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Kleine Schritte für den Klimaschutz

E-Kehrmaschine? Rosenheimer Ingenieure schlagen Prien über 120 Energiespar-Projekte vor

Bürgermeister Andreas Friedrich und Christoph Kurz (von links) im Heizungsraum des Jugendtreffs.
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Bürgermeister Andreas Friedrich und Christoph Kurz (von links) im Heizungsraum des Jugendtreffs.

Die Diskussion um einen Klimaschutzmanager hat Ende 2021 die Gemüter im Marktgemeinderat erhitzt. Die Mehrheit sah keinen Bedarf, eigens eine Stelle zu schaffen, die Geld kostet. Sie setzt ihre Hoffnungen auf INEV.

Prien – Hinter der Abkürzung INEV steckt das Institut für nachhaltige Energieversorgung an der Technischen Hochschule Rosenheim. Vor zwei Jahren hatte der damalige Marktgemeinderat den Beitritt Priens zu diesem Netzwerk beschlossen. In der Folge waren die Ingenieure von INEV zu Bestandsaufnahmen der kommunalen Liegenschaften in Prien. Sie durchleuchteten Gebäude auf ihr Potenzial zur Energieeinsparung und zur Effizienzsteigerung. „Es geht darum, Schwachstellen zu erkennen und zu optimieren“, erklärte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

128 Vorschläge aufgelistet

Die Fachleute haben für den Markt Prien eine Art To-do-Liste mit 128 Einzelpositionen entwickelt. Alle zusammen hätten gemeinsam mit den Modernisierungen am Erlebnisbad Prienavera, die die Gemeinde mit eigenen Gutachtern in mehreren Bauabschnitten realisiert, ein Einsparpotenzial von 500 Tonnen CO2 im Jahr, erklärt Bautechniker Christoph Kurz von der Gemeindeverwaltung.

Bei der Umsetzung der INEV-Liste lege die Gemeinde ihr Augenmerk zunächst auf diejenigen Maßnahmen, die sie wegen gesetzlicher Vorgaben ohnehin in absehbarer Zeit umsetzen muss, so Friedrich. So will der Markt Prien zum Beispiel so viele alte Heizanlagen wie möglich ersetzen. Auf der Liste stehen deshalb laut Kurz von der Gemeindeverwaltung das Rathaus, das Haus des Gastes, der Sportpark und der Jugendtreff.

70 000 Euro hat der Marktgemeinderat heuer im Haushalt für energetische Modernisierungen des PrienAYou vorgesehen. Dafür sollen Kurz zufolge eine Pelletsheizung als Ersatz eingebaut, die fünf alten Außentüren aus Holz ersetzt, die Beleuchtung im Gebäude modernisiert und das undichte Garagentor erneuert werden. In der Garage ist eine kleine Kletterwand eingebaut, die aber im Winter bisher wegen der Kälte nicht nutzbar ist.

Gemeinsam sind Gemeinde und INEV-Ingenieure weiteren Schwachstellen auf der Spur. So werden die Fachleute des Netzwerks Kurz zufolge demnächst im Foyer des Chiemsee Saals und dem Restaurant Alpenblick im Sportpark mit Wärmebildkameras die großen Fensterfronten untersuchen.

18 500 Euro für drei Jahre investiert der Markt Prien in die Arbeit der INEV-Experten. Das sind 40 Prozent der Kosten. Der Rest ist aus einem Fördertopf des Bundesumweltministeriums gedeckt.

Welche Energieeinsparungen in den nächsten Jahren verwirklicht werden, hängt von den finanziellen Spielräumen der Gemeinde ab. Und es gibt noch andere Aspekte. Die Außenhülle des Haus des Gastes führt der Bürgermeister als Beispiel an. Das Jahrhunderte alte Gebäude birgt viel energetisches Einsparpotenzial, aber das Haus stehe unter Denkmalschutz.

Als Alternative für die alte Heizung im Haus des Gastes denke die Gemeinde über eine gemeinsame Lösung mit dem Nachbarn, dem Pfarrhaus der katholischen Kirche, nach. Überlegungen für einen Neubau des Pfarrhauses gibt es bei der Kirche seit Jahren, konkret sind sie aber noch nicht.

E-Kehrmaschine war viel zu teuer

Andere Vorschläge der INEV-Spezialisten rechnen sich nach Angaben des Gemeindeoberhaupts schlichtweg nicht. So hätte der Kauf einer Elektro-betriebenen Kehrmaschine für den Bauhof fast doppelt so viel gekostet wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, das die Gemeinde deshalb gekauft habe.

Bei eigenen Neubauten versucht der Markt Prien, energiesparende Lösungen zu finden. So wird der neue, mehrgruppige Hort neben der Franziska-Hager-Halle eine Fotovoltaikanlage aufs Dach bekommen, die den Eigenbedarf decken soll. Er wird, ebenso wie die Franziska-Hager-Schulen, zudem an ein privates Nahwärmenetz angeschlossen.

Das mit Abstand größte Energieprojekt der Marktgemeinde soll heuer, verwirklicht werden. Ein Hackschnitzelheizwerk neben dem Wertstoffhof soll Feuerwehrhaus und Bauhof, Betriebe im nahen Gewerbegebiet sowie Wohnhäuser im Bereich der Alten Bernauer Štraße mit Nahwärme versorgen. Die Leitungen wurden bereits verlegt.

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