Jahres soll der Kinderhort mit seinen 120 Plätzen auf jeden Fall in Betrieb gehen, der Zeitplan ist straff. Dies gilt auch für den gemeinsamen Kindergarten in Wildenwart. „Ich hoffe, dass wir jetzt alle Steine aus dem Weg geräumt haben und es zügig losgehen kann – daran hat die Gemeinde Frasdorf genauso Interesse wie wir“, so Friedrich in der Gemeinderatssitzung. Das Gremium nahm den Beschluss diskussionslos an.

2,2 Millionen Euro Kosten für Prien

Von den rund 5,8 Millionen Euro Baukosten verbleibt der Marktgemeinde Prien abzüglich der 50-prozentigen Förderung und plus Verwaltungskostenzuschuss ein Anteil von rund 2,2 Millionen Euro. Dies wird auf die beiden Haushaltsjahre 2022 und 2023 aufgeteilt.

Familie Spraggon liebt das Familienglück – das vierte Kind ist auf der Welt:

Die Geburtenzahlen steigen in Prien seit Jahren. Immer öfter entscheiden sich Familien wieder für mehr Kinder. Eine, die vor acht Monaten ihr viertes Kind zur Welt gebracht hat, ist die Prutdorferin Katrin Spraggon. Sie ist selbst mit drei Geschwistern aufgewachsen, wie sie den OVB-Heimatzeitungen erzählt: „Bei uns war immer etwas los.“ Sie habe deshalb gewusst, dass sie ebenfalls eine große Familie haben wolle und sich einen Mann ausgesucht, der diesen Wunsch mit ihr teilte. Die 43-Jährige liebt ihre große Familie, verhehlt aber nicht, dass es eine „totale Lebensentscheidung“ gewesen sei. Die Familie brauche Management wie eine Firma. Mit Kindern trage man eine hohe Verantwortung, gerade heutzutage, wo die Welt so sehr in Bewegung sei. „Da sind wir als Eltern gefordert, damit unsere Kinder gesunde und stabile Persönlichkeiten werden. Das ist eine der größten Herausforderungen.“ Kinder bedeuteten für die Eltern natürlich auch Verzicht. Die gelernte Bankkauffrau, die für ihre Kinder momentan eine Berufspause einlegt, und ihr argentinischer Mann, ein Ingenieur, wissen um die Herausforderungen – auch für ihre eigene Beziehung. Dem gegenüber steht das gemeinsame Familienglück, das vor kurzem um ein viertes Kind gewachsen ist. „Ein absolutes Wunschkind“, sagt dazu Katrin Spraggon. Sie selbst gönnt sich ein wenig persönlichen Ausgleich, indem sie sich ehrenamtlich in der Familien- und Jugendarbeit der katholischen Kirche engagiert, wo sie ebenfalls „tolle Leute“ um sich hat.

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