Immer wieder enden Unfälle und Badeausflüge tödlich

Wasserwacht: Hunde überleben in der Mangfall eher als Menschen

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Die Mangfall in Bad Aibling - immer wieder wird der idyllische Fluss zur tödlichen Falle
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Landkreis - Die Temperaturen steigen und die Badesaison steht vor der Türe. Doch es passieren auch leider jedes Jahr schlimme Unfälle an Flüssen und Seen. Auch die Mangfall ist nicht ungefährlich, immer wieder kommen dort Menschen ums Leben.

Der Film der Kreiswasserwacht Rosenheim und der DLRG über die Gefahren der Mangfall ist schon über sieben Jahre alt doch verliert er leider nie an Aktualität. Erst Anfang April war ein 67-Jähriger bei einer Feier in Hinrichsegen in die Mangfall gefallen und ertrunken. Zwei Wochen später wollte eine Hundebesitzerin in Bad Aibling ihren Hund retten und war ins Wasser gestürzt. Die Frau hatte Glück, dass zufällig zwei Passanten vorbeikamen, die sie an Land zogen und reanimieren konnten

Vor drei Jahren ertrank ein 14-Jähriger vor den Augen seiner Freunde am Mangfallwehr in Kolbermoor. 2010 konnten zwei Wassersportler beim Versuch die Mangfall mit sogenannten „Stand-Up-Boards“ zu bezwingen nur noch tot geborgen werden. 2009 kam ein Aiblinger Ehepaar bei einem Rettungsversuch für zwei vom Ertrinken bedrohte Jungen in der Mangfall ums Leben. Man könnte die Liste so weiter fortführen, immer wieder kommt es an dem so idyllischen Fluss zu schlimmen Unfällen.

Aiblinger Wasserwacht: "Wahnsinn und Leichtsinn"

Christian Wiesecke, Vorstand der Bad Aiblinger Wasserwacht erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass nach wie vor Leichtsinn und auch Wahnsinn immer wieder schuld seien an den tragischen Unfällen. "Dass ich einem Hund hinterherspringe, ist für mich einfach nur leichtsinnig. Hunde sind Überlebenskämpfer. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Hunde eher überleben als Menschen", sagt Wiesecke. "Jeder Fluss in der Größenordnung wie die Mangfall ist gefährlich. Besonders gefährlich sind die Wasserwalzen. Die haben einen Waschmaschineneffekt, aus dem man nur sehr schwer wieder heraus kommt." 

Ein generelles Badeverbot für die Mangfall hält er nicht für gut. "Man muss sich einfach der Gefahren bewusst sein und an ungefährlichen Stellen baden. Außerdem ist es immer gut, wenn man den Rettungsschwimmer hat, den man z.B. bei der Wasserwacht Bad Aibling machen kann. Die Passanten, die an Ostern die Frau herausgezogen haben,  haben ganz klar Rettungsschwimmmaßnamen angewandt."

Präventionsfilm macht auf Gefahren der Mangfall aufmerksam

Bereits vor 10 Jahren wurden Warnschilder aufgestellt. Die Schilder sollen deutlich auf die Gefahrenstellen – besonders die als Wasserwalzen bekannten Strudel – aufmerksam machen. An Badegäste richtet sich die rote Warnung „Achtung Lebensgefahr!“. Wie jeden Sommer beobachtet werden kann, helfen tun sie nicht. Das Landratsamt Rosenheim beschritt daher neue Wege: „Mangfall - Unterschätzte Gefahr“, so lautet ein Präventionsfilm, den das Sachgebiet Wasserrecht in Zusammenarbeit mit der Wasserwacht und der DLRG drehen ließ, um auf die - leider oft genug tödlichen - Gefahren an der Mangfall aufmerksam zu machen. 

Quelle: rosenheim24.de

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