ARD Report München berichtet über Infrastrukturprojekt und den Widerstand

Bürgeraufstand - Der Streit um den Brenner-Nordzulauf 

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v.l.: Peter Margraf und Christian Zweckstätter vom Bürgerforum Inntal vor ihrem Infomobil
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Landkreis Rosenheim - Der Brenner-Basistunnel ist das größte Infrastrukturprojekt Europas - es soll den Norden mit dem Süden verbinden. Doch während in Italien und Österreich bereits am Tunnel gebaut wird, streitet man in Deutschland noch über die Zulaufstrecke.

Das Projekt Brenner-Nordzulauf ist nach wie vor das Thema, das die Region bewegt. In fast keiner politischen sowie regionalen Veranstaltung kommt der Brenner-Nordzulauf nicht zur Sprache. Nun beschäftigte sich auch der ARD Report München mit dem Thema. Unter dem Titel "Bürgeraufstand - Der Streit um den Brennerbasistunnel" wurde am Dienstag (14. Mai) auf ARD ein Beitrag ausgestrahlt, der sich mit dem Streit um den geplanten Nordzulauf beschäftigt.

Die großen Lkw-Staus sollen bald der Vergangenheit angehören, in Zukunft soll der Güterverkehr von Skandinavien bis nach Süditalien über den Brenner-Basistunnel fließen - das Europäische Infrastruktur-Vorzeigeprojekt. So zumindest die Theorie. Ob das in der Praxis auch so umgesetzt wird, wird sich zeigen, wenn der Tunnel fertig ist. Der geplanze Nordzulauf sorgt in Bayern jedenfalls für Streit.

Was läuft auf der Brennerroute schief?

Eindrücke des BrennerBasstunnels und des Südzulaufs

Zwei ARD-Reporterinnen aus Bayern und Südtirol wollen wissen, was an der Brennerroute schief läuft. Die Lkw werden jedes Jahr mehr. Der Brenner-Basistunnel soll helfen. In 10 Jahren sollen die Lastwägen durch Güterwagons ersetzt werden. Doch die neuen Eisenbahnschienen auf deutscher Seite sind noch nicht da. Und die vielen Bürgerinitiativen im Inntal und Landkreis Rosenheim -  inzwischen sind es 17 Stück, über 15.000 Unterschriften wurden schon gesammelt - sind gegen die neuen Gleise.

"Der Bedarf ist ja noch nicht mal nachgewiesen und dafür sollen wir unser Tal Opfern, für nix", sagte eine Gegnerin. Der Apfelbauer Johann Gasser aus Südtirol blickt täglich auf die Brennerautobahn. "Die Brennerachse ist sicher am Limit", sagt er in dem ARD-Beitrag. In Südtirol hat man Angst, dass die Proteste auf deutscher Seite das Projekt gefährden.

In Italien ist man mit dem Bau der Zulaufstrecken stellenweise schon weiter als in Bayern. Aber auch hier gab und gibt es Probleme, sagt der Direktor des Konsortiums der BBT, Martin Ausserdorfer bei unserem Besuch des Brenner-Basistunnels. Lediglich bei einem Teilstück der Zulaufstrecke stehe man kurz vor dem Baubeginn. "Wir hatten sehr große Proteste in der Bevölkerung vor allem als man noch nicht wusste, wie sieht das Projekt aus", so Ausserdorfer. Als das Projekt dann konkret war habe man alle Fakten und Argumente um entsprechende Antworten geben zu können. In dieser ersten Phase des Projektes hatten wir auch einige Gegner, die uns dazu motiviert haben, das Projekt besser zu machen."

Bundesverkehrsminister Scheuer stellt sich in Rosenheim den Demonstranten

"Wir bremsen nicht"

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Christian Zweckstätter vom Bürgerforum Inntal ist eventuell direkter Betroffener, wenn eine der Trassen realisiert wird. Die könnte dann direkt durch sein Grundstück laufen. "Wenn die Bahn ihre Planungen durchsetzt, wird bei uns rund um das Haus wahrscheinlich Baustelle oder das Haus muss weg." Er sieht die Vorwürfe von italienischer Seite, man würde das ganze Projekt bremsen, gelassen. "Wir bremsen nicht, das geht auf dem alten Gleis." Dort sei noch Platz. Bei elektronischer Aufrüstung könnten auf den bestehenden Gleisen statt 200 sogar 300 Züge fahren. "Momentan sitzt in meinen Augen kein Politiker im Verkehrsministerium, der den Arsch in der Hose hat und für uns Bürger da ist und uns die Wahrheit sagt", so Zweckstätter zu den ARD-Reporterinnen.

Quelle: rosenheim24.de

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