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Im Interview zu „Willkommen in Siegheilkirchen“

„Ich mag die Österreicher!“ – Regisseur Marcus H. Rosenmüller über seinen neuen Film

Viele seiner Filme spielen auf dem Dorf: Marcus H. Rosenmüller ist in Hausham im Landkreis Miesbach aufgewachsen.
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Viele seiner Filme spielen auf dem Dorf: Marcus H. Rosenmüller ist in Hausham im Landkreis Miesbach aufgewachsen.

Prien – Am Donnerstag, 7. Juli 2022, wird Regisseur Marcus H. Rosenmüller zu Mike‘s Kino nach Prien kommen und seinen neuen Film „Willkommen in Siegheilkirchen“ präsentieren. Die OVB-Heimatzeitungen haben mit ihm über den derben österreichischen Humor, bayerische Dörfer und seine Kindheit gesprochen.

Ist es eine kluge Idee, als Bayer einen Film über ein österreichisches Dorf zu machen?

Das bayerisch-österreichische Verhältnis ist vielleicht manchmal an den Grenzen wegen des Verkehrs ein bisschen belastet. Aber persönlich erlebe ich das anders. Mein Heimatdorf Hausham hat eine Partnergemeinde in der Steiermark und das war immer ein gutes Miteinander. Ich arbeite außerdem mit vielen Österreichern zusammen und das ist immer exzellent. Ich mag die einfach!

Wie kam der Film in Österreich an?

Sehr gut! Der Film hat in der vergangenen Woche den österreichischen Filmpreis bekommen und war der erfolgreichste nationale Kinofilm im vergangenen Jahr. 100.000 Leute haben den Film gesehen, das war schon ein irrer Erfolg. Die Österreicher haben‘s mir also nicht verdenkt, dass ich Regie geführt habe.

Warum trauen sich die Österreicher beim Humor mehr als die Deutschen?

Das frage ich mich auch! Aber ich habe keine Antwort. Es würde mich auch interessieren. Der laute Humor der Österreicher kommt, wenn ich die Bayern dazunehme, sicherlich auch von der barocken Lebenslust der katholischen Kirche. Auch wenn es da noch eine andere Seite gibt. Vielleicht ist das ein Erklärungsansatz. Wobei zwischen Bayern und Österreich beim Humor dann auch noch mal ein Unterschied ist.

Was haben Sie als Kind für Filme gemocht?

Ich war immer ein großer Fan von Stan und Ollie. Außerdem habe ich die französischen Komiker Louis de Funès und Pierre Richard geliebt. Und prägend für mich war auch Jerry Lewis. Wobei ich auch den deutschen Heinz Erhardt mag. Tom und Jerry haben mir außerdem immer gut gefallen. Wobei ich mich gar nicht an einen Zeichentrickfilm im Kino erinnern kann.

Hatten Sie immer schon ein Faible für einen Humor, der auch ein kleines bisserl wehtut?

Ich glaube, Humor kommt daher, dass man sich mit echten, schmerzhaften Themen beschäftigt, aber dazu einen positiven Ansatz findet. Das war bei Deix sicherlich eine ganz andere Aufgabe, weil der ja sehr provokativ ist. Da musste man schon eine Geschichte finden, wo ich als Regisseur schon dahinter stehe.

In „Willkommen in Siegheilkirchen“ sprießen und spritzen ja schon mal die Pickel – muss denn ein Film nicht auch schön sein?

Ein Film darf eigentlich alles sein. Der findet dann sein Publikum. Er muss natürlich etwas können. Unser Film ist einerseits sehr entlarvend, aber auch unterhaltsam. Mir hat an der Geschichte gefallen, dass es um diesen Moment in der Jugend geht, an dem man merkt, wo man ist. Und sich vielleicht die Frage stellt, ob man dort aufwachsen und dann auch gegen eine Gesellschaft rebellieren mag.

Das Motiv des bayerischen Dorflebens ist seit Jahren in Filmen populär. Hat sich das bald mal auserzählt?

Kommt darauf an, wie man es erzählt. Irgendwann wird man der Sache vielleicht überdrüssig sein. Aber im Grunde liegt es nicht an Dorf oder Stadt, was ein Thema hergibt. Wobei im Dorf Beziehungsgeflechte schon noch enger sind und man mehr aufeinander angewiesen ist.

Wie war Ihre Jugend in Hausham?

Ich hab ganz lang gebraucht, bis ich in die Stadt gekommen bin, weil ich so gern daheim war. Wir hatten viele Freiheiten, den Schliersee, die Berge. Ich hab das als sehr liberal und offen in Erinnerung. Das Einzige, was ich nicht so mochte, war die Schule.

Warum kommen Sie so gerne nach Prien?

Mike und Martina sind beide echte Kinoliebhaber. Da merkt man, dass man aufgehoben ist. Da passt schon fast der Begriff „Heimat“. Die zwei sind mit solch einer Leidenschaft dahinter. Allein die Soundanlage, die man in München so kaum findet. Mike will das Maximum an Qualität für den Besucher, aber auch für die Macher. Das beeindruckt mich immer wieder.

Wird es denn bei Ihnen mal einen Netflix-Film geben?

Das weiß ich noch nicht, aber ist gut möglich. Auch Netflix zeigt ja manchmal die Filme im Kino. Jetzt habe ich den „Pumuckl“ als Fernsehserie gemacht. Es kommt immer auf den Stoff an, wobei meine grundsätzliche Leidenschaft schon das Kino ist.

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