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Hauptschüler proben Ernstfall

Großkarolinenfeld – Den Ernstfall probten die Schüler der Max-Joseph-Schule: Einen Vormittag lang mussten die Jugendlichen gut gekleidet zum Vorstellungsgespräch antreten und ihre Bewerbungsmappe vorzeigen.

Vertreter der heimischen Wirtschaft gaben dem Nachwuchs beim „Bewerbungstag“ Tipps und versuchten, deren Angst vor der Bewerbung abzubauen.


Im bunten Putzkittel, mit Wollsocken und Clocks an den Füßen betrat Adriana Böhm kaugummikauend und schlürfend das Klassenzimmer. Dort warteten rund 15 Jugendliche gut gekleidet auf ihre Benimmtrainerin. Die Schüler trauten ihren Augen nicht und lachten vor vorgehaltener Hand, als sie die vermeintliche "Putzfrau" entdeckten.

"Wir checken sofort an der Kleidung die Liga unseres Gegenübers ab. Die Kleidung ist unsere Sprache. Viele Menschen sind sich jedoch nicht bewusst darüber, was sie nach außen darstellen", sagte Adriana Böhm.


"Ihr habt euch heute anders angezogen und dadurch erkenne ich die Gruppierung nicht. Kleidung ist eines der wichtigsten Dinge in der nonverbalen Kommunikation", betonte die Benimmtrainerin. Die erste Meinung über einen Menschen sei selten objektiv und vollständig - schon gar nicht fair. Der Wahrnehmungsprozess sei verzerrt, da hier nur die visuellen Faktoren zählen würden.

Umso wichtiger sei es für die Jugendlichen, beim Vorstellungsgespräch sofort zu punkten, wie Adriana Böhm versicherte: "Ihr habt nur rund 0,25 Sekunden Zeit, einen guten ersten Eindruck zu machen. Das ist nur ein Wimpernschlag."

Ein Klassenzimmer weiter sichtete Helmut Schenk, Vorsitzender des Wirtschaftsforums Großkarolinenfeld und Geschäftsführer eines regionalen Unternehmens, die Bewerbungsmappen der Schüler. Schenk fand Rechtschreibfehler, gab Tipps zur richtigen Zeilenanordnung, zur korrekten Ansprache und zur Schriftart. Der Firmeninhaber ermunterte die Jugendlichen, ihre Wahlfächer und besonderen Fähigkeiten herauszustellen und sich auch im Praktikum anzustrengen: "Wenn ich mehrere Bewerbungen auf dem Tisch habe, vergleiche ich natürlich die Praktikumsnoten."

Auch die Wirkung des Fotos in der Bewerbungsmappe verdeutlichte Schenk seinen Schützlingen anhand von konkreten Beispielen. So erkannten die Schüler selbst, dass sich ein weißes Hemd auf dem Bewerbungsbild besser macht, als ein orangefarbenes T-Shirt. Doch Schenk machte die angehenden Schulabgänger nicht nur auf Fehler und Versäumnisse in der Mappe aufmerksam, sondern sprach so manches Lob aus und ermunterte die jungen Menschen, selbstbewusst ins Vorstellungsgespräch hinein zu gehen.

"Ich war vor dem heutigen Tag sehr aufgeregt, denn es ist ein komisches Gefühl, von einem Fremden beurteilt zu werden", erzählte Michael Simeth. Der 15-Jährige hat bereits fünf Praktika hinter sich und möglicherweise dadurch eine Ausbildungsstelle als Anlagenmechaniker in Aussicht. "Die Tipps des Unternehmers werden mir bei meiner Bewerbung sicher sehr helfen", glaubte der Großkarolinenfelder.

Dieser Ansicht war auch Tobias König. "Meine Eltern haben mich heute Morgen gefragt, warum ich mich so schön anziehe. Man fühlt sich gleich anders, wenn man solche Klamotten trägt", so der 15-jährige Schüler. Die Situation im Bewerbungstag sei ungewohnt, aber eine gute Übung für den Ernstfall.

Diese Erfahrung hat auch Lehrerin Susanne Kellner mit ihren Teilnehmern im Laufe der vergangenen Jahre gemacht. "Dieser Tag ist für die Jugendlichen oft sehr wichtig. Sie bekommen nicht nur von Lehrern und Eltern ein Feedback, sondern erfahren erstmals ihre Wirkung auf Fremde nach außen", meinte die Lehrerin. Heuer haben 42 Schüler an der Aktion teilgenommen. Sieben Referenten aus der heimischen Wirtschaft haben sich ehrenamtlich Zeit genommen, um das Projekt der Max-Joseph-Schule für die Klassen 9a und 9bM zu unterstützen. Susanne Kellner und ihre Kollegen zogen am Ende der Veranstaltung wieder ein positives Resümee: "Unsere Schüler waren gut vorbereitet, haben sich gut verkauft und waren konzentriert bei der Sache."

dli/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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