Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Mühltal

Nach Hangrutsch: Straße von Nußdorf Richtung Samerberg wieder frei

Aufräumarbeiten: Im Mühltal hatten die Arbeiter alle Hände voll zu tun. Die Straße konnte inzwischen wieder befahrbar gemacht werden.
+
Aufräumarbeiten: Im Mühltal hatten die Arbeiter alle Hände voll zu tun. Die Straße konnte inzwischen wieder befahrbar gemacht werden.

Schlamm, Steine und Äste lagen auf der Straße. Im Mühltal im Gemeindebereich von Nußdorf hatte es in der vergangenen Woche einen Hangrutsch gegeben. Je nach Witterung kann es zu temporären Schließungen kommen.

Nußdorf – „Im Zuge von starken Niederschlägen in Kombination mit Frost-, Tau- und Wechselereignissen nach der Jahreswende kam es im östlichen Bereich der Sapplwand im Mühltal zu Steinschlagereignissen“, erklärt Diplom-Geologin Andrea Pichler von Crystal Geotechnik, die der Gemeinde Nußdorf derzeit in Sachen Hangrutsch betratend zur Seite steht. Das sei für das Mühlbachtal nichts Außergewöhnliches, erklärt die Geologin weiter. Dort bestehe immer die Gefahr von Erdbewegungen.

Sackgasse: Je nach Gefahrenlage kann es in den kommenden Monaten zu Schließungen kommen.

Brüchiger Fels und viel Schlamm

Das wechselhafte Wetter habe dafür gesorgt, dass das Oberbotenpaket abgeglitten sei. „Derzeit liegt der poröse und meist stark brüchige bis zerlegte Fels bis zum Fuß der oberen Sapplwand blank“, beschreibt Nußdorfs Bürgermeisterinn Susanne Grandauer (CSU/FWG) die Lage vor Ort.

Teile davon sind auf die Straße gespült worden. Die Aufräumarbeiten sind bereits abgeschlossen. Je nach Gefahr und Witterung kann es aber zu temporären Schließungen kommen. Bei einer Besichtigung vor Ort habe sich zusätzlich gezeigt, dass diese Arbeiten erst der Anfang waren.

„Zudem wurden auf etwa halber Höhe gerundete Blöcke festgestellt, die als Moränenreste zu interpretieren sind. Diese sind durch ihre gerundete Form und ihre exponierte Lage besonders absturzgefährdet“, berichtet Bürgermeisterin Grandauer. Diese seien derzeit durch den Frost relativ stabil, bei Tauwetter oder Regenfällen könne es aber wieder zu starken Steinaktivitäten kommen. „Die Gefahr einer größeren Rutschung oder eines Hangbruches wird derzeit jedoch als sehr gering eingeschätzt“, ergänzt Diplom-Geologin Pichler.

Sicherungen sind notwendig

Bei der Begutachtung der Geologen vor Ort wurden außerdem beidseitig des Hangrutsches ähnliche Abbruchbereiche festgestellt. „Das Oberbodenpaket ist auch hier abrutschgefährdet“, so Grandauer.

Aufgrund dessen wird die Gemeinde dort offensichtlich weitere Sicherungsmaßnahmen durchführen müssen.

Dazu wird es weitere Begehungen und Ortstermine geben.

„Während der Bauphase der Sappl-Brücke und der damit einhergehenden Sperrung des Mühltals, werden wir im gesamten Bereich nach Absprache mit den Geologen Sicherungsmaßnahmen vornehmen“, erklärt Grandauer die derzeitigen Absichten der Verwaltung. Was dadurch an Kosten auf die Gemeinde zukommt, ist derzeit noch unklar.

Alles ist in Bewegung:

Der Hangrutsch im Mühltal ist nicht der erste. Zuletzt bewegte sich dort 2020 die Erde. Damals waren zwei Muren abgegangen. Rund 1 000 Kubikmeter Erdreich hatten sich gelöst und die Straße auf einer Länge von rund 30 Meter verschüttet. Anschließend wurden am dortigen Hang einige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Grundsätzlich ist das Gebiet im Inntal und Priental nicht stabil. Hangabrutsche können in dem Gebiet immer wieder passieren. Grund sei die Durchfeuchtung des Bodens durch Quellen und kleine wasserführende Stränge. Sollte es einmal verstärkt und ausgiebig regnen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Geröll und Felsen in Bewegung geraten.