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Vorher-Nachher-Vergleich: Das ist geplant

Gewerbegebiet statt grüner Wiese: „Ja“ von Oberaudorfs Gemeinderat zu Millionen-Projekt am Gschwendtner Feld

So sieht es noch aus: Das Gschwendtner Feld umfasst rund 30.000 Quadratmeter Grünfläche.
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So sieht es noch aus: Das Gschwendtner Feld umfasst rund 30.000 Quadratmeter Grünfläche.

Es ist eines der umstrittensten Bauprojekte in der Gemeinde Oberaudorf. Rund 1500 Quadratmeter des Gschwendtner Feldes sollen in den kommenden zwei Jahren zugunsten eines neuen Edekas versiegelt werden. Mit dem aktuellen Beschluss gab der Gemeinderat nun grünes Licht für den lokalen Großbau.

Oberaudorf – Rund ein Jahr ist es mittlerweile her, dass die Bebauungspläne rund um die Fläche am Gschwendtner Feld in Oberaudorf ihren Anfang nahmen. Am 11. Februar 2021 beschloss der Gemeinderat, die 30.000 Quadratmeter Grünfläche für gewerbliche Zwecke zu nutzen. Um die Nahversorgung in der Gemeinde zu verbessern, soll die Wiese einem Supermarkt inklusive Drogerie und Bäckerei weichen. Nun hat der Gemeinderat mit 13:6 Stimmen die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Gebäude im besten Fall noch 2023 fertig

„Ich habe mich mit dem zukünftigen Pächter des neuen Edekas sowie dem Projektträger getroffen und wir haben uns auf einen Mietvertrag geeinigt“, sagt Oberaudorfer Bürgermeister Matthias Bernhardt über die jüngsten Entwicklungen. Bis der Vertrag zum Tragen kommt, wird es zwar wohl noch rund zwei Jahre dauern. Doch nach dem Aufstellungsbeschluss des Gemeinderates kann nun die detaillierte Bauplanung zumindest für die Nordhälfte des Gschwendnter Feldes beginnen. Rund 14.300 Quadratmeter Grünfläche werden an der Geigelsteinstraße für einen Edeka, einen Rossmann-Markt sowie eine Bäckerei zum Gewerbegebiet umfunktioniert. Auch wenn laut Bernhardt niemand scharf darauf sei, landwirtschaftliche Flächen zu versiegeln, sei es wichtig, die Nahversorgung in Oberaudorf zu verbessern und erstmals seit 18 Jahren wieder Gewerbe anzusiedeln.

Diesem Ziel ist Oberaudorf nun einen Schritt näher gekommen. „Mit dem Beschluss haben wir nun grünes Licht für die detaillierte Planung der Flächen gegeben und hoffen, dass der neue Edeka zum Ende des Jahres 2023 den Betrieb aufnehmen kann“, sagt Florian Seebacher, Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung Oberaudorf.

Bauträger ist die Firma Küblböck aus Regensburg. „Nachdem der erste formale Schritt gemacht ist, können wir jetzt mit der Ausarbeitung der Details beginnen“, sagt der Geschäftsführer Alfred Peter. Das Ziel sei es, im kommenden Jahr mit dem Bau, dessen Kosten in einem hohen einstelligen Millionenbereich lägen, beginnen zu können.

So soll es in rund zwei Jahren aussehen: Parkplätze und Einkaufszentrum nehmen rund 14.300 Quadratmeter der Gesamtfläche ein.

Für die Ausarbeitung des neuen Gschwendtner Feldes setzt Peter auf das Rosenheimer Architekturbüro „Guggenbichler und Wagenstaller“, das bereits vor einem Jahr die ersten Entwürfe vorgestellt hatte.

Doch auch wenn der aktuelle Beschluss im Gemeinderat nicht mehr groß diskutiert wurde, zeigen nicht nur die sechs Gegenstimmen den nach wie vor bestehenden Zwiespalt zwischen Naturschutz und Gewerbeansiedlung, wie Gemeinderatsmitglied Regina Götze (Die Grünen) bestätigt. „Es ist eine ökologische Katastrophe, gegen die wir seit Beginn der Planungen gekämpft haben.“ Das Feld sei mit einer 50 Zentimeter dicken Humusschicht ein Speicher für mehrere tausend Tonnen Kohlendioxid und müsse dementsprechend unbedingt erhalten bleiben. Am Ende ist es laut Götz jedoch ein „Kampf gegen Windmühlen“ gewesen, bei dem es zumindest ein Teilerfolg sei, dass zunächst nur die Hälfte des Feldes versiegelt wird.

Edeka Prechtl wird der Mieter

Damit der Edeka Prechtl möglichst bald in die neue Filiale einziehen kann, hat Bernhardt bereits im Vorfeld mit den zuständigen Verwaltungsbehörden Kontakt aufgenommen. So liegt bereits eine Einschätzung der Regierung von Oberbayern vor, welche die Errichtung von Edeka, Rossmann und Bäckerei mit einer Verkaufsfläche von insgesamt maximal 2550 Quadratmetern bestätigt. Allerdings , so der Einwand der Regierung, müsse man sich bezüglich der zu erwartenden Immissionen und der möglichen Hochwassergefahr durch den Oberaudorer Dorfbach mit den Fachbehörden abstimmen.

Details müssen noch geklärt werden

„Zu diesem Zweck haben wir uns bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und dem Landratsamt abgestimmt“, sagt Bernhardt. Zudem sei ein Verkehrsgutachten beauftragt worden, dass die Umsetzung des Vorhabens ebenfalls positiv beurteilt. Zumindest von behördlicher Seite aus scheint der Weg für das nach wie vor umstrittene Bauvorhaben somit frei zu sein.

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