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Stück Ortsgeschichte verschwindet

Klosterbinder-Haus in Rott wird abgerissen: Warum die Neu-Bebauung für Streit sorgt

Die Ansicht vom Osten gesehen: Das Gebäude sieht romantisch aus, das Betreten ist lebensgefährlich. privat
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Die Ansicht vom Osten gesehen: Das Gebäude sieht romantisch aus, das Betreten ist lebensgefährlich.

Es sieht romantisch aus, wie aus einem Märchenbuch: Trotzdem ist das Klosterbinder-Haus, markantes historisches Gebäude an der Rosenheimer Straße in Rott, nicht mehr zu retten. Das hat der Gemeinderat akzeptiert. Die Planung für das Gelände passt in die Zeit - auch wenn sie nicht allen gefällt.

Rott – Der Name des Gebäudes erinnert an die Klosterbinder. Das ist die Bezeichnung für einen Handwerker, der Fässer bindet und herstellt. Das Haus mag von außen ansprechend wirken, ist jedoch im Inneren marode und verfallen, stellte sich bei der Vorstellung der Pläne für das Gelände im Gemeinderat heraus. Das Betreten sei lebensgefährlich.

Landesdenkmalpflege sieht keinen besonderen Wert

Ansicht von Norden gesehen: Die Fassade des historisches Gebäudes ist alt und rissig.

Die Eigentümer habe den historischen Wert des Haus vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege im Jahr 2020 beurteilen lassen. Diese Behörde formuliert in ihrem Antwortschreiben: Insgesamt könne eine besondere Bedeutung des Klosterbinders nach den Kriterien des Artikels eins des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes nicht erkannt werden. „Durch die verschiedenen Veränderungen und Umbauten in den Nachkriegszeiten wurde das historische Baueranwesen zu stark verändert“, so die Fachleute aus dem Landesdenkmalamt.

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Deshalb wollen die Grundstückseigentümer das Klosterbinderhaus abreißen und entlang der Rosenheimer- und Lengdorfer-Straße fünf Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus errichten. Der Antrag auf Vorbescheid löste im Gemeinderat eine heftige Diskussion aus. Marinus Schaber (BfR) sprach den Grundeigentümern sein Verständnis für die Entscheidung zum Abriss aus. Es könne keinem zugemutet werden, altehrwürdige Häuser zu erhalten. Dazu würden jedem die Mittel fehlen. Andererseits finde er es sehr schade, dass ein Haus der alten Klostergeschichte verschwinde. Er empfahl der Verwaltung, vor dem Abbruch Bilder zu machen. Dem pflichtete Matthias Eggerl (CSU) bei. Er schlug vor, eine Straße oder einen Weg danach zu benennen. Carola Kahles (RF) bedauerte, dass ein Teil der Rotter Geschichte weggerissen werde und forderte die Antragsteller auf, die historischen Hintergründe in ihren geplanten Gebäuden dokumentarisch aufzunehmen. Sie findet außerdem, dass durch die neu geplanten sechs Häuser die Ortsansicht gefährdet sei.

Streit um die Frage des Ortsbilds

Hier erntete sie Widerspruch von Max Zangerl (BfR). Dieses Argument sei ein „Feigenblatt“, das der Gemeinderat nicht verwenden könne. Wer einer Firma an der Bundesstraße höhere Bauten erlaube, brauche dann nicht bei privaten Bauherren und anderen vom gestörten Ortsbild reden.

Kahles beharrte, sie hätte gern eine ästhetischere Entwicklung an dieser Stelle. Schaber warf ihr vor, sie müsse sich schon entscheiden. Wohnraum werde dringend benötigt. Es gehe nicht an, dass im Umkehrschluss bei Bauwilligen ständig kritisiert werde, es dürfe nicht zu hoch, zu tief und zu breit gebaut werden. Bürgermeister Wendrock hat nach eigenen Angaben Gespräche mit den Antragstellern geführt. Diese hätten eine Bebauung im klassischen Stil zugesagt.

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Der Rathauschef wies noch auf einen weiteren Punkt hin: Abseits der Verkehrsstraßen seien drei Bauten auf Wiesengrund geplant. Hier wird vom Antragsteller eine Stichstraße von der Lengdorfer Straße erstellt. Nach Fertigstellung soll die Straßenbaulast auf die Gemeinde übergehen. Das bedeute Straßenunterhalt und Winterdienst, dies lehne er ab..

Innen- oder Außenbereich?

Fraglich sei außerdem, ob sich die zwei im Süden geplanten Häuser noch im Innenbereich befinden oder gemäß Zuordnung zum Außenbereich nicht gebaut werden könnten. Der Planfertiger hat bereits beim Landratsamt vorgefühlt. Nach seiner Aussage gehe die Behörde von einer Innenbereichslage aus. Das sahen auch Schaber und sein Fraktionskollege Max Zangerl (BfR) so, für sie wäre es eher eine Ortsabrundung.

Nach einigem Hin und Her stimmte der Rat mit sieben zu drei für den Vorbescheid mit der Bedingung, dass die Gebäude sich nach Art und Maß einfügen. Eine Übernahme der Straßenlast wurde abgelehnt.

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