Auftragswelle als Herausforderung

Rosenheim - "Was für ein Jahr!" Professor Dr. Dr. Anton Kathrein war die Erleichterung über den guten Geschäftsverlauf, der jedoch mit großen betrieblichen Anstrengungen verbunden war, bei der Feier für die 180 Jubilare im Rosenheimer Werk III deutlich anzumerken.

2009 war für die Firmengruppe durch ein schweres erstes und ein sehr erfolgreiches zweites Halbjahr geprägt, in dem der Antennenhersteller von einer Auftragslawine nahezu überrollt wurde.


Das Gesamtresümee von Kathrein fiel positiv aus: Nachdem der Rosenheimer Antennenhersteller bereits das Krisenjahr 2009 mit einem nur 18-prozentigen Auftragseinbruch im Vergleich zu vielen anderen Unternehmen relativ gut gemeistert hatte, erholte sich die Firmengruppe 2010 weiter. Doch das Niveau im Vorkrisenjahr 2008, das nach Angaben von Kathrein einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro aufwies, kann heuer noch nicht ganz wieder erreicht werden. "Wir tun uns hart, den angepeilten Umsatz von 1,2 Milliarden Euro abzuwickeln", bedauerte Kathrein. Um dieses Ziel zu erreichen, wird im Unternehmen auch zwischen den Feiertagen auf Hochtouren produziert und ausgeliefert, teilte er mit. Derzeit gelte es schließlich den größten Auftragseingang seit Jahrzehnten abzuarbeiten, freute sich Kathrein. Für das neue Jahr gab er die Devise auf, die Fertigungstermine weiter zu verkürzen, um noch schneller auf Auftragseingänge reagieren zu können - und trotzdem nach wie vor Zeit in die Forschung zu investieren. Dies zahle sich langfristig aus, wie die erfolgreiche Neuentwicklung einer leichten, stark von Automobilherstellern nachgefragten Autoantenne zeige.

China ist neben Indien für die Firmengruppe Kathrein auch ein interessanter Zukunftsmarkt. Dies bestätigte auch der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, Peter Driessen. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2010 sei der bayerische Export nach China um sensationelle 62 Prozent gestiegen. Der Schwerpunkt der Exporte liege im Bereich Automative, berichtete Driessen. Hier sieht auch die Firmengruppe Kathrein mit ihren Autoantennen große Marktchancen. Mit der Übernahme der Antennensparte von Blaupunkt sei ein weiterer wichtiger Schritt hin zum Ziel, weltweit die Nummer eins zu werden, erreicht worden, freute sich Kathrein.


Dass er zuversichtlich in die Zukunft schaut, zeigt auch die Tatsache, dass im ablaufenden Jahr 400 neue Mitarbeiter in der Gruppe eingestellt wurden - über 200 davon in Deutschland. Weltweit arbeiten 6157 Menschen im Unternehmen mit seinen Töchtern, 3857 in Deutschland. Trotz Nachwehen der Krise hat Kathrein auch heuer 22,1 Millionen Euro investiert - zwölf Millionen allein in Stadt und Landkreis Rosenheim, teilte er weiter mit. Maßgeblich haben die Kathrein-Werke auch nach Überzeugung von Harald Neubauer, Chef der Agentur für Arbeit, zur Überwindung der Krise beigetragen. Auch bei Kathrein, wo mit 14 Monaten die längste Kurzarbeitsphase in der Firmengeschichte beendet wurde, habe sich dieses Instrument bewährt. Für den Auftragsaufschwung seien auf diese Weise die notwendigen qualifizierten Mitarbeiter gehalten worden. Neubauer warnte trotzdem vor dem bereits spürbaren Fachkräftemangel in der Region, dessen Lösung die größte Zukunftsaufgabe darstelle. "Die Bedingungen bei uns stimmen, deshalb gehören die Kathrein-Werke sicherlich zu den Betrieben, die auch in Zukunft genügend qualifizierte Mitarbeiter finden werden", zeigte sich Betriebsratsvorsitzender Ludwig Weinmann überzeugt. Dies unterstrich auch die Rekordzahl von Betriebsjubilaren: Kathrein ehrte persönlich 180 langjährige Mitarbeiter, die für 2490 Jahre Zugehörigkeit stehen.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Kathrein-Werke KG, Rosenheim

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