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Hubschraubereinsatz am Berg

Die letzte große Baumaßnahme an der Kampenwand – Trinkwasserhochbehälter wurde verbaut

Der erste Abschnitt des neuen Trinkwasserbehälters hängt am Haken.
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Der erste Abschnitt des neuen Trinkwasserbehälters hängt am Haken.

2012 wurde das erste mal im Aschauer Gemeinderat über den Anschluss der Kampenwand an das Trinkwassersystem der Gemeinde gesprochen. Knapp zehn Jahre später wurde die letze große Baumaßnahme auf dem Berg abgeschlossen. Ein Hubschrauber brachte den letzten Trinkwasserhochbehälter auf die Alm.

Aschau – „Wir sind soweit. Der Trinkwasserhochbehälter auf der Kampenwand hat seinen Platz erreicht. Mit dem Hubschrauber wurden die drei Einzelteile mit insgesamt rund sechs Tonnen Gesamtgewicht zur vorgesehenen Stelle oberhalb des Münchener-Hauses geflogen“, so der Aschauer Wassermeister Peter Graf. „Die drei sperrigen Teile konnten wegen ihres Gewichts von je zwei Tonnen und ihrer Außenmaße nicht mit einem Schwertransporter an Ort und Stelle gebracht werden.“

Sie wurden per Hubschrauber auf die Kampenwand geflogen. Hier wurden sie zusammengeschweißt und in der Baugrube versenkt. „Der gesamte Bereich wird mit Erde überfüllt und lediglich der Wartungsschacht ist oberirdisch noch zu sehen“, erklärt Graf.

Enges Zeitfenster für Flug

Der neue Wasserbehälter fasst nach seiner Fertigstellung zehn Kubikmeter Trinkwasser, das über die Wasserleitungen und Hausanschlüsse an die umliegenden Almen abgegeben wird. Gefüllt wird der Behälter mit dem Aschauer Trinkwasser, das aus dem Tal über mehrere Pumpstationen in die Vorratskammern gepumpt wird.

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Bevor der Wasserbehälter in die Lüfte abhob, wurde er – wie sein Pendant oberhalb der Steinlingalm (wir berichteten) auf dem Landweg bis nach Aschau gefahren. Der Hubschrauberflug war nur in einem ganz engen Zeitfenster im August möglich. Dabei musste der Termin noch einmal kurzfristig verschoben werden, da der zunächst gecharterte Hubschrauber zum Feuerlöscheinsatz in die Türkei abberufen wurde und ein anderes Modell zum Einsatz kam.

Bauarbeiten voraussichtlich im Herbst fertig

Die Bauarbeiten gehen planmäßig voran und werden voraussichtlich im Spätherbst 2021 nach zweieinhalb Jahren Bauzeit abgeschlossen sein. Mit dem Einbau des Hochbehälters ist die letzte große Baumaßnahme erfolgreich abgeschlossen. Die Hauptleitungen sind alle verlegt, nun werden noch die ausstehenden Hausanschlüsse gebaut und die vom Tal aus sichtbare Trasse der Behelfsstraße ostwärts der Sonnenalm wird zurückgebaut und renaturiert. Parallel dazu wird der Hochbau des Behälters Lochgraben über der Schlechtenbergalm fertiggestellt.

„Rund 7000 Meter Wasserrohre, Abwasserleitungen, Telekommunikationsleitungen und Stromkabel wurden bisher im Graben verlegt“, sagt Graf. 854 Meter Höhendifferenz liegen zwischen dem niedrigsten Punkt am Fuße der Kampenwand bei Fuchslug bis zum Scheitelpunkt der Rohrstrecke bei 1484 Metern. Alleine für den Leitungsbau standen 2,75 Millionen Euro zur Verfügung.

In Ausnahmen wurde gesprengt

Die Baumaßnahmen erfolgten in einem sensiblen Berggebiet. „Der felsige Boden stellt kein so großes Hindernis dar, wie wir es zunächst befürchtet haben.“ Nur an wenigen Stellen habe es Probleme gegeben. Zu größten Teil konnte mit Bohrmeißel gearbeitet werden. „An einer Stelle mussten wir im Hohlweg auch einmal sprengen. Aber das stellte die absolute Ausnahme dar“, so der Bauleiter.

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Während dem Bau wurde ein besonderes Auge auf den Naturschutz gelegt. Neben der Pflege der Almweiden und der Almpflanzen mussten bei den Arbeiten die Balz- und Brutzeit der Birkhühner beachtet und die Lebensräume der Berg- und Feuersalamander geschützt werden. Daher waren bis zum 31. Mai keine Arbeiten über 1360 Metern erlaubt, bis zum 31. Juli war die tägliche Arbeitszeit auf die Zeit zwischen 8.15 Uhr und 20 Uhr beschränkt und Hubschrauberflüge zur Materialversorgung durften nur im August stattfinden.

Die Gemeinde Aschau will künftig das Abwasser von allen Berggaststätten und Almen im Kampenwandgebiet sammeln und im Tal in die bestehende Kanalisation einleiten. Der tägliche Anfall an Abwasser ist so hoch wie bei einem Dorf mit 500 Einwohnern, 3000 Kubikmeter Wasser werden jeden Tag verbraucht.

Förderung durch den Freistaat

Das Bayernwerk nutzt die notwendigen Erdarbeiten um durch eine neue Netzanbindung zeitgleich eine moderne Energie- und Stromversorgung zu gewährleisten. Bislang werden die Almen eigenverantwortlich und dezentral mit Strom versorgt, diese Dieselgeneratoren werden künftig wegfallen.

Bei der Baumaßnahme kam das Berghüttenförderprogramm des Freistaates zum Einsatz, von den veranschlagten Gesamtkosten von 4,3 Millionen Euro übernimmt der Freistaat 2,9 Millionen Euro, rund 75 Prozent. Der verbleibende Rest wird zwischen der Gemeinde Aschau und den Nutzern aufgeteilt.

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