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Corona-Fälle bei Kommunalwahl 2020 in Wasserburg

Sorge um Corona-Ansteckungen bei Wahlhelfern: Maskenverweigerer haben bei Bundestagswahl keine Chance

Ordnungsamtsleiterin Claudia Schaber.
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Ordnungsamtsleiterin Claudia Schaber.

Bei der Kommunalwahl 2020 gab es in Wasserburg Corona-Fälle unter den Wahlhelfern. Bei der Bundestagswahl soll sich das durch strenge Maßnahmen nicht wiederholen - dafür tut Wahlleiterin Claudia Schaber alles.

Wasserburg – Wenn Claudia Schaber an die Kommunalwahlen im März 2020 zurückdenkt, wird ihr immer noch ganz mulmig zumute. „Damals haben sich Wahlhelfer mit Corona angesteckt. Das war nicht so lustig“, erzählt die Wahlleiterin für die kommende Bundestagswahl in Wasserburg.

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Vor eineinhalb Jahren war alles noch neu mit der Corona-Pandemie, Masken und Desinfektionsmittel vielerorts ausverkauft. Die örtlichen Wahlleitungen wurden ziemlich alleingelassen mit all den neuen Anforderungen für einen auch gesundheitlich sicheren Ablauf der Wahl. Und auch für die Wahlhelfer und die Wähler war die Situation neu.

2020 mehrere Helfer mit Corona infiziert

Dass sich die wohl einstellige Zahl von coronainfizierten Wahlhelfern bei der Kommunalwahl 2020 in Wasserburg nicht zu einem größeren Problem auswuchs, war auch der Umsicht von Claudia Schaber zu verdanken. Sie bat die Betroffenen schon vor der offiziellen Nachricht des Gesundheitsamtes um eine freiwillige Quarantäne.

Die Briefwahlunterlagen stapeln sich bereits in den Rathäusern

Glücklicherweise kann die Leiterin des Ordnungsamtes Wasserburg der kommenden Bundestagswahl entspannter entgegenblicken. „Wir sind eineinhalb Jahre schlauer und die Vorgaben in Sachen Schutzmaßnahmen sehr detailliert“, berichtet Schaber.

Überall in den neun Wahllokalen in Wasserburg müssen 1,50 Meter Abstand eingehalten werden. Das könnte sogar dazu führen, dass die Zahl der bisher sechs Wahlkabinen pro Wahllokal schrumpft. Zudem stehen Desinfektionsmittel bereit, und die Wahllokale sollen aller 20 Minuten gelüftet werden. Das Tragen einer medizinischen Maske ist für alle Pflicht, die keine medizinische Ausnahmegenehmigung vorweisen können. „Maskenverweigerer dürfen nicht wählen. Dazu gab es sogar nochmal eine Extra-Mail von der Landeswahlleitung", verrät Schaber.

3100 Briefwahlanträge eingegangen

Bei der Bundestagswahl werden aber ohnehin so viele Wahlberechtigte wie niemals zuvor bei einer Bundestagswahl von der Briefwahl Gebrauch machen. Anfang der Woche waren schon über 3100 Briefwahlanträge eingegangen – bei um die 10.000 Wahlberechtigten in der Stadt Wasserburg eine gewaltige Zahl.

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Die per Post eingesandten Stimmen werden in den fünf Briefwahllokalen der Stadt ausgezählt. Der ganze Wahlablauf wäre ohne die etwa 120 Wahlhelfer in Wasserburg – ein paar wenige werden übrigens noch gesucht – nicht möglich. Einen Großteil davon hat Claudia Schaber aus Beamten und Angestellten des Öffentlichen Dienstes rekrutiert. Sie bekommen für ihren Sonntags-Einsatz bei der Wahl einen freien Tag. Das ist bei den meisten Wahlhelfern bei nicht-öffentlichen Arbeitgebern nicht so.

„Das ist kein Amt, um das man sich reißt“, sagt Schaber. Etwa jeder fünfte potenzielle Wahlhelfer hat abgesagt, wobei nur die Aufsichtspflicht für Pflegebedürtige oder Kinder oder die Berufstätigkeit am Wahltag als triftige Gründe gelten. Eine Familienfeier oder ein Urlaub dagegen nicht. Claudia Schaber hat auch wieder ein paar Erstwähler für das verantwortungsvolle Amt nominiert: „Die sind am Anfang oft nicht so begeistert, aber dann stellen sie fest, dass das Amt als Wahlhelfer eigentlich Spaß macht. Man kommt mit Bürgern zusammen, hat gute Gespräche. Viele sagen danach, dass sie vorher nicht gedacht hätten, dass es so spannend sein kann, wenn die Bürger ihr Kreuzchen machen.“

Kein Smiley auf dem Zettel

Zumal so einige kuriose Dinge bei Wahlen passieren können. „Manche malen ein Smiley oder eine Sonne auf den Wahlschein. Oder sie schreiben politische Kommentare auf den Wahlzettel“, berichtet Schaber. Das kann dann dazu führen, dass diese komplett ungültig sind. Entscheidend sei, „dass der Wille des Wählers eindeutig zur erkennen ist“. Ob das tatsächlich so ist entscheiden nacheinander gleich drei Gremien: zuerst der aus acht Personen bestehende Wahlvorstand im Wahllokal, dann die Wahlleitung im Wasserburger Rathaus und schließlich die Wahlverantwortlichen im Landratsamt.

Wenn es keine größeren Probleme gibt, rechnet Claudia Schaber damit, dass das Bundestagswahl-Ergebnis von Wasserburg am 26. September bis gegen 20 Uhr feststehen wird. Es wird dann auf der Website der Stadt veröffentlicht. Schaber: „Ich glaube schon, dass es zum Ende der Ära Angela Merkel diesmal besonders spannend wird.“

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