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Vor 200 Jahren erbaut

Mystischer Ort in Aschau – Quelle soll heilende Wirkung haben

Die Abendmahlkapelle in Bucha ist aufgrund einer heilenden Quelle ein Wallfahrtsort.
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Die Abendmahlkapelle in Bucha ist aufgrund einer heilenden Quelle ein Wallfahrtsort.

Sie steht seit 200 Jahren auf einer Waldlichtung und dient Christen als Wallfahrts- und Kraftort – die Abendmahlkapelle in Bucha bei Aschau. „Die Planungen laufen derzeit noch, welche besonderen Akzente wir heuer zur 200-Jahrfeier des Kapellenbaus setzen“, sagt Aschaus Pfarrer Paul Janßen.

Aschau – „Der Ursprung der Abendmahlkapelle liegt in der – heute noch fließenden – Quelle auf dem Weg zwischen Aschau und Gschwendt“, erklärt Janßen. Der Quelle, die neben dem grün-weißen Bauwerk aus einem Brunnen sprudelt, werden heilende Kräfte, vor allem bei Augenkrankheiten, nachgesagt. „Überlieferungen sprechen davon, dass bei dieser Quelle bereits vor etwa 400 Jahren ein Bildnis des Letzten Abendmahls an einem Baum angebracht und immer wieder erneuert wurde, bis man schließlich eine kleine Holzkapelle erbaute.“

Die jetzige Abendmahltafel stammt aus dem Jahr 1723, die Kapelle aus Stein wurde 1822 errichtet.

„1803 lieferten zwei Bauern aus Reit, Pfarrei Bernau, mit einem Fuhrwerk Getreide nach Nürnberg“, sagt Janßen. Aufgrund des Tauwetters und der auf der Altmühl treibenden Eisschollen, die die Brücke nahe Beilngries beschädigten, verletzten sich die Pferde, die Wagen wurden beschädigt. „In ihrer Not machten die zwei Bauern ein Gelöbnis und versprachen den Bau einer steinernen Kapelle beim Abendmahl. Sie wurden gerettet, kamen glücklich wieder heim, auch die Pferde wurden wieder gesund“, so der Aschauer Pfarrer.

1822 wurde die Kapelle aus Stein errichtet

Da es jedoch die Zeit der Säkularisation war, sei es gar nicht so leicht gewesen, eine Kapelle zu bauen, und so konnten die Bauern erst 1822 ihr Gelöbnis verwirklichen. Die Quelle, die neben der Kapelle aus einem Brunnen entspringt, soll angeblich heilende Kräfte haben.

„Ein Wallfahrtsort ist ein Ort mit einer herausragenden religiösen und spirituellen Bedeutung und wird als solcher zum Ziel einer Wallfahrt“, erklärt Hendrik Steffens, Pressesprecher des Erzbischöflichen Ordinariat München. Vor allem in der Vergangenheit seien Wallfahrtsorte von Christen besucht worden in der Hoffnung, geheilt zu werden.

Vor der Kapelle steht das frisch sanierte Eremitenhäusl.

„Über außergewöhnliche ‚Wunderheilungen‘ in der jüngsten Zeit ist mir nichts bekannt“, sagt Pfarrer Janßen. „Doch die vielen persönlichen Zeichen der Dankbarkeit – Votivtafeln, Eintragungen in das ausliegende Büchlein, Kerzen und Schriftstücke – bezeugen, dass hier auch heute viele Menschen neue Kraft schöpfen, Hilfe erfahren und mit den kleinen Wundern des Alltags gestärkt ihren Weg gehen können“, verdeutlicht Janßen die Bedeutung des Ortes oberhalb von Aschau.

Ein Wallfahrtsort ist etwas besonderes

Die katholische Spiritualität umfasse Leid, Geist und Seele. „Das Evangelium Jesu Christi kennt viele verschiedene Wege zu den Menschen. Ich denke aber, dass gerade in der heutigen angespannten Zeit solche heilsamen Orte, die zur Ruhe, zu sich selbst und zu Gott kommen lassen, eine große Chance in sich bergen.

Und – wie wir an der Abendmahlkapelle auch sehen – von Vielen so aufgesucht werden.“

Aschaus Pfarrer Paul Janßen

Das Pfarrer Janßen in seinem Wirkungsbereich einen Wallfahrtsort hat, empfindet er als etwas besonderes. Von Mai bis Oktober werden jeden Freitagabend in der Abendmahlkapelle Gottesdienste abgehalten. Am ersten Juli (Anm. d. Red heuer ist das der 3. Juli) wird das Patrozinium gefeiert. In den Marienmonaten, im Mai und Oktober, beten Gläubige am Sonntag an der Kapelle bei Bucha den Rosenkranz.

In Stille verweilen und Kraft schöpfen

Janßen nutzt die Abendmahlkapelle ebenfalls als Kraft- und Ruheort. „In unregelmäßigen Abständen komme ich sehr gerne zur Abendmahlkapelle herauf, um mich in oder vor die Kapelle zu setzen und in der Stille zu verweilen.“

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