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Eine Frage des Lärmschutzes

Bad Endorfer Gemeinderat diskutiert über das Programm der Deutschen Bahn

Bekommen die Bad Endorfer einen Lärmschutz vor den Geräuschen der Bahn, oder nicht? Der Gemeinderat vertagte die Entscheidung aufgrund ungeklärter Fragen.
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Bekommen die Bad Endorfer einen Lärmschutz vor den Geräuschen der Bahn, oder nicht? Der Gemeinderat vertagte die Entscheidung aufgrund ungeklärter Fragen.

Aktiver, passiver oder gar kein Lärmschutz? Mit dieser Frage muss sich derzeit der Bad Endorfer Gemeinderat befassen. Kein leichtes Unterfangen - denn das Informationsmaterial der Deutschen Bahn ist bereits über 500 Seiten lang. Trotzdem haben die Gemeinderäte noch Fragen.

Bad Endorf ¨– Erneut vertagt wurde im Marktgemeinderat von Bad Endorf die Entscheidung, ob die Gemeinde das Lärmschutzsanierungsprogramm der Deutschen Bahn annimmt oder nicht. Bürgermeister Alois Loferer (CSU) hatte schon in der vergangenen Sitzung darauf hingewiesen, dass die Bahn – trotz mehrfacher Aufforderung seitens der Gemeinde sich zu melden – nichts unternommen habe. Da es nach wie vor offene Fragen vonseiten der Gemeinderäte gab, wurde eine Entscheidung erneut vertagt. Die Verwaltung werde Gespräche mit der Deutschen Bahn suchen.

500 Seiten Erklärung vonseiten der DB

Erst Ende Januar kam das Antwortschreiben. Mittlerweile beläuft sich das Infomaterial der DB auf rund 500 Seiten, sagte Bürgermeister Loferer.

Laut neuer Schalltechnische Untersuchung (STU) sei „eine Schallschutzwand mit einer Länge von rund 3070 Meter im Rahmen des Lärmschutzsanierungsprogramms möglich.“ Der Gemeinderat müsse deshalb entscheiden, ob er eine aktive Lärmsanierungsmaßnahme, also eine Lärmschutzwand oder nur eine passive Lärmsanierungsmaßnahme, also Schallschutzfenster oder generell keine Lärmschutzmaßnahmen wünscht.

Kosten könnten den EIgentümer treffen

Bürgermeister Loferer sprach sich zwar nicht direkt für aktive Lärmschutzmaßnahmen aus, aber seine Haltung zu passiven Lärmschutzmaßnahmen verdeutlichte dies. An den passiven Maßnahmen müssten sich die Hausbesitzer mit 25 Prozent Eigenanteil beteiligen, was sich auf die Mieter auswirken könne. Und ob jeder bei passiven Lärmschutzmaßnahmen mitmache, sei fraglich.

Eduard Huber (Grüne) erkundigte sich, wann die Bahn bauen wolle. Bürgermeister Loferer meinte, dass dies nicht vor 2026 bis 2028 passiere.

Seit 2018 Thema

Mareike Melain (Grüne) wollte noch einmal mehr zur Bürgerinformationsveranstaltung im Sommer 2018 hören. Bürgermeister Loferer wiederholte seine Aussage aus der vergangenen Gemeinderatssitzung Ende Februar. Im Juli 2018 hatten DB-Vertreter über mögliche Lärmschutzmaßnahmen informiert, die Teilnehmer konnten ihre Meinung in einer Art Briefkasten kundtun. Mehrheitlich wurden damals 1,5 Meter hohe Lärmschutzwände präferiert. Fakt sei nun mit der neuen STU: Nur 3 Meter hohe Lärmschutzwände werden gefördert.

Melain forderte daraufhin die Einsetzung eines Bürgerrates.

Dieser – zusammengesetzt aus Bürgern quer durch die Gemeinde – könne nach einer gezielten Information und Beratung durch die DB Handlungsempfehlungen entwickeln, über die der Marktgemeinderat dann befinden muss. Bürgermeister Loferer entgegnete, dass die Bahn dieses eine Paket Lärmschutzmaßnahmen anbiete, und das sei „nicht beeinflussbar.“ Erarbeite Ergebnisse aus einem Bürgerrat wären damit obsolet. Der Gemeinderat müsse „den Mut haben, Entscheidungen zu treffen“, so Loferer.

Vorschlag für einen Ortstermin

Gerhard Schloots (FWG-ÜL) empfahl, sich auf der Bahnstrecke Richtung Raubling oder Großkarolinenfeld Lärmschutzwände anzuschauen.

Bürgermeister Loferer fasste das Stimmungsbild zusammen. Das Thema sei zu komplex, um schnell einen Beschluss zu fällen. Sei es die Raumwirkung von Schallschutzwänden auf den Dammbereichen der innerörtlichen Bahnanlagen, die ungeklärten Verfahrensfragen oder die ungeklärten Vor- und Nachteile aktiver und passiver Maßnahmenpakete: Die Verwaltung müsse noch einmal das Gespräch mit der Bahn suchen.

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