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Ein klares Bekenntnis zur Unklarheit

Nach Amerangs Ablehnung: So geht es weiter mit der Mittelschule Eiselfing

Die Zukunft der Mittelschule Eiselfing hängt in der Schwebe: So unklar, wie jetzt war der Weiterbestand wohl noch nie.
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Die Zukunft der Mittelschule Eiselfing hängt in der Schwebe: So unklar, wie jetzt war der Weiterbestand wohl noch nie.

Keine Sanierung, kein Neubau, aber auch keine sofortige Sprengelauflösung: Das würde im Gemeinderat Amerang besprochen. Für die Mittelschule Eiselfing bedeutet dies vor allem eins: Unklarheit.

Eiselfing/Amerang/Schonstett – Paukenschlag im leisen Stil für die Mittelschule Eiselfing. Nach der Ablehnung der Sanierung in zwei Bauabschnitten hat Amerang nun auch den Neubau abgelehnt. Da eine Gesamtsanierung von keiner der drei Gemeinden als sinnvoll angesehen wird, bleibt dem Mittelschulverband nun wohl nichts anderes übrig, als die Änderung des Schulsprengels anzustreben oder auf andere Zeiten zu hoffen.

Es ist ein klares Bekenntnis zur Unklarheit, das Amerang in der Gemeinderatssitzung vollzogen hat. Kein Neubau, keine Sanierung, aber auch keine sofortige Schulsprengelauflösung. „Solange die Schule in der Form betrieben werden kann, werden wir nichts tun“, erklärt Bürgermeister Konrad Linner die Entscheidung. Sprich: Solange die Statik des Daches hält, wird Amerang keinen Druck auf die Regierung von Oberbayern ausüben und eine Sprengeländerung fordern.

Regierung von Oberbayern müsste entscheiden

Klar ist, das letzte Wort bei einer Auflösung hat die Regierung, diese wird das Verfahren einleiten, die Gegebenheiten prüfen und am Ende entscheiden. Ein solcher Prozess wird wohl Jahre in Anspruch nehmen, wie auch Linner erklärt. „Und wir wollen auch nichts übers Knie brechen.“ Eine zeitnahe Auflösung seitens Amerang sei deshalb nicht gewünscht. Stattdessen wolle man sich von der Regierung beraten lassen und sehen, wie eine Schulsprengeländerung möglich sein könnte.

Klar ist auch, sollte Amerang bei der Entscheidung gegen den Neubau und gegen die Sanierung in zwei Bauabschnitten bleiben, dann steht wohl fest: Die Jahre des Mittelschulstandort Eiselfing sind gezählt, vorausgesetzt natürlich, die Regierung von Oberbayern stimmt deren Auflösung zu. Das bestätigt auch Bürgermeister Linner.

Statik hält wohl noch ein paar Jahre

Unklar ist, wie lange dieses Spiel auf Zeit funktionieren wird. Die Statik des Daches wird zwar laut Eiselfings Bürgermeister und Mittelschulverbandsvorsitzendem Georg Reinthaler noch ein paar Jahre halten. Doch, ob es drei, vier oder fünf und mehr sind, sei noch unsicher. Ein Termin mit dem Statiker sei eingeplant, so Reinthaler.

Unklar ist damit auch, ob Kinder, die im nächsten Jahr in die Mittelschule Eiselfing gehen, dort auch ihren Abschluss machen werden. „Uns ist bewusst, das ist ein großer Unsicherheitsfaktor für die Eltern“, hält Linner fest. Amerang habe sich deshalb die Entscheidung auch nicht leicht gemacht, aber es seien zu viele Unwägbarkeiten, was die Baukosten angehe, „gerade jetzt.“

Standort für einige Jahre gesichert ohne langfristige Planung

Eiselfings Bürgermeister Reinthaler erklärt: „Für uns ist jetzt erst einmal wichtig, wir können den Eltern nun kommunizieren, dass der Standort Eiselfing für die nächsten Jahre gesichert ist.“ Zeitnah sollen Beratungen mit dem Mittelschulverband erfolgen.

Schonstetts Bürgermeister Paul Dirnecker erklärt auf Anfrage: „In Schonstett werden wir alles dafür tun, dass der Mittelschulstandort erhalten bleiben kann.“ Die Hoffnung habe er noch nicht aufgegeben. „Wer weiß, was in vier Jahren ist“, so Dirnecker, „bis dahin haben wir ja auch schon wieder Kommunalwahlen.“ Von Amerang hätte er sich aber trotzdem eine eindeutigere Aussage über eine Schulsprengelauflösung gewünscht. Für die nächsten vier Jahre sei die Planung zwar klar, „aber eine langfristige ist nicht möglich.“ Es sei an der Zeit zu sagen: „Amerang ist jetzt am Zug.“

Elternbeirat kämpft weiter

Michaela Scholtysik, Vorsitzende Elternbeirat, möchte weiter kämpfen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir haben einen Aufruf gestartet, dass die Eltern Briefe schreiben sollen, warum die Mittelschule so wichtig ist.“

Infobox: Das sagt die Regierung von Oberbayern zur Schulsprengeländerung

Wolfgang Rupp, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, erläutert zur einer möglichen Schulsprengeländerung: „Grundsätzlich kann eine Sprengeländerung durch die Regierung vorgenommen werden, wenn schulorganisatorische und pädagogische Gründe für die Umverteilung sprechen.“ Die Regierung wäge dabei die Gründe für und gegen eine Änderung der derzeitigen Sprengelfestlegung ab. „Dabei spielen vor allem Überlegungen wie Schülerzahlentwicklung, Raum- und die Personalsituation an den jeweiligen Schulen sowie die Schulwegsituation eine Rolle“, so Rupp weiter. „Auch die entsprechenden Konsequenzen wie der Wegfall von Jahrgangsstufen oder gegebenenfalls eine Gefährdung des Weiterbestands der Mittelschule wären in diesem Zusammenhang zu bewerten.“

Ein Antrag zur Änderung des Schulsprengels sei aber bei der Regierung von Oberbayern noch nicht eingegangen. Grundsätzlich könne eine Änderung aber auch landkreisübergreifend erfolgen. Die Ameranger Mittelschüler könnten also nicht nur nach Wasserburg, sondern auch nach Schnaitsee geschickt werden.

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