Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Verschärfte Situation an Schulen in der Region

Kann Präsenzunterricht aufrechterhalten bleiben?

Schüler einer sechsten Klasse tragen im Unterricht Masken.
+
Schüler einer sechsten Klasse tragen im Unterricht Masken.

Die Corona-Lage in der Region ist angespannt. Die Fallzahlen steigen und auch an heimischen Krankenhäusern müssen weiter aufschiebbare Operationen und Krankenhausaufenthalte verschoben werden. Gerade die Jüngsten trifft es derzeit am härtesten. Durch die regelmäßigen Testungen an Schulen werden viele Fälle schnell erkannt. Die Zahlen der anwesenden Schüler dünnt sich aus. Kann unter diesen Umständen weiter Präsenzunterricht stattfinden?

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf/Berchtesgadener Land - „Unser Ziel ist und bleibt auch in den kommenden Wochen und Monaten der Präsenzunterricht bei bestmöglichem Gesundheitsschutz“, lautet die Antwort aus dem Bayerischen Kultusministerium auf genau diese Frage. Leichtes Aufatmen also von Seiten der Schulleiter, Lehrkräfte und Eltern. Und doch zeigt die Situation in der Region, dass dieses Versprechen gar nicht so leicht einzuhalten ist.

Trotz einzelner Klassen in Quarantäne - geregelter Unterricht findet in der Region statt

„Es findet geregelter Unterricht statt“, betont auch der Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim, Michael Fischer, gegenüber Rosenheim24.de. Er bezieht sich dabei auf die Grund- und Mittelschulen im Landkreis Rosenheim und muss aber auch einschränken: „Allerdings verschärft sich allmählich die Situation durch personelle, krankheitsbedingte Ausfälle. Die Schulleitungen und Lehrkräfte setzen aber alles daran durch organisatorische Maßnahmen und Vertretungen die Klassen zu versorgen, da nicht mehr immer alle Klassen durch sogenannte Mobile Reserven besetzt werden können.“

Konkreter wird es im Landkreis Traunstein. „Es befinden sich aktuell (Stand 28. Januar) 364 Schülerinnen und Schüler wegen eines positiv SARS-CoV-2 Nachweises in Isolation und 644 Kinder in Quarantäne. Von den 9467 Schülern an unseren Grund- und Mittelschulen sind 316 (3,34%) Schüler Corona positiv und 416 (4,39%) Schüler in Quarantäne. Von den 961 Lehrkräften an den Grund- und Mittelschulen sind heute (28. Januar) 9 (0,94%) Lehrkräfte Corona positiv und 3 (0,31%) in Quarantäne.“

An sieben Schulen im Landkreis Traunstein befinden sich eine oder mehrere Klassen derzeit in Quarantäne. Im Berchtesgadener Land wurde seitens des Gesundheitsamtes bis dato ebenfalls einzelne Klassen geschlossen. „Dies ist dann notwendig, wenn in engem zeitlichen Zusammenhang mehrere Fälle in einer Klasse auftauchen, da dann von einer Übertragung innerhalb der Klasse ausgegangen werden muss“, so Pressesprecherin Alexandra Rothenbuchner auf Nachfrage.

Keine Schulschließungen in der Region - Klassenschließungen nach Einzelfallentscheidungen

Auch in Mühldorf kommt es immer wieder zu Quarantänefällen ganzer Klassen. „Seit den Weihnachtsferien wurden insgesamt 19 Klassen (aller Schularten) im Landkreis Mühldorf am Inn in Quarantäne gesetzt“, erklärt Pressesprecher Wolfgang Haserer auf Nachfrage. „Im Landkreis Mühldorf am Inn kam es bisher – mit Ausnahme der Lockdown-Phasen – noch zu keiner Schließung einer gesamten Schule“, zeigt er sich erleichtert.

Wie in allen anderen Landkreisen auch, ist das Gesundheitsamt nur für die Kontaktverfolgung und mögliche Quarantänemaßnahmen einzelner Schüler, Lehrkräfte ober eben Klassen zuständig. Die Entscheidung darüber, wer zuhause bleiben muss, fällt nach einem bestimmten Schema.

