Moorrandwald wird verjüngt

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Gerhart Zwirglmaier vor einer jungen Kiefer auf der geplanten Hiebsfläche.

Bad Feilnbach/Schliersee (MB) - Der Moorrandwald im Bereich Eulenau und Wasserwiesen wird in einen artenreichen Mischwald umgebaut.

Borkenkäfer und Sturm haben den Fichtenbestand auf den feuchten Weichböden in den vergangenen Jahren stark angegriffen. Die Fichten wachsen nun in eine kritische Höhe, bei der sie nun besonders windwurfgefährdet sind.


"Auf solchen Weichböden werden die Bäume nicht alt", so Gerhart Zwirglmaier, der stellvertretende Forstbetriebsleiter in Schliersee, "deshalb müssen wir frühzeitig mit der Verjüngung der Bestände beginnen." Mit jedem Meter Höhe wächst nicht nur das Holz sondern auch das Risiko eines Sturmwurfes.

In den kommenden Wochen hoffen die Forstleute auf kalte, frostige Tage, da sonst die Moorböden mit Maschinen nicht befahren werden können und die Hiebsmaßnahmen ungehindert beginnen können. Forstdirektor Josef Berchtold vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat die geplanten Hiebsmaßnahmen aktuell begutachtet und nun grünes Licht gegeben.


Was wie ein Kahlhieb aussieht ist in Wirklichkeit dazu da, der Natur wieder mehr Raum zu geben. Dies ist nötig, da in vergangener Zeit auf den weichen und nassen Moorböden künstliche Fichtenbestände gepflanzt wurden.

Sie stören die natürliche Entwicklung hin zu einem naturnahen Moorrandwald. Nun werden mit einem großflächigen Vorgehen die Bedingungen geschaffen, die es den jungen Kiefern, Birken aber auch Fichten ermöglichen einen möglichst ursprünglichen, vielfältigen und reichen Waldgürtel mit Bäumen und Sträuchern zu entwickeln. "Die Maßnahme ist Bestandteil eines durchgängigen Gesamtkonzeptes für die Waldbestände in diesem Bereich", so Stefan Pratsch, Forstbetriebsleiter in Schliersee. "Auf den ersten Flächen in der Eulenau haben wir im vergangenen Jahr bereits erfolgreich den Umbau eingeleitet. Die Naturverjüngung hat sich dort wie erhofft rasch eingefunden".

Gerhart Zwirglmaier (Bayerische Staatsforste) mit Hund Vintus und Forstdirektor Josef Berchtold (Amt für Forsten) vor der geschädigten Fläche.

Der Verjüngungsvorgang beginnt zunächst an einem Streifen an der vom Wind abgewandten Seite. Ältere Kiefern und Birken bleiben dabei weitestgehend stehen. Die nächste Waldgeneration steht aber schon in den Startlöchern. Die scheinbar kahlen Flächen werden rasch und üppig mit Naturverjüngung aus Kiefer, Birke, Fichte und Eiche bestückt.

Der Waldumbau ist eine forstwirtschaftliche Maßnahme, die eine massive Änderung der Waldbilder, insbesondere der Baumartenzusammensetzung und der Altersklassenverhältnisse zur Folge hat. Ziel ist die Erschaffung von Waldbeständen mit natürlichen Strukturen und Lebensabläufen. Einschichtige, standortsfremde Nadelwälder werden durch waldbauliche Maßnahmen zu einem standortsgerechten Wald entwickelt.

Die Gründe für den Waldumbau sind hier: Einbringung von Pionierbaumarten wie Kiefer und Birke. Größtes Interesse gilt insbesondere dem Arten- und Naturschutz auf diesen Flächen.

Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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