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Corona-Lage in der Region Rosenheim

Trotz Corona-Ausbruch auf Schloss Neubeuern: Rapide sinkende Fallzahlen in der Region Rosenheim

Die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim mit den Neuinfektionen binnen einer Woche (seit 11. Juni; Stand 17. Juni). Klinger
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Die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim mit den Neuinfektionen binnen einer Woche (seit 11. Juni; Stand 17. Juni).

Die Corona-Lage entspannt sich sichtlich in der Region Rosenheim, die Fallzahlen sinken rapide. Einziger Ausreißer: Neubeuern. Hier war es zu einem Ausbruch im Internat Schloss Neubeuern gekommen. Bis zum Wochenende waren 17 Neuinfektionen bekannt. Das Gesundheitsamt hat Quarantäne und Auflagen angeordnet.

Rosenheim – Die Corona-Lage entspannt sich sichtlich in der Region, die Fallzahlen sinken rapide. In der Stadt Rosenheim sind inzwischen den fünften Tag in Folge keine neuen Fälle hinzugekommen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in der kreisfreien Stadt bei 7,9.

Ausbruch im Schloss Neubeuern

Anders im Landkreis: Hier ist seit Wochenmitte ein leichter Anstieg zu bemerken mit einer aktuellen Inzidenz von 15,3 (Stand 17. Juni, 24 Uhr). Grund hierfür: ein Infektionsherd auf Schloss Neubeuern.

In dem Internat sind im Wochenverlauf insgesamt 17 neue Fälle aufgetreten. Die Übertragung erfolgte laut der Behörde auf dem Internatsgelände und während eines Fußballturniers. Das Pikante: Eine Indexperson führte zu bislang 13 Folgefällen, davon drei Personen aus anderen Landkreisen.

Auflagen des Gesundheitsamtes

Über die Kontaktpersonen in den Schulklassen und Wohngruppen hat das Gesundheitsamt Rosenheim Quarantäne verhängt. Hinzu kommt eine ganze Reihe Auflagen: tägliche Schnelltestungen aller Schüler und Betreuer vor Ort, Trennung der Wohngruppen, Einhaltung der Hygienemaßnahmen sowie die Umstellung des Unterrichts auf Online-Beschulung.

Schlosskonzerte abgesagt

Abgesagt werden mussten in der Folge auch die für Samstag, 19. Juni 2021, vorgesehenen Schlosskonzerte mit Herbert Schuch.

Neubeuern wird zum Hotspot

Bemerkbar macht sich der Ausbruch auch in der Landkreisübersicht: Hier ist aktuell die Gemeinde Neubeuern regionaler Hotspot mit zehn Neumeldungen binnen einer Woche – und liegt damit weit vor der Stadt Rosenheim mit nur drei neuen Fällen.

Fünf Neuinfektionen vermeldet das Gesundheitsamt im wöchentlichen Lagebericht (Zeitraum 11. bis 17. Juni) aus Prien und Stephanskirchen, je vier aus Bad Aibling und Bruckmühl. In knapp einem Dutzend weiterer Gemeinden sind Einzelfälle beziehungsweise zwei Neuinfektionen aufgetreten.

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Die Gesamtentwicklung

Insgesamt registrierte das Gesundheitsamt Rosenheim für Stadt und Landkreis 45 Neumeldungen binnen einer Woche ( Vorwoche: 68 ). Die Gesamtzahl der Corona-Fälle steigt damit auf 17.826.

Weitere Corona-Tote

In dieser Woche kamen zudem zwei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 hinzu (gesamt 522), darunter eine Person über 80, eine zwischen 60 und 80 Jahre alt.

Das sind die Infektionsherde

Die Infektionsübertragungen ereignen sich laut Gesundheitsamt weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, das 42 Prozent der bekannten Infektionsursachen ausmacht. Etwa drei Prozent fallen auf den Arbeitsplatz. Medizinische Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheime waren in der aktuellen Woche zu etwa fünf Prozent betroffen. Dabei wurde lediglich ein Fall eines positiv getesteten Mitarbeiters in einem Heim gemeldet. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen. Es besteht aber weiterhin Bedarf, Mitarbeiter zu motivieren, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen“, so Behördenleiter Dr. Wolfgang Hierl.

Fälle in Schulen und Kitas

Dem Gesundheitsamt wurden zudem zehn Folgefälle von Ansteckungen in Schulen (Schloss Neubeuern) und ein Folgefall in einer Kita (Haus für Kinder St. Margaretha Frasdorf) bei Personen mit Wohnsitz in Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet (29 Prozent).

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Bei Reihentestungen entdeckt

Die Fälle wurden entdeckt bei Testungen aufgrund von Symptomen (ca. 32 Prozent), im Rahmen von Reihentestungen (37 Prozent) und in Folge von Untersuchungen bei der Kontaktpersonennachverfolgung (ca. 29 Prozent). Dies unterstreicht laut Dr. Hierl die Bedeutung von regelmäßigen Reihentestungen in Betrieben und Gemeinschaftseinrichtungen.

So steht es um die Impfungen

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Fortschritte macht die Region bei den Impfungen: Bis einschließlich Donnerstag haben in Stadt und Landkreis bereits 136 115 Bürger die Erstimpfung (Impfquote 41,9 Prozent) erhalten, 85 081 die Zweitimpfung (26,19 Prozent). Damit liegt die Region weiter hinter dem bundes- und bayernweiten Durchschnitt zurück von 47,1 und 29,4 Prozent (Bayern) und 50,1 und 29,6 Prozent (Deutschland). Um den Rückstand zu verkürzen, wird die Region demnächst erneut ein Sonderimpfkontingent erhalten.

