Pleiten, Pech und Pannen: Ein Landrat auf Reisen

Rosenheim/Berlin - Wenn einer einer Reise tut, hat er was zu erzählen. Das hat auch  Landrat Josef Neiderhell, der auf seinem Ausflug zur Grünen Woche in Berlin so einiges durchstehen musste.

Lesen Sie hier der Bericht der Rosenheimer Delegation:

"Es fing alles ganz harmlos an. Eine kleine Delegation aus dem Landkreis Rosenheim besucht die Grüne Woche in Berlin. Man will ja schließlich wissen, mit welchen kulturellen und touristischen Darbietungen sich die Region in der Bundeshauptstadt präsentiert.

Also reisen der Landrat, eine Mitarbeiterin sowie der Vorsitzende der regionalen Vermarktungsorganisation nach Berlin. Im Münchener Flughafen eingecheckt kommt man auch relativ schnell durch die Sicherheitsabfertigungen, doch dann bittet man die Rosenheimer, sie sollen doch wieder zurückgehen in den Wartebereich. Der Landrat war schon vorne und wurde unsanft gezerrt und zurückgeschoben. Da standen sie, leicht verwirrt und ahnten noch nicht, was das Schicksaal von nun an mit ihnen plante.

Es war Mittwoch, 20. Januar, der Pleiten-Pech-und Pannentag am Münchener Flughafen und die Rosenheimer Delegation war mitten drin. 15 Uhr keine Information, 16 Uhr – sie stehen immer noch – keine Information, von außen dringen Gerüchte von Terroranschlägen und Bombenlegern durch. Hundestaffeln ziehen an den Rosenheimern vorbei.

Der Landrat versucht Informationen zu erhalten – kriegt aber keine. An der Abflugtafel war zu lesen: Der Flug sei „verspätet“ – ja war klar, sonst keine Information. Die Füße schmerzen, die Halle füllt sich mit tausenden Passagieren, die Kehle wird trocken, die Nerven liegen blank.

Um 17.30 Uhr die erste offizielle Meldung: Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Sicherheitskontrolle bleiben die Durchgänge bis 18.15 Uhr gesperrt. „Gehen Sie doch einfach was Essen“, heißt es. Die Rosenheimer Delegation war ganz vorne in der Warteschlange, schließlich waren sie die ersten die wieder zurückgeschickt wurden. Sollte sie diese Poolposition wirklich aufgeben, um einen schnöden Schluck Wasser zu bekommen? Die Gerüchte mehren sich, die Luft unerträglich, man wartet stehend und weiß gar nicht auf was….

Um 19.15 darf die Delegation, die auf Landratsbeschluss - Gott sei Dank - die Poolposition nie verließ und somit wenigstens überhaupt zum Flugzeug kam, durch die Sicherheitsabfertigung. 20.22 Uhr ein halbleeres Flugzeug verlässt München, die Rosenheimer an Bord.

Das Essen mit der Bundestagsabgeordneten wurde abgesagt, aber es gab im Flieger immerhin 150 Milliliter Wasser und am Flughafen in Berlin als Trost ein Stück Schokolade. Die Crew erzählte, dass auch sie seit Nachmittag im Flugzeug wartete und nicht wusste, was los sei. An dieser Stelle sei zu betonen, dass wir hier von der deutschen Fluggesellschaft sprechen…

Der Pilot legte Kohlen zu und die Rosenheimer landeten sicher in Berlin. Dort wartete in Form von nichtwartenden Koffern die nächste Überraschung. Nach viel Bürokratie gelangte man ohne Gepäck ins Hotel, es war so 22.30 Uhr.

Als Trost wurde man von der Fluggesellschaft mit einem Notfallpaket 30 mal 40 Zentimeter ausgestattet. Ein T-Shirt, das nicht allen passte, Zahnbürste und Zahncreme, ach ja und Wattebällchen für die Frauen waren drin, immerhin, Wattebällchen können nach so einem Tag wahrscheinlich sehr hilfreich sein. Mit einer Brotzeit aus verschimmeltem Brot suchten die Rosenheimer ihre Nachtruhe.

Von unsanftem Baustellenlärm im Hotel geweckt schlüpfte man zwecks Repräsentation der Bayerischen Heimat in die sportliche Freizeitkleidung von gestern und hoffte, die Koffer würden gleich kommen….

Den Tag meisterte man auch in muffiger Jeans ganz gut und zeigte sich zweckoptimistisch: bis zum offiziellen Abendempfang mit der Ministerin sind die Koffer bestimmt da. Dies war aber nur für einen Teil der Delegation der Fall. So zieht man also gemeinsam in einer freien Minute los und versucht möglichst billig und schnell wenigstens frische Unterwäsche einzukaufen. Wie gut, dass man sich gemeinsam beim Durchwühlen der Sonderangebote hilfreich zur Seite stand.

Der Abendtermin wurde also von einem Teil der Delegation immer noch in der muffigen Jeans wahrgenommen, aber dann war auch dieser Tag vorbei und der letzte Koffer traf ein. Am Freitag war dann ein wirklich schöner Tag mit viel Interviews und Bühnenauftritten und alle Mitwirkenden sahen an den Trachtenanzügen und Dirndln sofort, dass nun endlich auch die Rosenheimer ihre Koffer hatten.

Am Samstag wollte die Delegation dann wieder zurück, dass der Flug für Sonntag eingebucht war erschütterte nach diesen Tagen dann wirklich niemanden mehr, aber das ist eine andere Geschichte…..

 Was die Delegation aus der Reise lernen konnte: Nichts ist so schlimm, wenn die Menschen um einen rum passen und mit ausreichend Wattebällchen übersteht man einfach alles…."

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © fkn

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