Einsatz für Naturjuwel

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Vorstand Georg Lechner (von links) mit den geehrten SHR-Mitgliedern Thomas Juretzky, Tessa Pöller, Margarete Wimmer, Petra Muxeneder und Günter Gnerlich bei der Jahreshauptversammlung.

Söchtenau - Die Schutzgemeinschaft Hofstätter und Rinser See hielt jetzt ihre Jahreshauptversammlung ab und ehrte verdienter Mitglieder zum zehnjährigen Bestehen.

Erster Vorstand Josef Lechner schilderte auf der Jahreshauptversammlung der Schutzgemeinschaft Hofstätter und Rinser See (SHR) den nun schon zehn Jahre dauernden Kampf um eine Wasserentnahme der Stadtwerke Rosenheim aus Quellen am Hofstätter See zu verhindern. Groß war dabei das Interesse. Neben etwa 60 Mitgliedern und deren Freunden waren auch die Bürgermeister der drei an die Seen grenzenden Gemeinden gekommen - Matthias Maier von Vogtareuth, Hans Loy von Prutting und Sebastian Forstner von Söchtenau.


"Der SHR hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass aus dem Brunnen am Hofstätter See kein Wasser entnommen wird und dass die Natur intakt bleibt", so Lechner bei der SHR-Mitgliederversammlung. Trotzdem dürfe man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. "Unser Naturjuwel bedarf nach wie vor unserer Aufmerksamkeit." Die SHR setze ihren Einsatz zum Schutz und für den Erhalt der Natur unvermindert fort.

1988 hätten die Stadtwerke Rosenheim mit den Planungen für die Wasserentnahme aus Quellen am Hofstätter See begonnen. Nach langen Beratungen sei die Schutzgemeinschaft im August 2000 gegründet worden und habe inzwischen unendlich viel Arbeit und Mühe investiert, diese Wasserentnahme von bis zu 1,6 Millionen Kubikmetern im Jahr zu verhindern. Mehrere von der SHR in Auftrag gegebene hydrologische Gutachten, stünden konträr zu den von den Stadtwerken vorgelegten Gutachten, ob und in wie weit das Wasser des Sees in das Grundwasser reiche.


Inzwischen würden sich die Stadtwerke auf Wasserentnahme aus den sogenannten Mühltalquellen am Innufer konzentrieren "Solange aber die Stadtwerke den Antrag auf Wasserentnahme nicht zurückziehen, bleiben wir aktiv", schloss Lechner seinen Vortrag.

Nach dem Kassenbericht von Petra Muxeneder stellte Vorstandsmitglied Tessa Pöller fest "Wir werden zu Unrecht immer als Gegner betrachtet. Bei unserer Arbeit stand und steht immer die Natur im Vordergrund". Auch in Bayern schreite die Konzentration auf weniger und immer größer werdende Wasserversorger fort.

Zum "Zehnjährigen" wurden verdiente Mitglieder geehrt. Lechner überreichte Thomas Juretzky, der die Internetseite der SHR betreut, und Günter Gnerlich, der für die Infoschreiben zuständig ist, ein Geschenk. Die langjährigen Vorstandsmitglieder Tessa Pöller, Petra Muxeneder und Margarete Wimmer bekamen einen Blumenstrauß.

In der Diskussion ging es auf der Versammlung vorwiegend um den Schutz der kommunalen Wasserversorger. Söchtenaus Bürgermeister Sebastian Forstner erklärte, der Trend, immer mehr kommunale Aufgaben in Privathände zu geben, sei inzwischen etwas gestoppt. Das sei auch gut so: "Man muss den Kommunen die Luft zum Atmen lassen." Pruttings Bürgermeister Hans Loy machte darauf aufmerksam, dass von den ursprünglich geplanten vier Brunnen am Hofstätter See dank des Widerstands aus der Bevölkerung zunächst nur mehr die Planung für den Brunnen "Buchwald" verfolgt worden sei. Vogtareuths Bürgermeister Matthias Maier nahm zur Räumung des Grabens zwischen Rinser See und Hofstätter See Stellung. Nach vielen Diskussionen und Bedenken, habe er das einfach veranlasst, erklärte er. "98 Prozent der Anlieger sind mit dieser Aktion einverstanden", so Maier. Georg Liegl und Sepp Fortner würdigten die erfolgreiche Arbeit der Schutzgemeinschaft zum Schutz der einmaligen Seenlandschaft.

ni/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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