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Tüfteln und Basteln ist seine Leidenschaft

Der Priener Bodo Sagebiel baut sich seinen Porsche im Keller

Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand sind gefragt: Bodo Sagebiel „montiert“ mit der Pinzette ein Bauteil an den Motor seines Porsche-Modells.
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Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand sind gefragt: Bodo Sagebiel „montiert“ mit der Pinzette ein Bauteil an den Motor seines Porsche-Modells.

Prien – Auf einen Sechser im Lotto muss Bodo Sagebiel nicht warten: Sein Traumauto hat er schon – einen Porsche 934 RSR. Allerdings wird er diesen Renner nie fahren können. Es ist ein Modell im Maßstab von 1:12. Modellbau ist die große Leidenschaft des 46-Jährigen, gesteht er im Interview.

Was fasziniert Sie am Modellbau?

Bodo Sagebiel: Ich finde aufgrund meines Berufs Technik allgemein interessant. Wenn ich an einem Modell arbeite, informiere ich mich zunächst im Internet über Technik, Historie und Betrieb. Wenn möglich, lese ich dazu auch Bücher. Dann geht’s an die Arbeit, das Modell so detailgenau wie möglich nachzubauen, mit eigenen Erweiterungen, die ich recherchiert habe.

Ein prüfender Blick auf den Bremssattel, den Sagebiel mit dem 3-D-Drucker (links) hergestellt hat.

Welche Rolle spielen bei den Automodellen eigene Träume?

Sagebiel : Früher war der Porsche mein Traumauto. Ich bin bei einem Bekannten schon mal mitgefahren, das war ein tolles Erlebnis. Auch der Lamborghini Aventador LP 400 ist einfach ein cooles Auto...

…um ein solch cooles Auto nachzubauen braucht’s doch viel Zeit…

Sagebiel: Schwierig zu sagen. Ich habe Phasen, da geht viel weiter im Monat; dann oftmals im Sommer lange Zeit nichts, weil ich zum Basteln keine Muße habe. Wenn ich keine Lust habe, kann schnell durch Unachtsamkeit etwas kaputtgehen, was ich monatelang vorher aufgebaut habe. Wenn ich ein Modell übers Jahr zusammenbringe, bin ich zufrieden. An meinem Tornado-Kampfjet habe ich etwa 300 Stunden gearbeitet.

Wie läuft’s dann ab, wenn Sie die Baulust packt?

Sagebiel: Ich ziehe mich in meinen Arbeitsraum zurück; brauche kein Radio, keinen Fernseher - ab und an ein Bier. Dann hocke ich schon mal bis zwei Uhr in der Früh am Tisch und werkele, das entspannt mich völlig und macht mich zufrieden.

Wieviel Bub steckt dann in Ihnen?

Sagebiel: (lacht) Ganz viel…

Wann haben Sie mit dem Modellbau begonnen? Was war der Anstoß?

Sagebiel: Mit zehn Jahren etwa. Mein Bruder hat damals kleine Flieger gebaut, ich habe zugeschaut. Irgendwann habe ich dann selbst mit Bausätzen angefangen. Eine Riesengaudi gab’s für uns oftmals an Silvester: Wir haben mit den Modellen den Luftkampf geübt und sie anschließend nach „Abstürzen“ mit Krachern in die Luft gesprengt. Mit 16 oder 17 war das dann vorbei, (schmunzelnd) da begann die Sturm- und Drangzeit… Zeit für den Modellbau hatte ich dann wieder nach meiner Hochzeit.

Wie das?

Sagebiel: Naja, wegen der Kinder bleibt man mehr daheim. Zunächst entstand der Kampfpanzer Leopard II, dann das Kampfflugzeug F15, der Tornado – mittlerweile konzentriere ich mich auf Automodelle.

Arbeiten Sie hier in Ihrer Blase oder gibt’s einen Austausch mit anderen Freaks?

Sagebiel: In Online-Foren veröffentliche ich ab und zu meine Bauberichte. Auf Instagram habe ich einige Fotos hochgeladen und vor Kurzem ist meine Website „Modellbaugarage Chiemgau“ freigeschaltet worden. Im Oktober 2021 war ich in Ried in Oberösterreich zum ersten Mal als Modellbauer an einer Ausstellung beteiligt; es ist die größte deutschsprachige Modellbaumesse. Da werde ich heuer an einem Wettbewerb teilnehmen.

Was wird bewertet?

Sagebiel: Handwerkliches Geschick und Detailtreue. Als Grundlage dienen hochwertige Bausätze, die dann in Eigenarbeit entsprechend verfeinert werden. Wie zum Beispiel Zahnriemen oder Schläuche im Motorbereich, Bremssättel und -scheiben, Schraubenköpfe oder Scheibenwischer, wie hier beim Porsche 934 RSR.

Wie stellen Sie diese Miniaturbauteile her?

Sagebiel: Mit einem 3-D-Drucker. Als Vorlagen recherchiere ich Fotos im Web. Am Laptop zeichne ich mit einer Software die Teile dreidimensional nach. Die Daten werden an den Drucker weitergeleitet, der baut das Objekt Schicht für Schicht mit geschmolzenem Plastikmaterial auf.

Welcher Modellbau-Traum steht noch auf Ihrer Liste?

Sagebiel: Irgendwann, wenn die Kinder aus dem Haus sind, werde ich eine große Eisenbahnanlage bauen – das steht fest.

Stundenlange Feinarbeit ist nötig, um den Motor detailgetreu nachzubauen.

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