Keine Verlagerung nach Sankt Florian

OVB
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So geht es nicht: Der Vorschlag der Anwohner für die Krankenhausstraße mit Einbahnregelung fand keine Zustimmung.

Vogtareuth - Auch die Anwohner an der Krankenhausstraße leiden seit vielen Jahren unter dem Verkehr vor ihrer Haustür. Doch der Gemeinderat folgte ihrem Antrag auf Verkehrsberuhigung durch eine Einbahnregelung nicht.

Nach dem Sankt-Florian-Prinzip wären andere Straßen neu belastet worden. Keine Bürgerversammlung, in der sich nicht auch die Anwohner der Krankenhausstraße mit Bitten um Verkehrsentlastungen zu Wort melden. Jetzt hatten 25 Anlieger konkrete Vorschläge für eine Beruhigung vorgelegt. Im Mittelpunkt des Maßnahmenpakets: Eine Einbahnstraßenregelung ab dem Geschäft Römersberger. Von oben aus der Richtung der Schön-Klinik kommend sollen die Autos über die Probststraße geleitet werden. In Höhe des Anwesens Plank, Einmündung Lindbergweg, schlagen die Anwohner eine Verengung der Straße vor - durch einen 80 Zentimeter breiten Zebrastreifen. Hier ist eine besonders gefährliche Stelle, weil ein Gehweg fehlt. Außerdem wollen die Bürger die Krankenhausstraße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen sperren lassen und auf diese Weise auch den Wäschetransport und große Traktoren fernhalten. Ausnahme: der Anlieferverkehr für das Geschäft Römersberger.


Der Gemeinderat zeigte Verständnis für den Wunsch der Anlieger, den Verkehr durch die Krankenhausstraße, die schließlich auch von den Mitarbeitern der Schön-Klinik und von deren Anlieferverkehr genutzt wird, zu verringern. Doch die Einbahnregelung geht dem Gemeinderat zu weit: Eine "Abkapselung" der Schön-Klinik sei keine optimale Lösung, zeigte sich Johann Bauer (CSU) überzeugt. Der Verkehr werde sich über die Probststraße verlagern, die ihn in diesem Ausmaß nicht aufnehmen könne, befürchtete Elisabeth Stadlhuber (ÜWG). Andreas Pfaffinger mahnte an, eine Lösung könne nur verwirklicht werden, wenn auch mit den Anwohnern im Bereich Lindberg gesprochen worden sei. Schließlich könnte sich auch hierhin Verkehr verlagern. "Verbesserungen für die einen zu Lasten anderer", das ist auch nach Ansicht von Johann Bürger-Schuster (CSU) keine Lösung. Bürgermeister Matthias Maier wies außerdem darauf hin, dass die ebenfalls gewünschte Tonagenbeschränkung nur durchsetzbar sei, wenn der Zustand einer Straße die Begrenzung des Gewichtes erfordere.

Andreas Bonholzer (ÜWG) schlug als Alternative vor, einen weiteren Wunsch der Anlieger zu unterstützen: eine bessere Beschreibung der Zufahrten zur Schön-Klinik, um Auswärtige - Mitarbeiter und Besucher - aus dem Ortskern fernzuhalten. Schließlich ist eine weiträumige Zufahrt über die Staatsstraße möglich. Die Gemeinde solle mit der Klinikleitung das Gespräch über ein intelligentes und wirksames Verkehrsleitsystem und eine finanzielle Beteiligung suchen, riet Bonholzer - eine Anregung, die einstimmig befürwortet wurde. Harald Grella (Bürgerliste) sieht außerdem in der kommunalen Verkehrsüberwachung, die im Herbst eingerichtet werden soll, ein Mittel, wenigstens die Raser per Blitzer in der Krankenhausstraße in den Griff zu bekommen.


Dass hier etwas geschehen muss, liegt auch angesichts der Tatsache auf der Hand, dass sich der Verkehr weiter steigern wird - durch das neue Baugebiet Bürgermeister-Maier-Weg und den geplanten Bau eines Hotel Garni. Auch zu diesen Punkten verlangen die Anwohner Aufklärung.

Die Schön-Klinik Vogtareuth expandiert außerdem: Unter anderem wird ein neues Operationszentrum gebaut. Einsicht in die Baupläne der neuen Gebäude und des Parkdecks können die Anlieger jedoch erst erhalten, wenn die letzten Planungsdetails mit dem Gemeinderat abgestimmt worden sind.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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