Internationale Auszeichnung

Raublinger Studentin erhält Students Award für A8-Projekt

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Martina Artmann mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig.

Raubling - Martina Artmann hat jetzt für ihre Masterarbeit zum Lärmschutz an der A8 einen internationalen Preis abgeräumt. Der Ausbau der Autobahn wird derzeit geplant.

Das Thema Straßenverkehrslärm entlang von Autobahnen gewinnt in der Wissenschaft auch auf internationaler Ebene an Bedeutung. Die deutsche Sektion der Internationalen Gesellschaft für Landschaftsökologie zeichnete jetzt die Masterarbeit der Raublinger Studentin Martina Artmann mit dem Students Award 2012 aus. Sie hatte sich in ihrer Arbeit in einer ausführlichen Untersuchung vor allem mit dem Straßenverkehrslärm durch die A8 in Frasdorf, der Lärmbelästigung für Bürger und deren Befürchtungen beim Ausbau der A8 beschäftigt.

Große Unterstützung erfuhr sie dabei von Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller und der Rosenheimer Bundestagsabgeordneten (MdB) Daniela Ludwig (CSU). Die heimische Wahlkreisabgeordnete hatte mit der Studentin 2010 die Ergebnisse der Arbeit auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

Das wichtigste Ergebnis war, dass Anwohnern an der Autobahn nachhaltige Lösungen beim Lärmschutz am wichtigsten sind. Wirtschaftliche Belange müsse die Politik zweitrangig behandeln, meinten die Befragten.

Als zweites Ergebnis kam Martina Artmann zu dem Schluss, dass das Bundesimmissionsschutzgesetz und dessen starre Regelungen zu überdenken sind. "Das Gesetz sieht keine differenzierte Betrachtung regionaler Besonderheiten vor", erklärt die Studentin. Daniela Ludwig gratulierte Martina Artmann zu dieser internationalen Auszeichnung. "Das beweist, dass die Wissenschaft die Bedeutung des Verkehrslärms in Siedlungsgebieten auch auf internationaler Ebene erkannt hat. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt gerade in der Städte- und Raumplanung immer mehr an Bedeutung. Ich bemerke auch, dass sich zunehmend Verbände den Rat von Wissenschaftlern bei wichtigen Planungsprojekten holen."

Zudem habe der Planungsdialog an der A8 gezeigt, dass Martina Artmann mit ihren Thesen richtig gelegen habe. "Denn zum ersten Mal wurde hier ein Lärmschutz genehmigt, den es nach den starren Richtlinien des Bundesimmissionsschutzgesetzes nicht gegeben hätte. Dank des Planungsdialoges haben wir einen nachhaltigen Lärmschutz erreicht, der weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgegangen ist."

Martina Artmann beschäftigt sich auch in ihrer Promotion an der Universität Salzburg im Bereich Stadt- und Landschaftsökologie mit dem Thema Nachhaltigkeit. Für ihre Promotionsarbeit hat sie sich das Thema "Nachhaltiges Flächenmanagement. Methoden und Methodeneffizienz zur Verringerung urbaner Flächenversiegelung. Strategien zur Steuerung urbaner Flächenversiegelung an den Beispielen München und Leipzig" gewählt. Sie hat ein Stipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt erhalten und arbeitet mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen zusammen. Ausschnitte ihrer Promotion wurden bereits veröffentlicht.

Ihre berufliche Zukunft sieht sie möglicherweise in der Politikberatung. "Es ist wichtig, dass Forschungsergebnisse direkt in die Politik einfließen", sagt Martina Artmann. Daniela Ludwig sieht das als Obfrau im Beirat für Nachhaltigkeit des Bundestages ebenso. "Gerade die CSU hat dafür gekämpft, dass die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde. Ich hoffe sehr, dass der Beirat im Januar wieder eingesetzt wird."

Pressemitteilung Büro Daniela Ludwig, MdB

Quelle: rosenheim24.de

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