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Preissteigerungen für Käufer und Mieter

Immobilienmarkt in der Region Rosenheim: Neue Studie zeigt, wo das Wohnen teurer geworden ist

Die Preisschwankungen von Stahl und anderen Materialien bremsen Investoren bei Neubauten.
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Die Preisschwankungen von Stahl und anderen Materialien bremsen Investoren bei Neubauten.

Die Wohnungsnot betrifft inzwischen die ganze Region. Vor allem Käufer sind von großen Preissteigerungen betroffen. Aber es gibt auch noch günstige Ecken.

Rosenheim – Die Differenzen sind groß, aber der Trend ist der gleiche: Die Preise für Immobilien sind in der Region massiv angestiegen. Bis zu 30 Prozent müssen Käufer mehr zahlen als noch im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Analyse des Immobilienmaklers Homeday für das südöstliche Bayern hervor. Einzig in Bad Endorf sanken die durchschnittlich bezahlten Preise für Häuser um 4,5 Prozent. Dort liegt der Quadratmeterpreis mit 4400 Euro im soliden Mittelfeld. Damit zahlt man dann immer noch für ein durchschnittlich großes Einfamilienhaus 660.000 Euro.

Nicht einfach mehr Häuser bauen

Am teuersten kauft man Eigenheime in Marquartstein: 5980 Euro kostet der Quadratmeter. Da ist man schon gefährlich nah an einer Million. Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck ist nicht überrascht, dass die Preise um fast 40 Prozent angestiegen sind: „Bei uns waren die Preise in den vergangenen Jahren noch etwas moderater im Vergleich mit den Gemeinden direkt an der Bahnlinie oder der Autobahn“, erklärt er. Die Preise hätten sich einfach der Region angeglichen. Um der Preisspirale entgegen zu wirken, will die Gemeinde aber nun nicht einfach neues Bauland ausweisen, denn mit mehr Einfamilienhäusern lasse sich das Problem nicht lösen. So könne der Bedarf einfach nicht gedeckt werden. Stattdessen arbeitet die Gemeinde daran, dass auf den wenigen freien Grundstücken Mehrfamilienhäuser mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen entstehen.

Der Trend zeigt überall nur in eine Richtung: Nach oben.

Ein Projekt ist in der Planung bereits recht weit fortgeschritten. Die Idee hinter den verschiedenen Wohnungsgrößen ist Mehrgenerationenhäuser zu bauen. „Es soll ein Angebot auch für alleinstehende Ältere sein, die vielleicht mit ihrem großen Einfamilienhaus überfordert sind“, sagt Scheck. Schließlich erfordere Haus und Garten auch viel Arbeit.

Teurer Speckgürtel

Die Preise für Eigentumswohnungen sind natürlich auch in Marquartstein gestiegen, bewegen sich aber verhältnismäßig im niedrigen Bereich mit 3700 Euro pro Quadratmeter. Davon kann man in Tuntenhausen nur träumen. Um satte 32,30 Prozent sind die Kosten auf 5650 Euro gestiegen. Bürgermeister Georg Weigl hat dafür eine einfache Erklärung: „Bei uns ist das Angebot an Eigentumswohnungen natürlich relativ gering.“ In Tuntenhausen gibt es eben wenige Mehrfamilienhäuser und folglich wenige Eigentumswohnungen. Aber der Markt entwickele sich, sagt Weigl. „Wir liegen im Münchner Speckgürtel und die Stadtflucht ist da.“ Was Tuntenhausen attraktiv macht, ist die schnelle Bahnverbindung nach München. Gerade einmal 25 Minuten braucht der Zug vom Bahnhof im benachbarten Ostermünchen in die Landeshauptstadt.

Auch Weigl möchte nicht einfach neues Bauland ausweisen, sondern lieber Immobilien im Innenbereich entwickeln. „Es wird sich einiges bewegen“, verspricht er, allerdings soll Tuntenhausen deshalb nicht gleich zu einer Großstadt werden: „Wir wollen den Eigenbedarf stillen.“ Außerdem wendet er ein, dass es bei den Investoren große Zurückhaltung gebe: „Es gibt einfach keine Preissicherheit, ich verstehe jeden, der jetzt lieber wartet.“ Die Materialpreise auf dem Bau sind im vergangenen Jahr um bis zu 70 Prozent gestiegen. Und die Preisentwicklung scheint längst nicht abgeschlossen, was eine seriöse Kalkulation der Kosten schwierig macht.

Auch die Mieten in der Region Südost Bayern sind konsequent gestiegen, allerdings nicht so rasant wie die Kaufpreise. Am stärksten in Waging am See um 19 Prozent. Damit ist Waging von den 60 untersuchten Gemeinden allerdings die klare Ausnahme. Zweistellige Steigerungen gibt es sonst nur in Aschau (elf Prozent) und Inzell (zehn Prozent), knapp unter der 10 Prozent Grenze liegt Chieming mit 9,6 Prozent. Alle anderen Gemeinden liegen deutlich unter der Zehn-Prozent-Marke. In den beiden teuersten Gemeinden, Bad Aibling und Prien, liegt die Kaltmiete bei 12,1 Euro pro Quadratmeter. Auch im notorisch teuren Rosenheim sind die Mieten mit 6,8 Prozent vergleichsweise gering gestiegen auf 11,6 Euro.

Weiter von München lebt es sich günstiger

Am günstigsten mietet und kauft man in Bergen. Gerade einmal 7,1 Euro pro Quadratmeter zahlen Mieter und nur gut 2050 Euro pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen und 2200 für Einfamilienhäuser zahlen Käufer. Das liegt in puncto Mieten knapp 60 Prozent unter Prien und Bad Aibling. Für die Käufer sind es 36 Prozent bei den Eigentumswohnungen und 38 Prozent bei den Einfamilienhäusern. Auch in Tacherting lebt es sich recht billig. Beide Gemeinden haben eine große Gemeinsamkeit: Einen relativ langen Weg nach München.

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