Geologische Untersuchungen für mögliche Trassen

Brenner-Nordzulauf: Erkundungsbohrungen gestartet

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Kiefersfelden - Die Planungen der Deutschen Bahn für eine nördliche Zulaufstrecke zum Brenner Basistunnel schreiten voran. An mehreren der insgesamt 30 Stellen zwischen Rosenheim und Kufstein beginnen in diesen Tagen Erkundungsbohrungen.

„Wir erwarten uns eine vertiefte Kenntnis von Boden- und Gebirgsaufbau im Inntal und damit wichtige Hinweise für die weiteren Planungsschritte“, so DB-Projektleiter Manuel Gotthalmseder am Freitag bei der Vorführung einer ersten Bohrung bei Kiefersfelden.

Die Bohrungen werden in bis zu 400 Meter Tiefe reichen. Rund 3.000 Meter Bohrkerne sollen dabei gewonnen und untersucht werden. Im Vordergrund stehen die Grund- und Bergwasserverhältnisse, die Charakteristik und Verbreitung von Lockermaterial sowie die Abgrenzung verschiedener geologischer Strukturen im Festgestein. „Eine geologische Erkundungsbohrung ist wie ein Nadelstich ins Gebirge. Mit den dabei gewonnenen Bohrkernen wird die Struktur des Bodens deutlich erkennbar“, so Manuel Gotthalmseder.

Bilder von den ersten Probebohrungen zum Brenner-Nordzulauf in Kiefersfelden

In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
In Kiefersfelden starteten am 18. Januar die Probebohrungen für die geologischen Erkundungen zum Brenner-Nordzulauf © jb
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Das Erkundungsprogramm wurde so konzipiert, dass möglichst wenige Bohrungen auf privatem Grund erfolgen. Die angewandte Bohrtechnik vermeidet Erschütterungen. - Heute existieren zahlreiche Informationen zum Gebirgsaufbau im Inntal – gewonnen durch Oberflächenkartierungen, Bergbautätigkeit oder im Zuge anderer Projekte und Bauvorhaben. Auf dieser Basis haben Geologen Bereiche identifiziert, an denen die Kenntnisse des Untergrunds noch unzureichend für die Planung einer Schienentrasse sind. Die Bohrpunkte haben keinerlei Aussagekraft bezüglich des späteren Trassenverlaufs, sondern zeigen, wo in der Vergangenheit noch nicht genügend Grundlagendaten als Basis für die Planungen gewonnen wurden.

Zwischen Kufstein und Erl auf österreichischem Staatsgebiet lassen die ÖBB an sieben Orten bohren. Auf Deutscher Seite werden es 23 Bohrungen im gesamtem Projektgebiet sein. Das gesamte geologische Untersuchungsprogramm im gemeinsamen Planungsraum soll bis zur Jahresmitte 2018 abgearbeitet sein.

Gemeinde Kiefersfelden will Untersuchungen nicht behindern

Kiefersfeldens Bürgermeister Christian König (CSU) will den Erkundungen nicht im Weg stehen

Mit vor Ort bei den Bohrungen war auch Kiefersfeldens Bürgermeister Christian König (CSU). "Wir stehen den Planungen offen gegenüber und wollen diesen nicht im Weg stehen", sagte er im Gespräch mit rosenheim24.de. Die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Bohrpunkte wurden vom Gemeinderat beschlossen. Auch Privatleute stellen ihre Grundstücke zur Verfügung. "Irgendwo muss das dritte und vierte Gleis ja hin", so König. "Eine Tunnellösung wäre uns natürlich am liebsten." Zu dem Kritikpunkt, die Bahn würde keinen offenen Dialog betreiben, sagte er: "Ich empfinde den Dialog durchaus als offen. Ich glaube nicht, dass uns die Bahn verarschen will."

Pressemitteilung DB/jb

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