Lösungen für schnellen Internetzugang angestrebt

Landkreis - Um in allen Ortsteilen im Landkreis Rosenheim eine schnelle Internetverbindung anbieten zu können, muss das Breitbandnetz erheblich ausgebaut werden.

Laut einer Studie, die heute im Landratsamt Rosenheim vorgestellt wurde, summieren sich allein die gemeindeübergreifenden Verbindungsabschnitte auf eine Länge von rund 170 Kilometer.


37 der 46 Landkreisgemeinden beteiligten sich an der Erstellung dieser Breitbandstudie. Die Koordination übernahm das Sachgebiet Wirtschaftsförderung im Landratsamt Rosenheim. Das beauftragte Ingenieur-Büro Innovative Kommunikations-Technologien Manstorfer und Hecht aus Regensburg erstellte für jede Gemeinde ein individuelles Planungsergebnis. Karl Manstorfer konnte in seiner Präsentation belegen, dass gemeinsame Lösungen über Gemeindegrenzen hinweg nicht nur praktisch sinnvoller, sondern auch kostengünstiger sein können. Aus diesem Grund regte Landrat Josef Neiderhell eine gemeindeübergreifende Lösung an. Das Gespräch mit den Vertretern des Kreisverbands Rosenheim des Bayerischen Gemeindetags findet noch im Juli statt. Anfang September will Neiderhell den Bürgermeistern im Rahmen einer Dienstbesprechung ein Konzept für einen Zweckverband vorstellen. Bis Mitte November sollten wir wissen, was wir wollen, so der Landrat zum zeitlichen Rahmen.

Aufgabe des Regensburger Ingenieurbüros war es, technisch und finanziell machbare Lösungen für die Region unter Berücksichtigung der vorhandenen Infrastrukturen zu finden. Dabei wird in der Studie von Anfang an klar gemacht, dass ohne zusätzliches finanzielles Engagement der Gemeinden keine Verbesserung der Situation in Gang kommen werde. Mit dem Eintritt in die Privatisierung investierten Netzbetreiber nur dort, wo getätigte Investitionen refinanziert werden können. Und genau da liegt das Problem im Landkreis Rosenheim. In der ländlichen und hügeligen Struktur wirken sich Entfernung und die Lage der nichtversorgten Gebiete sehr ungünstig auf die Kosten eines Breitbandzubringernetzes aus. Konkrete Investitionskosten, die eine Anbindung auch kleinerer Ortsteile an ein Glasfasernetz einschließen, konnte Manstorfer noch nicht nennen. Abhängig davon, ob sich beispielsweise die Deutsche Telekom engagiert oder ob auf längeren Strecken statt eines Glasfaserkabels Richtfunk verwendet wird, schwankten seine Angaben zwischen acht und 17 Millionen Euro.


Manstorfer warb mehrfach für die Glasfaser, die aus seiner Sicht das letztendliche Ziel sein sollte. Der Einsatz von Richtfunk sei als Einstieg interessant. Der Ingenieur empfahl, beim Ausbau von Straßen oder der Errichtung von Gehwegen immer ein Leerrohr für eine spätere Verlegung von Glasfaserkabeln im Boden zu versenken. In einem Zeitraum von 15 Jahren könnte so ein weitgehend flächendeckendes Netz im Landkreis entstehen.

Da es für die Gemeinden keine allgemeingültige Lösung gibt, werden in der Breitbandstudie verschiedene Vorschläge gemacht. In den ersten beiden Empfehlungen steht der so genannte Kabelverzweiger im Mittelpunkt. In ihm werden die Kupferkabel gebündelt, die zu den einzelnen Gebäuden führen. Um einen Breitbandinternetzugang zu ermöglichen braucht es zwischen dem Kabelverzweiger und einem Netzknoten entweder ein Glasfaserkabel oder eine Richtfunkverbindung. In einem dritten Vorschlag wird die Nutzung der vorhandenen Kupferkabel verändert. Um auch weiter entfernte Ortsteile erreichen zu können, muss die Übertragungsrate, das heißt die Geschwindigkeit der Datenübermittlung, reduziert werden. Die Vorschläge vier und fünf eignen sich nur für kleinere Wohngebiete oder Ortsteile. So könnte für bis zu 100 nahe zusammen liegende Gebäude und Wohneinheiten eine Breitbandversorgung über Wireless-LAN (WLAN) sinnvoll sein. Voraussetzung sind geeignete Senderstandorte. Bei 100 Verträgen errechnen sich pro Nutzer monatliche Kosten von etwa 25 Euro pro WLAN-Zugang. Eine Übergangslösung für kleinere Wohngebiete kann die Nutzung des Stromanschlusses als so genannte Powerline sein. Die Bandbreitenverteilung erfolgt von der Trafostation aus. Der Endnutzer benötigt zum Empfang lediglich ein Stromkabelmodem. Die monatlichen Kosten sind ähnlich wie bei der WLAN-Lösung.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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