Hightech in der Nicklheimer Filze

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Das Messfeld in der Nicklheimer Filze

Raubling - Ein Druck auf den roten Knopf und auf dem fünf Hektar großen Gelände in der Nicklheimer Filze setzt sich ein Drehteller in Bewegung, auf dem ein 7er-BMW geparkt ist.

Gleichzeitig fahren in einem 40 Meter entfernten flachen Holzbau empfindliche Messgeräte hoch. Gestern hat die Kathrein Werke KG in Raubling ihr neues Messfeld für Fahrzeugantennensysteme in Betrieb genommen.


Wenn über Elektromobilität, intelligente Verkehrsleitsysteme oder innovative Sicherheitssysteme im Auto diskutiert wird, freut sich Professor Dr. Dr. h. c. Anton Kathrein. "Für all diese zukunftsträchtigen Technologien und Dienste ist Kommunikation wichtig. Und dafür braucht man modernste Antennensysteme." Um für dieses chancenreiche Geschäftsfeld gerüstet zu sein, hat der Rosenheimer Antennenhersteller über eine Million Euro in ein hochmodernes Messfeld investiert, das inmitten der Nicklheimer Filze entstanden ist.

Die Lage weit ab von Ansiedlungen bietet zwei Vorteile: Das Gebiet ist frei von Funk- und Radiodiensten, die die Messungen stören könnten, und ist zugleich nicht einsehbar -eine Forderung der deutschen Autohersteller, die dort auch ihre Prototypen messen lassen.


Auf dem fünf Hektar großen Gelände sind in drei Monaten Bauzeit zwei flache Bauten entstanden und zwei Drehteller, 40 und 120 Meter vom Messgebäude entfernt, auf denen jeweils bis zu drei Tonnen schwere Fahrzeuge im freien Feld getestet werden können. Die Gebäude wurden aus Holz errichtet, weil Metall und Mauerwerk die Ergebnisse beeinträchtigen könnten. Eine Herausforderung beim Bau war der schwammige Untergrund, der mit 56 Betonpfählen - jeweils 60 Zentimeter im Durchmesser und 14 bis 18 Meter lang - stabilisiert werden musste. Dank modernster Technik ist die verwendete Leistung geringer als die eines Handys und in 200 Metern Entfernung bereits nicht mehr nachweisbar.

"Für uns ist dies eine Investition in die Zukunft", so Kathrein. Der Geschäftszweig Automotive, in dem Kathrein seine Aktivitäten im Bereich Fahrzeugantennensysteme bündelt, beschäftigt 770 Mitarbeiter und peilt für 2010 einen Umsatz von 116 Millionen Euro an. Zusammen mit den Kathrein-Töchtern Blaupunkt Antenna Systems und Olimpus Brasilien ist man europaweit die Nummer 1 und belegt weltweit Platz 2. Wie wichtig die Kathrein-Kunden die Investition sehen, zeigte sich daran, dass neben Vertretern von Staatsforsten und Landratsamt sowie Raublinger Gemeinderäten auch Vertreter von BMW und Audi die Inbetriebnahme verfolgten.

ku/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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