Ausbildungsplatz für fast alle Jugendlichen

Rosenheim - Die Rosenheimer Agentur für Arbeit zieht eine positive Bilanz: Fast alle Jugendlichen sind mit einem Ausbildungsplatz versorgt.

Harald Neubauer, Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, zur Abschlussbilanz: „Jedes Jahr wird Ende September Bilanz gezogen, wie sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt während des gesamten Berufsberatungsjahres (01.10.2009 bis 30. September 2010) entwickelt hat. Nun liegen die Daten für den Bereich der Agentur für Arbeit vor und ich kann nur sagen, sie sehen sehr erfreulich aus. Seit Beginn des Berichtsjahres wurden der Rosenheimer Arbeitsagentur (zuständig für die Stadt Rosenheim, sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen) 3130 Lehrstellen gemeldet, 3045 für eine betriebliche Ausbildung und 85 in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen. Damit haben uns die Betriebe und Verwaltungen fast 200 Lehrstellen mehr gemeldet, als im Vorjahr. Ich bin richtig erleichtert, dass sich die heimische Wirtschaft so schnell von der Krise erholt hat und dass die Ausbildungsbreitschaft nicht zurück gefahren wurde. Vielen Unternehmen ist mittlerweile sehr bewusst, dass sie jetzt ausbilden müssen, denn in den nächsten Jahren werden auf Grund der demografischen Entwicklung deutlich weniger Bewerber zur Verfügung stehen.“


Martin Rippel, neuer Teamleiter der Berufsberatung, ergänzt: „Trotz des vermehrten Stellenangebotes war es für so manchen Jugendlichen nicht einfach, eine Lehrstelle zu finden. Nach wie vor spielt das Schulzeugnis, genauer die Noten und Bemerkungen eine große Rolle bei der Erstauswahl der Bewerber. Aber auch die so genannten Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft, Lern- und Teamfähigkeit sowie fundierte Mathe- und Deutschkenntnisse werden gefordert. Umso erfreulicher fällt die Abschlussbilanz des Ausbildungsmarktes aus. Lediglich 18 Jugendliche blieben „unversorgt“, das heißt, sie haben keine Ausbildungsstelle angetreten und es konnte auch kein Alternativangebot unterbreitet werden.“

Insgesamt hatten sich 3050 Bewerber (1680 junge Männer, 1 370 Mädchen) bei der Agentur für Arbeit für die Vermittlung in eine Ausbildungsstelle vormerken lassen, darunter 370 Jugendliche mit ausländischer Nationalität. Damit liegt die Zahl der Bewerber um fast 6 Prozent höher als im Berufsberatungsjahr 2008/2009. Bei den Berufswünschen rangieren Warenkaufleute und Bürokräfte ganz oben. Auch der Kfz-Mechatroniker zählt nach wie vor zu den Favoriten.


Unter der Gesamtzahl der Bewerber sind immer mehr Jugendliche die bereits im Vorjahr oder schon vor längerer Zeit die allgemeinbildende Schule verlassen haben. Neubauer dazu: „Wir wissen, dass eigentlich jeder Betrieb „den“ Top-Bewerber möchte, dies wird aber in der Zukunft immer schwieriger, da schlicht und ergreifend immer weniger junge Menschen die Schule verlassen. Daher sollten die Betriebe zu Zugeständnissen bereit sein. In jedem jungen Menschen schlummern bestimmt Fähigkeiten, sie müssen nur richtig geweckt werden. Unsere Kampagne „Ich bin gut“ zielt genau in diese Richtung (www.ichbingut.de).“

„Auch in diesem Jahr haben nicht alle Ausbildungsbewerber eine Lehrstelle angetreten. Es ist nach wie vor so, dass viele Jugendliche, die zunächst eine betriebliche Ausbildung anstreben, dann doch andere Wege einschlagen. So haben sich 410 für eine weitere Schulbildung entschieden um die Chancen auf einen Ausbildungsplatz im nächsten Jahr zu erhöhen. Wieder andere entschlossen sich für ein freiwilliges soziales Jahr oder jobben vorübergehend. 70 Jugendlichen konnten wir als Alternative zur Ausbildung eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme anbieten und fast 40 haben mit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) begonnen“, so Rippel.

Zum Ende des Berichtsmonates waren noch 210 Lehrstellen (60 weniger als im letzten Jahr) zu besetzen, allerdings passen hier oft Angebot und Nachfrage, oder ganz einfach die regionalen Gegebenheiten nicht zusammen. Stellen gibt es unter anderem noch für Ernährungsberufe wie Koch/Köchin, für Gästebetreuer, für Ausbildungen im Handel, mit den Schwerpunkten Bäckerei/Fleischerei/Konditorei.

Bis zum Ende des Jahres wird weiterhin versucht, im Rahmen des Ausbildungspaktes, allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen noch ein Angebot für eine Ausbildungsstelle oder die Einstiegsqualifizierung (EQJ) zu unterbreiten.

Die Abschlussbilanz des Ausbildungsstellenmarktes in den einzelnen Regionen des Agenturbezirks Rosenheim sieht folgendermaßen aus:

Stadt und Landkreis Rosenheim: 127 unbesetzte Stellen, 13 unversorgte Jugendliche.

Landkreis Miesbach: 21 freie Lehrplätze, vier unversorgte Jugendliche.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 31 offene Stellen, nahezu alle Jugendlichen sind versorgt.

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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