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Corona in Rosenheim

Inzidenzwerte explodieren nach Herbstfest: Was jetzt auf die Region zukommt

Festzeltbetrieb auf dem Rosenheimer Herbstfest
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Das böse Erwachen nach dem Herbstfest? Die Inzidenzwerte in Stadt und Landkreis Rosenheim steigen seit Beginn der Wiesn stark an.

Die Corona-Zahlen in der Region schießen nach dem Rosenheimer Herbstfest in die Höhe. Rund vier Tage nach dem Ausschank der letzten Maß springt die 7-Tage-Inzidenz von 776 in der Stadt Rosenheim auf den dritthöchsten Wert in ganz Deutschland. Eine Hiobsbotschaft für die dauerhaft angespannte Lage in den Kliniken.

„Die nun schon sehr lang anhaltende Gesamtsituation setzt dem Personal – unabhängig davon ob Pflegekraft, medizinische Fachkraft oder Arzt – sehr zu“, berichtet Dr. Jens Deerberg-Wittram, Geschäftsführer der Romed-Kliniken. Das Erstellen von Ausfallkonzepten und Umorganisationen seien mittlerweile klinischer Alltag. Und das, obwohl die Anzahl der Covid-Patienten derzeit noch übersichtlich sei.  Demnach sind aktuell im Romed-Klinikverbund 33 Patienten mit einer Corona-Infektion stationär aufgenommen. Davon seien nur Vereinzelte auf den Intensivstationen, die dafür jedoch sehr stark mit Nicht-Covid-Patienten belegt seien.

Kliniken rechnen mit mehr Patienten

Diese Tendenz könnte sich laut den aktuellen Corona-Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI) jedoch bald ändern. Demnach lag der Inzidenzwert in der Stadt Rosenheim zum Start des Herbstfestes noch bei 195. In den vergangenen beiden Wochen hat sich dieser Wert jedoch mehr als verdreifacht. Speziell nach dem abschließenden Festwochenende sprang die Zahl laut den Angaben des RKI innerhalb von drei Tagen von 487 auf 776.

Steiler Anstieg: Die Entwicklung der Inzidenzwerte seit Beginn des Rosenheimer Herbstfestes

„Mit Blick auf die Zahlen nach dem Gäubodenfest in Straubing und den Erfahrungen mit den Urlaubsrückkehrern ist davon auszugehen, dass die Inzidenzen hier weiter ansteigen werden“, sagt Elisabeth Siebeneicher, Sprecherin des Romed-Klinikverbundes. Insofern sei auch mit einer ansteigenden Zahl von Covid-infizierten Patienten zu rechnen.

Rund 2000 Einwohner in einer Woche erkrankt

Einen solchen Anstieg verzeichnet auch der Landkreis Rosenheim. Dort wuchs der Inzidenzwert seit dem Volksfest von 201 auf 560, Platz Fünf im deutschlandweiten Vergleich. Laut den Statistiken des RKI haben sich somit in Stadt und Landkreis allein in der vergangenen Woche rund 2000 Einwohner mit dem Corona-Virus angesteckt. Am meisten betroffen sind dabei die Altersgruppen zwischen 15 und 34 sowie die zwischen 34 und 59 Jahren.

Mit den steigenden Zahlen rückt auch die potenzielle vierte Impfung, die vor der Omikron-Variante schützen soll, in den Vordergrund. Speziell für besondere Risikogruppen haben die Europäische Arzneimittel-Agentur sowie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten bereits eine unverbindliche Empfehlung dafür ausgesprochen. Bei diesen Gruppen handelt es sich um Menschen ab 60 Jahren, immungeschwächte Personen, Schwangere sowie Vorerkrankte ab zwölf Jahren.

Im Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim steht der dafür benötigte Stoff mittlerweile zur Verfügung. „Es sind rund 500 Impfdosen der angepassten Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna in dieser Woche angeliefert worden“, betätigt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim. Bisher halte sich die Nachfrage trotz der steigenden Zahlen jedoch in Grenzen. Sollte der Impfstoff nicht ausreichen, sind laut Baab bereits jetzt Folgelieferungen zugesichert.

Alle Fakten zur Omikron-Impfung in Rosenheim

Ab Wann? Seit dieser Woche sind 5000 Impfdosen verfügbar

Wo? Im Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim im Malteserhaus, Rathausstraße 25, 83022 Rosenheim. Öffnungszeiten sind von Montag bis Dienstag sowie Donnerstag bis Samstag von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 17 Uhr.

Für Wen? Empfohlen für alle Risikogruppen. Das sind Menschen ab 60 Jahren, immungeschwächte Personen, Schwangere und Vorerkrankte ab zwölf Jahren.

Eine Anmeldung ist unter www.impfzentren.bayern möglich, allerdings aktuell nicht zwingend erforderlich.

Wie weit die Inzidenzzahlen nach dem Herbstfest noch ansteigen könnten, lässt sich beispielhaft am Landkreis Kelheim festmachen. Am 5. September ging dort das Volksfest Gillamoos zu Ende. Mittlerweile liegt die Inzidenz dort bei 1075, der deutschlandweit mit Abstand höchste Wert.

Die Romed-Kliniken sehen sich jedoch auch für den Extremfall gerüstet. „Nach über zweieinhalb Jahren Pandemie kann man sagen, dass es in den Abläufen eine gewisse Routine gibt“, meint Siebeneicher. Bei steigenden Inzidenzen sei allerdings auch mit einem zunehmenden Personalausfall durch erkrankte Mitarbeiter zu rechnen. „Dies stellt für die Kliniken das eigentliche Problem dar, zumal die Mitarbeiter nach dieser langen Zeit der Pandemie einfach erschöpft und mürbe sind.“ Für den Notfall könne bei den Romed-Kliniken ein Katastrophen-Alarm- und Einsatzplan aktiviert werden. Allerdings geht Siebeneicher aktuell trotz der steigenden Zahlen nicht davon aus, dass der Massenanfall von Patienten so groß wird und der Plan zum Einsatz kommen muss.

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