Sicherheitsgespräch der Brannenburger Polizei

"Subjektives Sicherheitsgefühl der Einwohner liegt uns am Herzen"

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Brannenburg - In der Polizeiinspektion wurde das vergangene Jahr 2015 auf seine Entwicklung untersucht. Die Polizei zeiht ein positives Fazit:

Für den Donnerstag hatten der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Brannenburg, Erster Polizeihauptkommissar Josef Mühlbacher und seine Vertreterin, Polizeihauptkommissarin Karin Walter, die acht Bürgermeister des Zuständigkeitsbereichs zum traditionellen Sicherheitsgespräch eingeladen.


Die PI Brannenburg ist für die Sicherheit von inzwischen rund 44.000 Einwohnern auf einer Fläche von 270 qkm verantwortlich. Der Dienstbereich umfasst die Gemeinden Bad Feilnbach, Brannenburg, Flintsbach a. Inn, Neubeuern, Nußdorf a. Inn, Raubling, Rohrdorf und Samerberg.

1. Kriminalitätsentwicklung


"Mit dem Sicherheitsbericht unserer Dienststelle können wir Ihnen einen umfassenden Einblick in das Kriminalitäts- und Verkehrsgeschehen vermitteln. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Einwohner liegt uns am Herzen", teilte Inspektionsleiter Josef Mühlbacher den Bürgermeistern des Zuständigkeitsbereiches eingangs mit.

Positiv habe sich die sog. Häufigkeitszahl im Jahr 2015 entwickelt. Hier sei mit einer Kriminalitätsbelastung von 4.155 Straftaten pro 100.000 Einwohner (2014: 4.479) das Straftatenrisiko im Dienstbereich nach wie vor vergleichsweise gering. Würden die Aufgriffe von "Schleierfahndern" und Bundespolizei zur Berechnung der Häufigkeitszahl herausgerechnet, wäre diese noch deutlich niedriger, nämlich 3065 statt 4155. Zum anderen konnte die sehr gute Aufklärungsquote mit 71,7 Prozent nahezu konstant auf hohem Niveau gehalten werden. Mühlbacher lobte in diesem Zusammenhang insbesondere die effektive Arbeit der „Schleierfahnder“ und der Bundespolizei, die mit ihrer Fahndungstätigkeit auf den internationalen Verkehrs-wegen einen ganz wesentlichen Beitrag zur hervorragenden Aufklärungsquote leisten.

Die Zahl der Straftaten im Dienstbereich der PI Brannenburg sank im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent auf 1.789 (2014: 1936 Fälle). Die Gründe für diesen Rückgang seien vielfältig. Einer der Gründe sei sicherlich der Rückgang von Aufgriffen im Bereich der „Kontrolldelikte“ durch die zusätzlichen Belastungen wie den „G7-Gipfel“ und die Migrationswelle. Ein weiterer Grund ist, dass Flüchtlinge im Jahr 2015 ganz überwiegend die sog. Balkanroute nutzten, um nach Deutschland zu gelangen. Hier war vor allem der ost- bzw. südostbayerische Raum, insbesondere die Bereiche Freilassing und Passau betroffen.

Wie Mühlbacher ausführte, sank die Zahl der Diebstähle deutlich auf 310 Fälle (-16,4 Prozent). Insbesondere bei den sog. „Schweren Diebstählen“ ergab sich ein erfreulicher Rückgang auf 126 Fälle (2014: 174). Leider musste ein Anstieg der Fallzahlen im sensiblen Bereich der Wohnungseinbrüche auf 23 (2014: 16) verzeichnet werden. Ein negativer Trend wurde im Bereich der Sachbeschädigungen verzeichnet. Hier stieg die Anzahl der Delikte von 121 im Jahr 2014 auf 142 im Jahr 2015. Im Jahr 2015 wurden zudem 35 Rauschgiftverfahren mit insgesamt 59 Delikten von den Beamten der PI Brannenburg bearbeitet.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Alkohol nach wie vor der Aggressionsverstärker Nummer Eins ist, sind die gestiegenen Zahlen bei den unter Alkoholeinfluss stehenden Tatverdächtigten kritisch zu betrachten. So standen im Jahr 2015 insgesamt 5,9 Prozent der Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss (2014: 3,1 Prozent). Insbesondere auch bei der Gruppe der jugendlichen und heranwachsenden Tatverdächtigen erhöhte sich der Anteil der unter Alkoholeinfluss stehenden Personen. Im Jahr 2015 waren 7,6 Prozent alkoholisiert (2014: 4,7 Prozent).

2. Verkehrsunfallentwicklung

Wie Polizeihauptkommissarin Karin Walter darlegte, stieg die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle von 736 auf 780 (+5,9 Prozent). Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden ergab sich ein Anstieg um rund 8 Prozent von 137 auf 148 Unfälle. Zudem stieg die Zahl der Schwerverletzten von 42 auf 52 Personen. Bei den Leichtverletzten musste ein Anstieg von 122 auf 143 Verkehrsteilnehmer registriert werden. Im Jahr 2014 kamen im Dienstbereich der PI Brannenburg noch fünf Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Jahr 2015 ging die Zahl der Verkehrstoten auf zwei zurück.

Die drei Hauptunfallursachen waren im Jahr 2015 Fehler beim Abbiegen/Wenden und Ein- und Anfahren (34 Prozent), Vorfahrtsverstöße (12 Prozent) sowie überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit (10 Prozent). Im Bereich der sog. Alkoholunfälle war im Jahr 2015 verglichen mit 2014 ein Anstieg von 10 auf 13 Unfälle festzustellen. Trotz dieser Erhöhung liegt der Wert noch deutlich unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre. Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle ging von 69 auf 59 zurück. Die Fälle von Unfällen mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort stiegen um 17,7 Prozent von 130 auf 153.

3. Polizeiliches Fazit und Ausblick 

Zusammenfassend bezeichnete Inspektionsleiter Mühlbacher die Sicherheitslage im Dienstbereich der Inspektion als überdurchschnittlich gut. Erfreulich in der Jahresbilanz 2015 sei insbesondere der Rückgang bei den Verkehrstoten von fünf auf zwei. Sorge bereiten vor allem die Zahl der Wohnungseinbrüche. Diese wirksam zu bekämpfen und Täter dingfest zu machen, stelle für das laufende Jahr eine große Herausforderung dar. Einen weiteren Schwerpunkt im Jahr 2016 wird nach wie vor die Bekämpfung der Hauptunfallursachen durch ganzheitliche Verkehrskontrollen darstellen.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Brannenburg

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