Impfzentren priorisieren weiter

Obwohl bundesweit die Priorisierung der Impfwilligen aufgehoben ist, hält Bayern an der Priorisierung in den Impfzentren fest. Erst wen alle Angemeldeten aus den stärker gefährdeten Prioritätsgruppen 1 bis 3 ein Terminangebot erhalten haben, soll die Vergabe an die Prioritätsgruppe 4 erfolgen.

Digitaler Impfpass

Seit dieser Woche können sich bereits geimpfte Bürger in bestimmten teilnehmenden Apotheken (www.mein-apothekenmanager.de) bei Vorlage eines Nachweises zur durchgeführten Impfung und eines Ausweisdokumentes kostenlos einen QR-Code erzeugen lassen. Dieser kann anschließend in der Corona-Warn-App oder „CovPass“-App eingescannt werden, um den digitalen Impfnachweis zu erhalten. Dieser QR-Code ist nicht mit dem QR-Code auf der Dokumentation der Impfung zu verwechseln, es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Codes. Der digitale Impfnachweis ist eine freiwillige Ergänzung zum gelben Impfpass und muss nicht genutzt werden.

Dr. Hierl rät zu Impfungen

„Ich rate dringend allen Personen, die ein Impfangebot erhalten und bei denen nicht eine medizinische Kontraindikation nach wissenschaftlichen Kriterien besteht, den Impftermin auch wahrzunehmen“, so Hierl. „Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, es werden sich alle Personen, die nicht geimpft sind, an dem Virus anstecken. Eine Herdenimmunität durch eine hohe Zahl an Geimpften wird nicht dazu führen, dass der Rest der Bevölkerung, der nicht gegen das Coronavirus immun ist, verschont wird. Kein Mensch kann sicher sein, dass bei ihm nicht eine schwere Verlaufsform der Infektion auftritt oder langwierige und belastende Folgesymptome durch Long-Covid verbleiben.“

Entwicklung der Varianten

Die Fallzahlenentwicklung: Bislang wurden dem Gesundheitsamt 3049 Fälle (Landkreis 2320, Stadt 729) (Vorwoche: 3018) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die Beta- (südafrikanische) Variante (B1.351), in zwölf Fällen um die Gamma- (brasilianische) Variante (P1), in acht Fällen um die Delta- (indische) Variante (B.1.617.2) und in allen anderen Fällen um die Alfa- (britische) Variante (B.1.1.7). Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 10. Juni wurden dem Gesundheitsamt 26 Fälle der britischen, ein Fall der brasilianischen Variante und vier Fälle der indischen Variante gemeldet.

Lage in den Kliniken

Die Lage an den Kliniken: Insgesamt 43 (Vorwoche 48) Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis stationär behandelt. Hiervon befinden sich neun Patienten (Vorwoche zwölf) auf einer Intensivstation.

Sonderkontingent an Impfstoffen für die Region

Gute Nachrichten für die Region: Das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim erhält ein Sonderkontingent von 3100 Impfstoffdosen von Moderna und Astrazeneca. Diese Nachricht kam aktuell von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Das Gesundheitsministerium hat ein Verfahren zur Verteilung von Sonderkontingenten entwickelt, um regionale Impfquoten-Unterschiede auszugleichen.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Damit soll den bei der sogenannten Arztimpfquote deutlich unter dem bayernweiten Schnitt liegenden Landkreisen und Städten ermöglicht werden, diesen Rückstand über die Impfzentren ein Stück weit aufzuholen.

Oberbürgermeister Andreas März und Landrat Otto Lederer zeigten sich erfreut über das neuerliche Sonderkontingent an Impfstoffen: „Nach etlichen Wochen, in denen aufgrund Impfstoffknappheit im gemeinsamen Impfzentrum überwiegend nur Zweitimpfungen durchgeführt werden konnten, ist dies eine wichtige Botschaft an die Bürger in der Region Rosenheim, dass auch die Erstimpfungen jetzt wieder Fahrt aufnehmen können.

Im Hinblick auf die Ausbreitung der Delta-Mutante wird es in den nächsten Wochen entscheidend darauf ankommen, das Impftempo tatsächlich wie von Bund und Land zugesagt wieder nachhaltig zu steigern. Bund und Land müssen alles daran setzen, durch zunehmende Impfgeschwindigkeit Herdenimmunität zu erreichen und dadurch die Verbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus zu brechen.“

Dies sei notwendige Voraussetzung, um im Herbst und Winter einen vierten Lockdown mit verheerenden Folgen für die betroffenen Wirtschaftsbereiche zu verhindern und den ohnedies gebeutelten Unternehmen die notwendige Planungssicherheit für das Herbst-, das Weihnachts- und das Wintergeschäft zu geben.

Astrazeneca und Moderna

„Wir erhalten 1700 Dosen Moderna und 1400 Dosen Astrazeneca“, bestätigt Hans Meyrl, Koordinator des gemeinsamen Impfzentrums von Stadt und Landkreis Rosenheim. „Moderna ist ausschließlich für Erstimpfungen vorgesehen, Astrazeneca für Erst- und Zweitimpfungen. Wenn die Lieferungen wie angekündigt kommen, werden wir ab Ende Juni wieder verstärkt Erstimpfungen durchführen können“, so Meyrl.

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