Bei zwei oder mehr Indexfällen wurde bisher in der Regel eine Klassenschließung angeordnet. Ganze Schulen wurden noch nicht geschlossen, dies dürfte auch einen absoluten Ausnahmefall darstellen“, heißt es dazu aus dem Berchtesgadener Land. „Die Beurteilung der individuellen Lage, vor allem der Expositionsbedingungen sowie des Kontaktpersonenmanagements, nimmt das Gesundheitsamt vor. Schulleitungen oder Schulamt entscheiden nicht hierüber.“

Wie verhalte ich mich bei einem positiven Corona-Test meines Kindes?

Von Seiten Michael Reithmeiers, dem Pressesprecher des Landratsamtes Traunstein wird dazu noch betont: „Die Anordnung einer Klassenquarantäne ist immer eine Einzelfallentscheidung, die jeweils durch das Gesundheitsamt angeordnet wird und erst nach sorgfältiger Abwägung der Situation vor Ort erfolgt.“ Es kann also auch sein, dass Klassen mit deutlich mehr infizierten Schülern als zwei nicht in Quarantäne müssen, da beispielsweise die Infektion am Wochenende erfolgte und das erkrankte Kind somit noch keinen Kontakt zu seinen Klassenkameraden hatte.

Generell gilt auch für die Eltern ein klares Verhaltensmuster, wenn a) wenn der Schnelltest in der Schule positiv ist, b) wenn der Pooltest positiv ist, c) wenn ein Klassenkamerad positiv ist?

  • a) Im Fall eines positiven Schnelltests in der Schule werden umgehend die Eltern informiert, die das betroffene Kind abholen. Zu Hause sollten das Kind weitgehend isoliert werden und alle Kontakte so weit wie möglich reduzieren. Anschließend muss sich die Schülerin oder Schüler unverzüglich einem PCR-Test unterziehen. Die Eltern bekommen das weitere Vorgehen vom Gesundheitsamt mitgeteilt.
  • b) Bei der Pooltestung handelt es sich bereits um einen PCR-Test und es ist keine weitere Testung notwendig. Auch hier erfolgen weitere Anweisungen durch das Gesundheitsamt.
  • c) Erfolgte der Kontakt nur in der Schule unter Einhaltung des Rahmenhygieneplans? Dann ist in der Regel keine Quarantäne als Kontaktperson notwendig. Klassenkameraden sollten in der Folge den eigenen Gesundheitszustand beobachten und im Fall von Symptomen eine Testung durchführen lassen. Für einen Zeitraum von 14 Tagen sollte der Kontakt zu Risikopersonen nach Möglichkeit vermieden werden. Darüber hinaus wird in der Schule in betroffenen Klassen eine intensivierte Testung durchgeführt.

Von Seiten einer Sprecherin des Kultusministeriums wird hierzu betont: „An unseren Schulen existiert ein Sicherheitsnetz, das Infektionen im Schulbereich so gut und zuverlässig wie nur irgend möglich entgegenwirkt und damit auch bei steigenden Inzidenzen Präsenzunterricht zulässt. Die regelmäßigen Tests, die durchgehende Maskenpflicht, aber auch ganz basale Schutzmaßnahmen wie konsequentes Lüften sind wirksame und etablierte Maßnahmen an unseren Schulen, die dazu beitragen, dass unsere bayerischen Schulen derzeit zu den Orten mit den höchsten Schutzstandards in unserer Gesellschaft zählen.“

Auch immer mehr Studien würden belegen, dass Schulen keine Pandemietreiber sind. Infektionen fänden weitaus häufiger im privaten Umfeld statt, in den Schulen würden sie durch die regelmäßigen Tests nur vielfach erkannt. „Unabhängig von den hohen Sicherheitsvorkehrungen beobachten wir das Infektionsgeschehen sehr genau und stehen hinsichtlich der Anpassung bestehender Infektionsschutzmaßnahmen stets im engen Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsministerium“, so die Sprecherin abschließend.

cz

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion