Bundeswehr mit Großaufgebot in Region unterwegs

Übung „Berglöwe“: Gebirgsaufklärer üben Ernstfall

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Der Gefechtsstand ist dicht an der kämpfenden Truppe, getarnt irgendwo im Wald und jederzeit bereit, den Ort zu wechseln.

Landkreis Rosenheim/ Traunreut - Die freilaufende Übung „Berglöwe“ der Gebirgsjägerbrigade 23 ist in vollem Gange. Nachdem Soldatinnen und Soldaten zuletzt in Flintsbach unterwegs waren, sind sie am Mittwoch in Traunreut angekommen.

Update, 15.53 Uhr - Spähtrupps beobachten das Gebiet im Landkreis Traunstein

Wer über die Landstraße bei Waging am See fährt ahnt nicht, dass Hightech-Augen aus dem Wald die Bewegungen genau verfolgen: Selbst wer weiß, dass Soldaten der Gebirgsaufklärer sich dort verstecken, sieht ihr Fahrzeug erst, wenn er direkt davorsteht. 

Der Spähtrupp beobachtet schon seit Tagen in Zweistunden-Schichten das Gebiet im Landkreis Traunstein. Ein Soldat an der Waffenstation, einer am Bildschirm, der Dritte ruht sich aus. Für die freilaufende Übung „Berglöwe“ melden sie, weit vor den eigenen Linien, Feindbewegungen an den Gefechtsstand – das Gehirn der Truppe, in dem die militärische Operation geplant und gesteuert wird. Es ist eng und dunkel, über Funk kommen ständig Meldungen der Einheiten rein: Beobachtungen, Feindkontakt, Gefechtslärm. Über ein Computersystem, aber auch ganz klassisch über Karten, behält der taktische Führer den Überblick.

Übung „Berglöwe“: Gebirgsaufklärer üben Ernstfall

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23

Update, 17 Uhr - In Traunreut nächste Herausforderung für Soldaten

Nach der fordernden Überquerung des Inns erwartet die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 auf dem Marsch von Brannenburg in den neuen Verfügungsraum bei Traunreut die nächste Herausforderung: Feindliche Milizen greifen mit einer improvisierten Sprengfalle an. 

Übung „Berglöwe“ – Bedrohung durch Sprengfallen

Eine Marschkolonne der Gebirgsjäger wird dadurch zunächst gestoppt. Mehrere Soldaten sitzen von ihren Fahrzeugen ab und rücken vor. Während sie den im Wald versteckten Feind stellen und erfolgreich bekämpfen, leisten ihre Kameraden Erste Hilfe bei den durch die Explosion verletzten Soldaten. Anschließend kann die Marschkolonne ihren Weg Richtung Traunreut fortsetzen.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23

Update, 16. Mai, Bundeswehr in Traunreut unterwegs:

Derzeit ist in der Region ein Großaufgebot der Bundeswehr unterwegs, um für den Ernstfall zu proben. Am Mittwoch waren Konvois auch in Traunreut unterwegs.

Konvois der Bundeswehr bei Traunreut

Die Erstmeldung:

Pressemeldung im Wortlaut

Gewässer mit militärischem Großgerät überqueren zu können, ist eine wichtige Fähigkeit bei der Landes- und Bündnisverteidigung. Auf Lastwagen hat das schwere Pionierbataillon 901 aus Havelberg in Brandenburg die einzelnen Elemente der provisorischen Brücke ans Wasser gefahren. Die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 aus Mittenwald sicherten die Arbeiten mit gepanzerten Fahrzeugen gegen einen möglichen Angriff. Die Pioniere fügten die zu Wasser gelassenen Brückenelemente zunächst zu einer Fähre zusammen. 

Gebirgsjägerbrigade 23 übt in Flintsbach für den Ernstfall

In den frühen Morgenstunden am Dienstag hatten zuvor die Soldaten des Hochgebirgsjägerzugs aus Mittenwald den Inn bereits über eine Schleusenanlage überquert und die feindlichen Milizen auf der anderen Seite erfolgreich bekämpft. Unter diesen Voraussetzungen konnten dann weitere Infanteriekräfte zunächst mit Sturmbooten und später mit der Fähre der Havelberger Spezialisten übersetzen. Ihr Auftrag war die Sicherung des freigekämpften Brückenkopfs auf der anderen Inn-Seite.

Kooperation von drei Pionierverbänden

Eine Gewässerüberquerung dieser Größenordnung wird selten geübt. Um diese zu ermöglichen, arbeiteten das Gebirgspionierbataillon 8 aus Ingolstadt mit den Havelberger Pionieren und Pionierkräften aus Österreich zusammen. Am Dienstag waren auch internationale Gäste anwesend. Soldaten aus der Mongolei, Indien und Jordanien beobachteten das Vorgehen der deutschen Gebirgsjäger und der Pioniere. 

Auch Stefan Lederwascher, Bürgermeister von Flintsbach, war vor Ort: „Solche Übungen sollten noch öffentlichkeitswirksamer stattfinden. Der Kontakt zwischen Bundeswehr und Bevölkerung sollte weiter ausgebaut werden. Die Zusammenarbeit zwischen meiner Gemeinde und den Gebirgssoldaten hat hervorragend funktioniert.“ 

Damit die Hauptkräfte des Gefechtsverbands den Inn am Mittwoch schnell überqueren konnten, haben die Pioniere die Fähre zu einer durchgehenden schwimmenden Brücke zusammengefügt. Hauptmann Marius Dorow, Chef der 3. Kompanie der Havelberger Pioniere, ist zufrieden: „Das war unsere erste Brücke über den Inn, alles hat gut geklappt.“ Die Soldaten bewegen sich nun weiter Richtung Traunreut – die Milizen sind weiter eine ständige Bedrohung: Sprengfallen und Angriffe aus dem Hinterhalt könnten den Marsch verzögern.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23

Quelle: rosenheim24.de

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