Bahn-Chaos und Zugevakuierung bei Krottenmühl

Abgeordneter will Staatsregierung zur Verantwortung ziehen

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Krottenmühl - Der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn hat einen Fragenkatalog an die bayerische Staatsregierung geschickt. Diese soll Stellung zu dem Bahnchaos auf der Strecke bei Bad Endorf Mitte August beziehen. 

Es war für viele Fahrgäste ein Horror-Trip: Am Abend des 11. August blieb der Meridian mitten auf der Strecke von Salzburg nach Rosenheim bei Krottenmühl plötzlich stehen und bewegte sich stundenlang nicht mehr weiter. Besonders unangenehm war, dass der Zug bei heißen Sommertemperaturen brechend voll war und die Türen nicht geöffnet wurden. Mehr als 600 Fahrgäste waren betroffen.

Informationen per Lautsprecheransage seien teilweise nicht erfolgt, ein Abschleppversuch von einer anderen Bahn blieb erfolglos, berichteten Leser rosenheim24.de. Letztlich mussten der Zug evakuiert und die Fahrgäste mit zwei separaten Zügen ausgefahren werden. Vor allem die Handhabe der Bayerischen Oberlandbahn während des Vorfalls wurde von Lesern rosenheim24.de gegenüber bitter beklagt. 

Landtagsabgeordneter stellt Fragen an Regierung

Auch für den Landtagsabgeordneten Florian von Brunn bleiben zu den Ereignissen dieses Abends viele Fragen offen. Von Brunn ist der verbraucherschutzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfragtion. Zudem fährt die Bayerische Oberlandbahn durch seine Betreuungsstimmkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Teile von Garmisch-Partenkirchen.

Er schickte Ende August einen Fragenkatalog, der der Redaktion vorliegt, an die bayerische Staatsregierung mit der Aufforderung, Stellung zu beziehen. Den genauen Ablauf des Zugausfalls des Meridians und die dafür verantwortlichen technischen Probleme möchte von Brunn zuerst beantwortet wissen.

Zeugenberichte von vor Ort zeichnen chaotisches Bild

Auch zu verschiedenen Zeugenberichten soll die Regierung Stellung beziehen. So wurde zum Beispiel berichtet, dass der Zug zwischen Bad Endorf und Rosenheim ohne Zugbegleiter fuhr. Ob das stimmt und wenn ja, ob das ein zulässiges Vorgehen ist, soll nun geklärt werden. 

Andere Züge seien durchaus abgefahren, so von Brunn, so etwa der M79044 um 20.15 Uhr, und das, obwohl der Zug gar nicht wie geplant durchfahren konnte, weil die Strecke ja blockiert war. Die Fahrgäste seien darüber aber nicht informiert worden. Ob und wie der Zugführer dieses Zuges über die Situation in Krottenmühl informiert wurde, muss nun ebenso geklärt werden, wie die genaue Anzahl der Züge und Fahrgäste die insgesamt von dem Chaos betroffen waren.

Auch möchte von Brunn von der Staatsregierung wissen, ob sie die von der Bayerischen Oberlandbahn angebotene Entschädigung für betroffene Fahrgäste für ausreichend erachtet und welche Konsequenzen die Regierung aus diesen Vorfällen ziehen werde. 

Zu guter letzt stellt der Abgeordnete die Frage, ob die Staatsregierung die Vergabe weiterer Strecken, wie des regionalen Bahnverkehrs Chiemgau-Berchtesgaden an die Bayerische Oberlandbahn weiterhin für sinnvoll erachtet und was dazu geführt habe, dass de BOB im Dezember 2018 den Zuschlag für diese Strecken bekommen habe. 

Frage nach Konsequenzen für den Meridian und BOB

In einer weiteren Anfrage schickte er an die Staatsregierung in der es hauptsächlich um die allgemeinen Zustände bei Bayerischer Oberlandbahn und Meridian geht. Vor allem die häufigen Verspätungen, die genauen Streckenverläufe, die von den Anbietern bedient werden, und alle detaillierten Ausfälle seit März 2019 sollen hier deutlich gemacht werden. Auch die bisher ergriffenen Maßnahmen, die vom Unternehmen ergriffen wurden möchte er genannt bekommen. Vor allem soll es aber darum gehen, welche Konsequenzen die bayerische Staatsregierung aus diesen Zuständen zieht und ob diese eine Auswirkung auf künftige Ausschreibungen haben werden.

Insgesamt vier Wochen hat die Staatsregierung nun Zeit, um auf alle gestellten Fragen einzugehen. 

jv

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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