Erste gemeinsame Ratssitzung

Flintsbach - Die erste öffentliche gemeinsame Gemeinderatssitzung der Gremien aus Flintsbach und Brannenburg fand jetzt in der „Alten Post“ in Fischbach statt.

Letztes Jahr tagten beide Ratsversammlungen bereits in nichtöffentlicher Sitzung miteinander, wobei gemeinsame Ausschüsse für die kommunenübergreifende Zusammenarbeit gegründet wurden.


Flintsbach - Die gemeinsame Senioren- und Jugendarbeit der beiden Gemeinden sowie der Stand der Konversion der Karfreitkaserne standen im Mittelpunkt der Sitzung. Flintsbachs Bürgermeister Wolfgang Berthaler, Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks Degerndorf-Brannenburg-Flintsbach, erläuterte den Fortgang der Bauarbeiten am Generationenhaus.

Im Bereich des Sozialwerks werden neben den Verwaltungs- und Schulungsräumen auch eine Tagespflegestation, ein Seniorencafé und die Betreuungsgruppe für Demenzkranke untergebracht. Für die zweigruppige Kinderkrippe im gleichen Gebäude belaufen sich die Kosten auf 500.000 Euro, für den Sozialwerks- und Seniorenbereich wurden 600.000 Euro veranschlagt. An Eigenmitteln erbringt das CSW rund 250.000 Euro, über Leader plus sind 150.000 Euro Förderung möglich. Zusammen mit weiteren Zuschüssen über Euregio, die Bayerische Landesstiftung und die Glücksspirale könnten bis zu 500.000 Euro erzielt werden, für die Restsumme wäre ein Darlehen notwendig.


Berthaler engagiert sich derzeit für den Aufbau eines Sponsoringkreises für das Projekt. Zudem wird ein Zuschuss in Höhe von 12.000 beziehungsweise 6000 Euro von den Kommunen Brannenburg und Flintsbach beantragt.

Nach Abschluss der Bauarbeiten hoffe man, im zeitigen Frühjahr nächsten Jahres voll mit dem Programm im Generationenhaus beginnen zu können, so Berthaler. Zusammen mit dem Projekt zum betreuten Wohnen zu Hause "Dahoam is dahoam" sei dann die Seniorenarbeit in beiden Gemeinden sehr gut aufgestellt. "Wir sind damit Vorreiter für andere Sozialwerke", so Berthaler.

Ein Ort der Zusammenarbeit

Verstärkt zusammenarbeiten werden beide Gemeinden auch in der Jugendarbeit. Im September soll eine gemeinsame Broschüre über die Freizeitmöglichkeiten und Angebote der Vereine in Brannenburg und Flintsbach erscheinen. "Wir sind sehr froh, das Jugendcafé bei uns zu haben, das sich als Ort der Zusammenarbeit anbietet", betonte Bürgermeister Mathias Lederer aus Brannenburg.

Pfarrer Matthias Jokisch und Erzieher Christian Bauer berichteten von ihren Erfahrungen in der Jugendarbeit und den Angeboten im Jugendcafé, das von Montag bis Freitag ab 14 Uhr geöffnet ist. Die Altersspanne der Jugendlichen, die dort die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung nutzen, reicht von 12 bis 22 Jahren, hauptsächlich kommen 14- bis 15-Jährige. In den Ferien gibt es zusätzlich spezielle Angebote für die Jugendlichen. Neben vielen Brannenburgern kommen auch Jugendliche aus anderen Gemeinden in die Räume im Diakoniehaus. Um dem Treffpunkt zu noch mehr Akzeptanz in Flintsbach zu verhelfen, soll der Name in Jugendcafé Brannenburg-Flintsbach geändert werden.

Mit einem gemeinsamen Jugendkonzept und einer kommunenübergreifenden Zusammenarbeit sei man auch in der Jugendpolitik auf dem richtigen Weg, waren sich beide Gremien einig. Als bedauerlich empfand es Berthaler, dass Gemeinden, die bisher bereits selbst Sozialarbeit an Schulen finanzierten, keine Zuschüsse dafür erhalten, im Gegensatz zu Kommunen, die erst jetzt damit beginnen.

Räumung dauert bis zum September

Bürgermeister Lederer informierte über die weitere Entwicklung des Kasernengeländes: Auch wenn die letzten Soldaten bereits im März Brannenburg verlassen haben, wird die vollständige Räumung noch bis September dauern. Erst dann kann die Vermarktung des Areals richtig betrieben werden. Für das Gelände wurde vom Gemeinderat eine Veränderungssperre beschlossen, wodurch die Gemeinde in gewisser Weise eine Planungshoheit für das Areal erlangt hat. Die bisherigen Planungen für den Kasernenbereich beinhalten verschiedene Bausteine (Sportgelände, Gewerbe-, Wohn- und Sondergebiet), wobei einige Gebäude aus ortshistorischen Gründen erhalten bleiben sollten. Mit mehreren Firmen wurden von der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Pachtverträge zur Zwischenvermietung des Geländes abgeschlossen. Für Flintsbach wäre eine verbesserte Wegeanbindung an das Gelände wünschenswert, merkte Bürgermeister Berthaler an.

Diskutiert wurden auch die baulichen Zustände und die Beschilderung von gemeinsamen Bergwegen. 2011 wird mit dem Wanderwegekonzept begonnen, das aufgrund der zahlreichen Wege und des großen Gebiets großen Aufwand erforderlich macht.

Zur besseren kommunenübergreifenden Zusammenarbeit und Abstimmung wollen sich beide Gremien auch im nächsten Jahr wieder zu einer gemeinsamen Sitzung treffen.

mc/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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