Wunsch: Agrogentechnikfreie Gemeinde

+
Über eine Agrogentechnikfreie Gemeinde Bad Feilnbach informierten Gemeinderat Martin Huber, Bürgermeister Hans Hofer und Georg Hahn von Zivilcourage Miesbach (von links) Landwirte, Vereinsvorstände und Interessierte.

Bad Feilnbach (MB) - Eine ökologische Landwirtschaft und der traditionsreiche Obstanbau gehören zu den wertvollsten Gütern in der Gemeinde Bad Feilnbach.

Der Einbau artfremder Gene ins Erbgut und die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVOs) mit ökologischen Schäden als Folge haben hier nichts zu suchen. Deshalb soll die Kommune agrogentechnikfrei werden. Ein erstes Informationstreffen verlief erfolgreich.


Bad Feilnbach - Unter dem Titel "Agrogentechnikfreie Gemeinde-Merkmale schaffen" stand der reichlich diskutierte Informationsabend, zu dem Bürgermeister Hans Hofer Obmänner der im bayerischen Bauernverband angeschlossenen Ortsbauern, Vertreter des Bienenzuchtsvereins Au, die Vorstände der beiden gemeindlichen Obst- und Gartenbauvereine, die Geistlichen Pfarrer Ernst Kögler und Andreas Strauß, Richard Rottmooser als Vorsitzender des Gewerbeverbandes sowie Gemeinderäte und interessierte Bürger ins Rathaus eingeladen hatte. Gemeinderat Martin Huber, selbst treibende Kraft, konnte zu diesem brisanten Thema, Georg Hahn, von "Zivilcourage Miesbach" als Referenten gewinnen.

"Agro-Gentechnik ist dem Referenten zufolge ein unkontrollierbares Machwerk von Chemiegroßkonzernen, wie etwa Monsanto, Syngenta, DuPont oder Bayer", betonte Hahn. Die von diesen Riesen geschaffene Gentechnik mit "Patent auf Leben" sei ethisch nicht akzeptabel und bringe lediglich wirtschaftliche Abhängigkeiten und Standortwandel mit dem Ende des ökologischen Landbaus mit sich.


In den Landkreisen Miesbach und Rosenheim sei bislang noch kein Anbau von GVOs bei Nutzpflanzen bekannt und so zähle die Aktionsgemeinschaft "Zivilcourage" auf die Solidarität aller Landwirte auf gentechnisch veränderte Futtermittel unter Bestätigung einschlägiger Zertifikate zu verzichten.

"Werte der eigenen Produkte schaffen und nach außen vermitteln, muss deshalb die Devise zum Erhalt gesunder Lebensmittel zum Wohle der Verbraucher und zum Schutz und Erhalt von Natur, Landschaft, Gesellschaft und heimischer Wirtschaft lauten", so der Referent.

Die natürlichen Grenzen höherer Fruchtbarkeiten und Erträge seien erreicht. Die Natur lasse sich nicht manipulieren und ein Mehr führe nur in die Labors, so Hahn. Der Wertschöpfung bewusst werden bedeute den Bezug Verbraucher und heimischer Lebensmittelerzeugung auszubauen. Dies komme nicht nur der Gemeinschaft, sondern auch der heimischen Wirtschaft zugute. Der Weg dorthin führe über eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung mit dem Verzicht auf Einsatz von GVO's, Präventionen an Schulen, Kindergärten und öffentlichen Einrichtungen nur gentechnikfreie Lebensmittel zu konsumieren sowie geeigneten Werbemitteln zur Vermarktung der Produkte.

Eine "Agrogentechnikfreie Gemeinde Bad Feilnbach" - dazu standen die Teilnehmer in der anschließenden Diskussion. Misstrauen wurde aber gegenüber der Politik und den Verantwortlichen geäußert. In puncto Gentechnik müsse der Druck von unten, also den Bauern, kommen. Der heimische Landwirt, Obstanbauer und Gärtner dürfe nicht in die Abhängigkeit der Konzerne geraten und zum Spielball der Wirtschaft werden, was letztendlich zum Großbauerntum und zur Zerstörung der kleineren Betriebe führen könne. Einen Schritt zurück gehen und ein Umdenken sei in der Landwirtschaft erforderlich.

pes/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare