Große und kleine Wünsche

OVB
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Vom Rhönrad an die Harfe? Verena (links) ist eine wahre Akrobatin im Sport und am Klavier. Zu Weihnachten wünscht sich das Mädchen (15) nach überstandener Krebserkrankung ein neues Instrument.

Rosenheim/Gstadt - Johanna, Verena, Leon, Nadine, Steven und Melissa - sechs tapfere und lebensfrohe Kinder, deren ergreifende Geschichten im Rahmen der OVB-Weihnachtsaktion "Gemeinsam für krebskranke Kinder" erzählt wurden.

Ihre Schicksale haben viele Leser bewegt. Was wünschen sich Johanna, Verena, Leon, Nadine, Steven und Melissa zu Weihnachten? Hier sind ihre Wunschzettel. Die Kinderaugen beim Auspacken der Geschenke unterm Christbaum zum Leuchten zu bringen - in der digitalen Wohlstands- und Konsumgesellschaft ist das gar nicht mehr so einfach. Wenn der Nachwuchs auf den neuesten I-Pad oder Markenartikel hofft, sprengt das oft den finanziellen Rahmen - eine schöne Bescherung im negativen Wortsinn.


Johanna: "Lieber Weihnachtsmann, bring mir bitte ein Buch."

Bei Johanna, dem Mädchen mit den roten Locken, das seit Jahren gegen einen Tumor im Kopf ankämpft, ist das anders. "Lieber Weihnachtsmann, schenk mir bitte ein tolles Buch", steht auf ihrem Wunschzettel. "Das ist typisch für Johanna", ist die Mama nicht überrascht über die Bescheidenheit ihrer Tochter. Sicher ist deshalb, dass heute nicht nur ein Buch unterm Baum liegt. Vermutlich läuft es auf neue Abenteuer mit der kleinen Zauberhexe Bibi Blocksberg oder mit Petterson und Findus hinaus.

Melissa (13) ist vor zwei Jahren an einem besonders schlimmen Leukämie-Typus erkrankt. Hochdosiertes Kortison hat ihre Knochen porös gemacht und sie in den Rollstuhl gezwungen. "Deshalb wünsche ich mir zu Weihnachten vor allem, dass meine Knochen wieder gut werden", hofft sie. Aber auch für die Ohren und die Augen ist etwas dabei: Über die neue CD von "The Dome" und ein Nintendo-Spiel namens "Style-Boutique" würde sie sich sehr freuen.


Leon-Korbinian ist erst zwei Jahre alt. Zudem hat es den Buben schlimm erwischt. Er muss beatmet werden, entwickelt sich verzögert und erkrankt häufig schwer. Deshalb kann er seine Wünsche nicht aussprechen. Nur gut, dass die Mama und Leons Geschwister Pia, Eva und Timo in seinen Augen lesen können. Deshalb bekommt Leon ein Lichtspiel mit Flüssigkristallen, das ihn sicher in den Bann ziehen wird.

Möglicherweise hat das Christkind auch für die Mama noch einen Tankgutschein dabei, denn der behindertengerecht umgebaute alte VW-Bus ist ein richtiger Spritfresser und reißt große Löcher in den Etat der alleinerziehenden Mutter, die mit ein paar hundert Euro eine fünfköpfige Familie durchbringen muss.

Jenny (20), Steven (18) und Johnny (14, von links) wollen auch künftig "ganz fest zusammenhalten". Weihnachten 2010 bringt für sie einen tiefen Einschnitt.

Verena (15) strotzt nach überstandener Chemotherapie wieder vor Energie und Lebensfreude. Sport und Musik sind ihre Leidenschaften. Wenn sie nicht mit dem Rhönrad turnt oder Sportakrobatik treibt, sitzt sie am Klavier oder singt im Chor. Und zwei Tage vor Heiligabend war sie das erste Mal in ihrem Leben auf einem Ball. Verena hat zwei Wünsche. Der kleine: ein sogenanntes Bettelarmband, das man am Handgelenk trägt und dessen Kettenglieder man selbst zusammenstellen und beliebig erweitern kann. Der große: eine Harfe.

Für Steven, der schon 18 ist, aber aussieht wie ein Zwölfjähriger, weil er noch heute an den Folgen einer schweren Krebserkrankung leidet, wird Weihnachten diesmal etwas anders. Er und seine Geschwister Jenny (20) und Johnny (14) sind unzertrennlich. Aber jetzt zieht Jenny mit ihrem Freund zusammen - schön für sie und ihren Freund, aber ein tiefer Einschnitt im Leben ihrer Brüder. Denn sie werden ihre große Schwester im Alltag sehr vermissen. Zu Weihnachten bekommt Steven die X-Box, eine Spielkonsole. Aber viel wichtiger ist ihm und seiner Mutter, dass die Familie weiter so eisern zusammenhält.

Möchte zu "Take That": Nadine (links), hier mit Schwester Ute.

"Gesund bleiben, das Leben in vollen Zügen genießen" - das will Nadine, die mit 14 schwer erkrankte und heute eine junge Frau ist, die den Krebs besiegt hat. Die Musik der Gruppe "Take That" war in den schlimmsten Krankheitsphasen eine treue Begleiterin, die ihr Mut und Kraft gab. Eine Konzertkarte für "Take That" wäre deshalb "das Größte". Ob es klappt? Die Chancen stehen gut. Im Juli 2011 kommt die Gruppe nach München...

Jürgen Schulz kennt all diese Kinder und jungen Erwachsenen gut. Die von ihm gegründete Björn-Schulz-Stiftung hat sie und ihre Familien jahrelang unterstützt, betreut und begleitet. Jetzt baut die Stiftung mithilfe der OVB-Weihnachtsaktion "Gemeinsam für krebskranke Kinder" den Irmengardhof in Gstadt zu einer Nachsorge- und Ferieneinrichtung für krebs- und schwerstkranke Kinder um. Deshalb hat auch er einen Wunsch: "Dass die überwältigende Spendenbereitschaft auch über die Feiertage hinweg anhält."

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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