Fast 500 Sturzopfer wegen Eis

Eine Schwer- und einen Leichtverletzten forderte dieser Unfall auf der B15 bei Schechen, der sich gestern gegen 9.20 Uhr ereignete. Fotos reisner/unf

Rosenheim (OVB) - Der Eisregen am Wochenende brachte einen Sturzopfer-Rekord. Fast 500 Patienten mussten allein in den Romed-Kliniken behandelt werden.

In der Nacht zum Montag setzte dann der seit Tagen von den Meteorologen angekündigte Schneefall doch noch ein. Die Räumdienste in Stadt und Landkreis waren gut vorbereitet und rückten rechtzeitig aus. So gab es auf den Hauptverkehrswegen keine größeren Probleme.


Im Klinikum Rosenheim wurden am Samstag und Sonntag 215 Patienten behandelt, die sich bei Stürzen auf Geh- oder Radwegen Brüche, schwere Prellungen oder Zerrungen zugezogen hatten. Nach Angaben der Sprecherin der Romed-Kliniken, Elisabeth Siebeneicher, waren das mehr als doppelt so viele Fälle wie an normalen Winterwochenenden. Die Klinik Bad Aibling meldete vom Wochenende 110 Sturz-Verletzte. 35 wurden stationär und der Rest ambulant behandelt, ebenfalls mehr als doppelt so viele Fälle wie normal. Die gleiche Quote registrierte die Klinik in Wasserburg mit 90 Fällen. Prien meldete mit 80 Sturzopfern eine Steigerung von rund 30 Prozent gegenüber normalen Winterwochenenden.

Im Straßenverkehr gab es hingegen weniger Probleme. Sogar auf der kritischen Autobahnstrecke über den Irschenberg kam es laut Auskunft der Autobahnpolizei in Pfraundorf zu keinen nennenswerten Behinderungen. Auch kein Lkw blieb hängen oder stellte sich quer. Auf der Inntalautobahn konnte der Verkehr ebenfalls langsam, aber reibungslos rollen. Aus dem übrigen Kreisgebiet und dem Nachbarkreis Miesbach wurden ebenfalls keine größeren Verkehrsprobleme gemeldet. Lediglich einige Karambolagen, die mit Blechschäden abgingen, führte der Polizeibericht auf.


Tag und Nacht waren gestern die Räumfahrzeuge im Einsatz.

Der schwerste Unfall ereignete sich am Montag gegen 9.20 Uhr auf der Bundesstraße 15 auf Höhe des Gewerbegebiets Schechen. Eine 20-jährige Waldkraiburgerin war nach Angaben der Polizeiinspektion Rosenheim in Richtung Rosenheim unterwegs. Plötzlich geriet sie auf das Bankett, verlor die Kontrolle über ihren Pkw und schleuderte auf die Gegenspur. Dort stieß sie frontal mit einem 26-jährigen Autofahrer aus Edling zusammen. Die 20-Jährige wurde mit schweren Verletzungen ins Klinikum Rosenheim gebracht. Auch der leichter verletzte Edlinger kam in die Klinik. Der Verkehr auf der B15 war wegen des Unfalls rund eine Stunde lang beeinträchtigt.

Die Autobahndirektion Südbayern war in ihrem Dienstbereich, der vom Raum Regensburg über Ingolstadt bis zur Landesgrenze in Tirol und Salzburg reicht, mit über 180 Räumfahrzeugen im Einsatz. Wie Pressesprecher Christian Brandes gegenüber dem Oberbayerischen Volksblatt erklärte, habe man auch für weitere Wintereinbrüche genügend Salz gelagert. "Notlagen wie im Norden werden wir nicht bekommen. Der Salznachschub funktioniert", so Brandes.

Mit 17 Räum- und Streufahrzeugen kämpfte das Straßenbauamt Rosenheim gegen Schnee und Eis auf den Bundes- und Landstraßen in der Region an. "Auch bei uns gab es keine größeren Probleme", versicherte Hugo Zosseder vom Winterdienst. Die Vorräte an Streusalz seien ausreichend und würden regelmäßig aufgefüllt.

Mit sieben eigenen und sechs angemieteten Fahrzeugen sorgte der Landkreis-Räumdienst dafür, dass das rund 360 Kilometer lange Kreisstraßennetz gut befahrbar blieb. Auch in Problembereichen, wie etwa dem Samerberg, kam es zu keinen größeren Behinderungen. Die Streusalzvorräte für die Kreisstraßen sind, wie Landkreis-Pressesprecher Michael Fischer versicherte, "ausreichend". Sie würden laufend ergänzt.

In der Stadt Rosenheim rückten 17 große Räumfahrzeuge - neun davon sind angemietet - aus, um die Hauptverkehrswege von Schnee und Eis zu befreien. Mit 14 kleineren Räumgeräten nahm man den Kampf gegen Glätte und Schnee auf den Fuß- und Radwegen auf. Dabei wurde auch ausreichend Splitt gestreut. Wie Baubetriebshofsleiter Werner Oeckler erklärte, konnten die meisten Nebenstraßen erst im Laufe des Nachmittags geräumt werden. Dabei wurden die insgesamt 128 im Stadtgebiet aufgestellten Splitt-Streukästen nachgefüllt, aus denen sich die Anlieger kostenlos Streumaterial holen können. Die Kästen haben ein Volumen von jeweils 400 Liter. Etwas Sorge bereitete Oeckler gestern das Streusalz. Die Vorräte würden langsam knapp. Zu Beginn der Wintersaison habe man rund 300 Tonnen eingelagert. Die nächste Lieferung von 180 Tonnen werde jedoch schon für den heutigen Dienstag oder den morgigen Mittwoch erwartet.

Erwin Lass/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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