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Kundgebung

Lebensgefahr für Radler: In Bad Endorf fordern Demonstranten mehr Raum für Drahtesel

Am Bad Endorfer Bahnhof legen die rund 120 Teilnehmer der Raddemonstration die erste Pause ein. Dort fehlen aus sicht der Protestler Fahrradständer und Fahrradhäuschen.Kirchner
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Am Bad Endorfer Bahnhof legen die rund 120 Teilnehmer der Raddemonstration die erste Pause ein. Dort fehlen aus sicht der Protestler Fahrradständer und Fahrradhäuschen.

Rund 120 Teilnehmer haben in Bad Endorf für eine bessere Radinfrastruktur demonstriert. Dabei klagten die Teilnehmer nicht nur über fehlende Radwege.

Bad Endorf Auf einer Fahrraddemo am Samstagvormittag (20 November) in Bad Endorf haben Radlfahrer für einen besseren Ausbau der Infrastruktur für Drahteselnutzer demonstriert. Für den radelnden Konvoi wurden kurzzeitig zwei Staatsstraßen gesperrt, lange Staus waren die Folge. Umso nachdrücklicher konnten die Radler mit ihrer Aktion betonen, um was es ihnen geht: mehr Sicherheit für Radfahrer und eine Verkehrswende in Bad Endorf.

Aufruf: „Wo ist der Radweg?“

Dem Aufruf „Wo ist der Radweg?“, initiiert vom Ortsverband der Grünen, folgten gut 120 Radler, das Gros der Demonstranten kam aus Bad Endorf, aber auch aus umliegenden Gemeinden und vom ADFC Rosenheim. Die Bad Endorfer Ortsmitte ist Anziehungspunkt, aber auch Durchgangsstraße für den Auto- und Schwerlastverkehr. Claudia Bergman (54) aus Bad Endorf findet den Verkehr „nirgends so schlimm wie hier“. Wenn Autofahrer nicht den gesetzlich vorgegeben Abstand einhielten, sei das generell gefährlich.

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Aber in Bad Endorf zeige sich dies noch mal extremer. Vroni Schmidt (39), die mit ihren beiden Kindern demonstriert, sagt, dass sie in München, wo sie bis vor anderthalb Jahren wohnten, mehr geradelt seien als hier. Es fehlten Radwege in umliegende Ortsteile wie Hemhof, und überhaupt seien die Wege in Bad Endorf schmal. Else Reischl (69) kann sich dieser Meinung nur anschließen. Sie würde gern mehr im Ort radeln, aber ihr sei das zu riskant. „Lebensgefährlich“, schiebt sie nach.

„Beleuchtete Mülltonnen“ statt Fahrradhäuschen

Vom Kirchplatz aus radelt der Tross über die Staatsstraße 2092, die Bahnhofstraße und die Staatsstraße 2092, gen Bahnhof. Zu sehen sind Kinderräder, Citybikes, Trekkingbikes, mit und ohne Anhänger und sogar ein Tandem. Vor und hinter dem Konvoi sichert die Polizei den Verkehr. Am ersten Stopp am Bahnhof macht Andreas Bärtschi auf die Parksituation für Radler aufmerksam: Es gebe viel zu wenige Fahrradständer, und statt Fahrradhäuschen „beleuchtete Mülltonnen“.

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Mit „Bicycle Race“ von Queen

Mit Musik von Queen – „Bicyle Race“ dröhnt aus einer großen Box auf einem Radanhänger – geht es über die Post-, die Langbürgnersee- und die Kreuzstraße zum Schulkomplex an der Wasserburgerstraße weiter. Michael Motzet (elf), der bis vor einem Jahr auf die Grundschule dort ging, erzählt, dass er immer kleine Seitenstraßen nutze, wenn er seinen Freund in Antwort besuche, die großen Straßen seien ihm viel zu gefährlich.

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Dritter Bürgermeister Eduard Huber fordert am Erdbeerhäuschen gegenüber der Schule einen alternativen Radweg. Statt an der Staatsstraße favorisiert er eine Strecke entlang der Post-, Langbürgner- und Kreuzstraße.

Poller gewaltsam entfernt

Der Tross bewegt sich wieder zum Kirchplatz – samt Straßensperrungen und langen Staus. Dort ergreift Mareike Melain das Wort: Sie fordert mehr bürgerschaftliches Engagement. Bestes Beispiel sei der Poller am Radweg an der Wasserburger Straße.

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Zwei Jahre habe man sich darum bemüht, dann sei er endlich aufgestellt worden, nur um kurze Zeit später von Unbekannten gewaltsam entfernt zu werden. Dabei gehe es doch um Schulwegsicherheit. Sie wirbt um Unterstützung für die gleichnamige Elterninitiative, bei der auch Bürgermeister Loferer und Martin Mühlnickl von der Verwaltung dabei sind.

Kein Vorrang mehr fürs Auto

Robert Hölzl, einer der Mitinitiatoren der Fahrraddemo, rührt ebenfalls die Werbetrommel für die Petition „Mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen in der Ortsmitte.“ Der Radverkehr sei „ein zentraler Baustein für eine Verkehrswende, die Endorf bitter nötig hat.“

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Martin Both vom Ortsverband der Grünen hatte schon während seiner Begrüßung gesagt, dass es um gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer gehe. „Die Gemeinde tut schon was“, schiebt er im Anschluss an die Demo nach, und erwähnt den Radweg in Mauerkirchen. Wichtig sei, dem Auto nicht mehr Vorrang einzuräumen. Das Rad müsse sichtbarer werden.

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