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Betrug via WhatsApp-Nachricht

Fiese Masche: Wasserburger Redakteurin fällt fast auf Betrüger rein

Die Masche der Betrüger ist immer ähnlich: Sie appellieren an das Mitgefühl ihrer ausgewählten Opfer und gaukeln ihnen eine Notlage ihrer Liebsten vor. Dann lassen sie sich Geld überweisen.
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Die Masche der Betrüger ist immer ähnlich: Sie appellieren an das Mitgefühl ihrer ausgewählten Opfer und gaukeln ihnen eine Notlage ihrer Liebsten vor. Dann lassen sie sich Geld überweisen.

„Mama, mir geht‘s echt schlecht heute“: Mit diesem Satz fing alles an. Per WhatsApp meldet sich Petra Maiers vermeintlicher Sohn, dass er dringend Geld braucht.

Wasserburg – Es gibt inzwischen viele Tricks, mit denen Betrüger versuchen, ahnungslosen Opfern Geld aus der Tasche zu ziehen. Die einen schreiben Fake-Mails, die anderen geben sich als falsche Polizisten aus. Die Methoden ändern sich ständig. Und so war auch unsere Redakteurin überrascht, dass nun sogar per WhatsApp Betrügereien geplant werden. Hier ihr Bericht:

Es ist 12 Uhr mittags, als mein Handy auf WhatsApp eine neue Nachricht anzeigt: „Mama, hier hast du eine neue Handynummer von mir. Mein altes Handy ist kaputt, die Nummer geht auch nicht mehr. Lösch sie mal gleich aus deinen Kontakten und schreib dir meine neue Nummer rein.“

Mutterherz in Alarmbereitschaft

Da ich zwei Söhne habe, schreibe ich zurück: „Lenz, bist du es?“ Der vermeintliche Sohn antwortet: „Ja, Mama, mir geht‘s gar nicht gut. Alle meine Passwörter sind verloren. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll, ich dachte, ich hätte sie in einer Cloud gespeichert, aber das ging wohl schief. “ Sofort ist mein Mutterherz in Alarmbereitschaft. Voller Mitgefühl schreibe ich meinem vermeintlichen Sohn zurück – nicht im Ansatz ahnend, dass ich mit dreisten Betrügern hin und her schreibe, die sich nur für meinen Sohn ausgeben. Ich schreibe: „Das ist ja schrecklich, du Armer. Da hast du ja jetzt jede Menge zu tun, die alten Passwörter wieder ausfindig zu machen.“

Dann lege ich mein Handy weg, treffe mich mit einer Freundin, berichte ihr noch von dem Missgeschick meines Sohnes und gemeinsam bedauern wir den Filius und hoffen, dass uns so etwas nie passieren wird.

Als ich meine Freundin verlasse, sehe ich eine neue Nachricht auf dem Handy: „Mama, mir geht‘s echt schlecht heute. Das ist nicht mein Tag.“

Ich frage: „Willst du vorbeikommen?“ Er antwortet: „Nein, ich bin nicht zuhause. Aber ich habe noch ein Problem. Ich muss bis 15 Uhr unbedingt zwei Überweisungen machen – in Echtzeit. Ich komm aber nicht an mein Online-Bankkonto ran. Kannst du das für mich erledigen, bitte, Mama?“ Ich frage zurück: „An wen muss ich denn überweisen und wie viel?“

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Die Antwort: „Es sind 1904,23 Euro. Ich schicke dir gleich die Daten.“

In mir steigt Panik auf. Es ist 14.30 Uhr. Wo solle ich so schnell 2000 Euro hernehmen? Was heißt überhaupt Echtzeit-Überweisung? Ich frage nach: „Was muss ich denn tun?“ Die Rückfrage: „Welche Bank habe du denn?“ In diesem Moment macht es endlich Klick bei mir. Was ist das denn für ein Deutsch?

Und Lenz weiß doch, wo wir unser Konto haben. Ich versuche, die vermeintlich neue Telefonnummer meines Sohnes anzurufen. Keine Verbindung.

Die alte Nummer meines Sohnes habe ich nicht zur Verfügung, die hatte ich ja nach der ersten WhatsApp-Nachricht brav sofort gelöscht. Mein Mann hilft aus, ruft unseren Sohn vom guten alten Festnetz an und fragt: „Du brauchst Geld von uns?“ Mein Sohn ist entsetzt: „Das würde ich euch doch nicht per WhatsApp schreiben, was denkt ihr denn?“ Inzwischen erscheint eine weitere Nachricht auf meinem Handy: „Was ist los, Mama? Was machst du?“

Ich antworte wütend: „Ich telefoniere gerade mit der Polizei, die werden dir gleich helfen, du A....“ Nie hätte ich gedacht, dass ich auf so eine Betrügermasche reinfallen könnte. Das merkt doch jeder sofort, war bis dahin meine feste Überzeugung. Doch die WhatsApp-Nachricht hat mich an einem wunden Punkt getroffen.

Im vermeintlich privaten Bereich mit Freunden und Familie versetzte mich die Nachricht vom Missgeschick meines angeblichen Sohnes gleich in Panik. Da war klares Denken nicht mehr so einfach. Heute schäme ich mich sogar ein wenig dafür, auch wenn ich nicht die Einzige bin, die diesen Betrügern derzeit auf den Leim geht.

Die Polizei rät zur Vorsicht

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd warnt in einer aktuellen Pressemitteilung vor dieser Betrugsmasche. Ein 60-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein überwies über 10000 Euro an die bisher unbekannten Täter, die sich zuvor als seine Tochter in Finanznot per WhatsApp bei ihm gemeldet hatten. Die Polizeiinspektion Traunstein hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Polizeipräsidium rät in solchen Fällen: Sie haben eine WhatsApp Nachricht von einer bislang unbekannten Nummer erhalten? Der Absender stellt sich als Angehöriger mit neuer Rufnummer vor und will Geld von Ihnen? Er oder Sie kann nicht zurückrufen oder eine Sprachnachricht senden? Trifft das alles zu? Dann seien Sie vorsichtig. Nicht antworten und kein Geld überweisen.

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