Gesundheitswelt Chiemgau will sich verflechten

Bad Endorf - Die Diskussionen um die Verflechtung zwischen der Gesundheitswelt Chiemgau (GWC) und der Marktgemeinde Bad Endorf nehmen kein Ende. In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Bad Endorf wurde nun laut, dass die Entflechtung bereits beschlossene Sache sei.

In den Bad Endorfer Gemeinderatssitzungen wird es zur Zeit eigentlich nur spannend, wenn die öffentliche Sitzung bereits fast vorbei ist. Zunächst werden alle Tagesordnungspunkte abgearbeitet, ehe unter dem Punkt "Sonstiges" die eigentlich "heißen" Themen angesprochen und lange diskutiert werden - so auch in der jüngsten Sitzung.

Martin Mühlnickel, CSU-Fraktionsvorsitzender, zeigte sich äußerst besorgt darüber, wie in Bad Endorf ständig Informationen aus nichtöffentlicher Sitzung an die Öffentlichkeit gelangen. Aktueller Höhepunkt sei ein gelbes Flugblatt, in dem zu lesen stand, dass der Gemeinderat die Entscheidung getroffen habe, sich von der GWC zu lösen. "Ist diese Aussage offen für alle", fragte Mühlnickel ins Gremium und antwortete gleich selbst: "Scheinbar ja, denn sie wurde von Seiten der Gemeinde nicht dementiert." Die Gemeinde müsse nun rasch handeln, da die Thematik mittlerweile eine sehr negative Eigendynamik entwickelt habe. Die Belegschaft der GWC mache sich bereits große Sorgen um ihre Zukunft, verstärkt werde diese Angst von der Marktgemeinde, die keine klärende Position einnimmt, so Mühlnickel. "Wir müssen handeln. Was wollen wir von der Ablösung? Was ist unsere Zielsetzung? Was sind die nächsten Schritte?"

Martin Lauber (EFL), der als Zweiter Bürgermeister erneut die im Urlaub befindliche Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben (ÜWG) vertrat, antwortete dem CSU-Fraktionssitzung mit einer Gegenfrage: "Sollen wir auf solch einen Zettel wirklich eine Stellungnahme abgeben?" Lauber verneinte seine Frage und wies ausdrücklich darauf hin, dass nichtöffentliche Beschlüsse schnellstmöglich veröffentlicht werden.

"Wir haben etwas beschlossen"

Unterstützung bekam Lauber von Hieronymus Stockinger (SPD), Dritter Bürgermeister. Die Gemeinde solle zu diesem Flugblatt keinen Kommentar abgeben, zumal es sich dabei um ein anonymes Schreiben handele. Aber: "Es ist richtig, wir haben was beschlossen", begann Stockinger seine Ausführungen. "Das Ziel ist, Positives für die Gemeinde und die GWC zu schaffen, die Handlungsfähigkeit zu erhalten." Den Schlusspunkt der Debatte setzte schließlich Walter Kindermann jun. (SPD): "Diese Debatte bringt Schaden für Bad Endorf. Wir müssen den Prüfbericht schnellstmöglich abarbeiten."

Dazu gehöre auch die Verflechtung der Gemeinde mit der GWC. Kindermann bekam für seine deutlichen Worte parteiübergreifend Zustimmung. Vielleicht wird ja schon heute Nachmittag in der Betriebsversammlung der GWC offiziell zum Thema "Verflechtung Gemeinde und GWC" Stellung genommen. Vor Ort wird auch die Bürgermeisterin sein.

Martin Vodermair

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT