Einweihung mit "Gänsehautgefühl"

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Freuen sich mit den jungen Leuten über das neue Jugendhaus am Sportplatz in Oberaudorf: Pfarrer Günter Nun, Theo Hülder, Sabine Heinz, Rosi Held, Bürgermeister Hubert Wildgruber, Architekt Raimund Baumann und Pater Robert (von links).

Oberaudorf - Das neue Jugendhaus am Sportplatzgelände in Oberaudorf ist eingeweiht: "Eine Veranstaltung mit Gänsehautgefühl“, gestand Bürgermeister Hubert Wildgruber bei der Segnung.

Schon als Jugendbeauftragter der Gemeinde habe er sich ein solches Haus gewünscht, jetzt sei dieser Traum in Erfüllung gegangen, so Wildgruber.


Einweihung des Jugendhauses in Oberaudorf

Einweihung des Jugendhauses in Oberaudorf
 © Gruber
Einweihung des Jugendhauses in Oberaudorf
 © Gruber
Einweihung des Jugendhauses in Oberaudorf
 © Gruber
Einweihung des Jugendhauses in Oberaudorf
 © Gruber

Von allen Seiten erhielten Wildgruber und Pfarrer Günter Nun, zugleich Erster Vorsitzender des Jugendhilfevereins Oberaudorf-Kiefersfelden, Lob für ihre Zivilcourage, die auch der Volkswirtschaft zugute käme, unterstrich CSU-Landtagsabgeordnete Annemarie Bichl. Jeder Jugendliche, der hier Unterstützung fände und den rechten Weg einschlage, sei ein Gewinn für die Gesellschaft, hieß es in vielen Grußworten von Vertretern aus Politik und Kirche.


Die Entscheidung, dieses Jugendhaus zu bauen, sei richtig gewesen, so Wildgruber auch mit Blick auf die vielen Beratungen im Oberaudorfer Gemeinderat und die durchaus kontroverse Diskussion in der Bevölkerung. Mit rund 150.000 Euro Baukosten - 60.000 davon trägt (wie berichtet) die Gemeinde, 52.000 Euro kommen vom bayerischen Jugendring, der Rest besteht aus mitunter sehr hohen Spenden aus der Bürgerschaft - liege man unter den veranschlagten Summen. Zu verdanken sei dies zudem den Baufirmen, die sich sehr kulant gezeigt hätten, und dem Einsatz der Jugendlichen, die Hand- und Spanndienste leisteten.

Bürgermeister Wildgruber hob die Leistungen von Architekt Raimund Baumann und Ingenieur Thomas Schmid hervor. Das in Holzbauweise erstellte Haus sei optisch sehr ansprechend und energetisch hervorragend durchdacht, so die einhellige Meinung.

Pfarrer Günter Nun erläuterte das Konzept des Jugendhauses, das vom Jugendhilfeverein Oberaudorf-Kiefersfelden getragen wird. Mit Diplom-Sozialpädagogin Sabine Heinz, Theo Hülder und Diplom-Sozialpädagogin Rosi Held stehe den Jugendlichen ein hervorragend ausgebildetes Fachpersonal zur Verfügung, das ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite stehe. Das Jugendhaus diene als Anlauf- und durchaus auch als Auffangstation für Jugendliche. Der Geistliche: "Wir sorgen dafür, dass Jugendliche eben nicht die Schule oder ihren Job schmeißen. Wir sorgen dafür, dass sie eben nicht zu Drogen greifen, sondern ihre wahren Talente erkennen!"

In den letzten Jahren hätten sich Freizeitverhalten und Ansprüche an Jugendliche extrem verändert, so Nun weiter. Zum einen werde ihnen vorgegaukelt, sie könnten alles erreichen, was sie nur wollen. Zum andern werde in Schule, Berufsausbildung und sozialem Miteinander mehr den je von ihnen verlangt. Es habe noch nie so viele Möglichkeiten für Jugendliche wie heute gegeben, aber auch noch nie so viele Scheidungen, zerrüttete Familien, Alkoholismus und Suchtgefährdungen.

Jugendbeamter Klaus Vogel von der Polizeiinspektion Kiefersfelden hob ebenfalls den therapeutischen Ansatz hervor und berief sich dabei auf die Erfahrung in der offenen Jugendarbeit im "Chill-Out" Kiefersfelden und im "CO2" Oberaudorf. Die Zahlen jugendtypischer Verfehlungen seien nachweislich seit Eröffnung dieser Einrichtungen zurückgegangen und stagnierten auf niedrigem Niveau.

Den kirchlichen Segen erhielt das Jugendhaus von Pfarrer Nun und Pater Robert. Umrahmt wurde die Feierlichkeit, die durch ein opulentes, ebenfalls aus der Oberaudorfer Bürgerschaft ehrenamtlich bestücktes Kuchenbüffet versüßt wurde, vom evangelischen Jugendchor. Mit dem Lied "Wir sind geboren, um zu leben" von der Gruppe "Unheilig" gaben die jungen Sänger und Musikanten den Festgästen eine aufrüttelnde Botschaft mit auf den Nachhauseweg.

Die Öffnungszeiten des neuen "CO2" Oberaudorf: Montag geschlossen, Dienstag von 14.30 bis 18 Uhr, Mittwoch geschlossen, Donnerstag von 14.30 bis 18 Uhr, Freitag von 14.30 bis 20 Uhr.

ge/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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